Transportbeton verwenden oder selbst mischen?

27.03.2021 FreiGeist


Liebes Forum,

ich bin gerade daran in meinem Haus das EG grundlegend zu sanieren. Die Grundfläche beträgt etwa 110 Quadratmeter. Vom Aufbau her, handelt es sich um den klassichen Holzdielenboden, wie er von Georg Böttcher in den beiden PDFs beschrieben ist. Wobei in meinem Falle etwa das erste Drittel der EG Wohnung mit einem Gewölbekeller unterkellert ist. Die restlichen 2/3 sind nicht unterkellert. Darunter befindet sich das Erdreich.

Der neue Aufbau soll ja gemäß Georg Böttcher folgendermaßen aussehen:

Vorarbeit:

Im Bereich des Gewölbekellers die Seitenflächen ausbetonieren

und

In der restlichen Wohnung den Sand mit der Hand verdichten

DANN

Aufbau Fussboden:
1. Etwa 5 Zentimeter Sauberkeitsschicht (Zementestrich 0-8)
2. Abdichtung (Katja Sprint)
3. Dämmung (13 cm EPS)
4. Knauf Schrenzlage
5. 5 Zentimeter Zementestrich mit Fussbodenheizung
6. Fließenkleber
7. Fließen

Meine Frage:

Bei 110 qm Fläche und 5 cm Höhe benötige ich pro sowohl für die Sauberkeitsschicht, als auch für den späteren Heizestrich jeweils 6 cbm Zementestrich.

Ich wollte mich daher erkundigen, ob irgendetwas dagegen spricht sich diese Menge jeweils in Form von Fließzementestrich anliefern zu lassen? Leider nennt Georg Böttcher diese Variante jedoch in den PDFs nicht, und das verwirrt mich. Mache ich einen Fehler?

Fließestrich würde schneller gehen und weniger Arbeit bedeuten. Nach meinen Berechnungen bräuchte ich ansonsten 550 Säcke a 40 kg Zementestrich.

Für Eure Mithilfe jetzt schon vielen Dank!!!



nimm fertigbeton....



fliessfähig, zumindest für die Sauberkeitsschicht.

Der richtige Fußboden-Estrich sollte vom Fachmann eingebracht werden...
die Jungs haben das drauf..da tut sich ein Laie schwer

gruß



Habe einen Maurer



hej Thommes,

super vielen Dank für Deine Antwort.

Ich habe in der Tat einen Maurer, der mir den Estrich Verarbeiten wird.

Alleine traue ich mir das nicht zu.



Leichtbeton



Ich mache mir gerade ähnliche Gedanken.
Bei mir wird es jedoch darauf hinauslaufen, dass wir Leichtbeton als Sauberkeitsschicht verwenden. Der bringt auch schon eine gewisse Dämmwirkung mit und meinem Estrichleger ist der auch ganz lieb, da er sich leichter Einbringen lässt.

Von den Kosten nimmt der sich nichts gegenüber dem Estrich bei mir. Kostet beides 20 € netto pro m²

Gegen den Fertigbeton spricht bei mir, dass ich eine relativ große Betonpumpe bräuchte (langer Ausleger), um alle Räume befüllen zu können. Das Hätte die Kosten deutlich nach oben getrieben.



Leichtbeton zieht Wasser



Hej Benjamin, vielen Dank für den Tipp. Leichtbeton scheidet bei mir aber aus. 2/3 der Sauberkeitsschicht liegen direkt über dem Erdreich und damit möglicherweise feucht. Das funktioniert dann mit Leichtbeton nicht, weil dieser die Feuchtigkeit schnell aufnimmt aber schlecht wieder abgibt. Aber trotzdem vielen Dank für Deinen Vorschlag.



Kommt auf die Art des Leichtbetons an



Hallo FreiGeist,

kommt das nicht auf die Art des Leichtbetons an?
Liapor wird doch zum Beispiel auch für Bodenplatten verwendet.



Liapor kannte ich noch gar nicht



Gibt es dazu langzeiterfahrungen? Gerade die Sauberkeitsschicht ist ja am wenigstens geschützt. Weißt Du wie stark die Dämmwirkung ist? Eventuell könnte man dann mit Holzdämmplatten dämmen. Diese sind zwar grundsätzlich dicker als EPS um die gleiche Wirkung zu erzielen. Allerdings würde Liapor ja auch mehr dämmen als klassischer Zementestrich. Das könnte also eine interessante Kombination sein...



Dämmung schon unter Sauberkeitsschicht



Wenn du keinen Keller unter dem Haus/Raum hast, könntest du die Erde ca. 20 - 30 cm tief ausgraben und eine Dämmschicht aus Schaumglasschotter unter der Sauberkeitsschicht einbauen. Diese Dämmung kannst du nachher wieder einsparen. Der Vorteil dabei ist, dass du damit auch den Feuchtigkeitstransport aus dem Erdreich (Kapillarität) in die Sauberkeitsschicht unterbrichst und etwas an Aufbauhöhe eingespart hast. Hast also drei Fliegen mit einer Klappe erschlagen.
Für diese Dämmschihct kannst du kein Liapor verwenden, weil das Blähton und somit kapillaraktiv ist. Schaumglasschotter dagegen ist geschlossenzellig, der nimmt keine Feuchtigkeit auf und leitet sie auch nicht weiter.
Aber als Sauberkeitsschicht im Leichtbeton wäre das Liapor vielleicht schon eine Option, da der Leichtbeton einen besseren Dämmwert hat als normaler Beton. Ist halt eine Kostenfrage.



Wenn keine Dämmung unter Sauberkeitsschicht



Wenn du keine Dämmung schon unter die Sauberkeitsschicht einbauen willst, musst du auf jeden Fall eine dicke Sperrfolie drunter auslegen, damit keine Feuchtigkeit in den Beton einziehen kann!