Traglast Kappendecke

28.07.2019 Faawi



Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe sämtliche Beiträge zum Thema Kappendecke studiert, sowie die Anleitungen von Herrn Böttcher. Leider ist meine Frage noch nicht beantwortet:

Ich saniere derzeit ein Haus der 1950er Jahre, bei welchem die Decke des Kellers eine Kappendecke ist. Die Zustand der Träger ist gut (kein Rost etc.). Nun haben wir den unter dem Bodenbelag (Dielen) befindlichen Sand entfernt und mit Estrichbeton aufgeschüttet bis knapp über den höchsten Punkt der Gewölbe.

Hierbei liegt nicht das komplette Gewicht auf dem Gewölbe sondern auch auf 2 Außenmauern und 1 Innenmauer, auf die der Estrich ebenfalls "aufliegt". Nun möchte ich eine Fußbodenheizung mit einer dünnen Schicht Estrich (lt. Estrchleger 3 cm über Heizrohre) aufbringen. Das Gewicht des aufgefüllten Estrichbetons sowie des Estrichs der Fußbodenheizung beträgt rund 190 kg / qm. Im Vergleich wog der entfernte Sand rund 130 - 140 kg / qm.

Frage: wie viel trägt eine solche Kappendecke ungefähr? Ich habe Bauvorschriften aus der Zeit gesucht, wurde aber nicht fündig. Ein Statiker vor Ort konnte keine Berechnung aufstellen, da er lt. seinen Aussagen nicht weiß, mit welchen Ziegeln/Mörteln etc. damals gemauert wurde.

An anderer Stelle im Internet las ich, dass eine preussische Kappendecke aus der Zeit rund 500 kg (inkl. Eigenwicht) tragen kann. Ich stehe nun etwas auf dem Schlauch und hätte gerne eine "ungefähre" Richtung.

Vielen Dank



Traglast Kappendecke



Die Tragfähigkeit der Kappendecke hängt hauptsächlich von Dimension, Größe und Abstand der Träger ab, sowie der Steindicke und die Höhe des ausgebildeten Bogenstichs.

Steinfestigkeit und Mörtel spielen eine nur sehr untergeordnete Rolle bei der Tragfähigkeit, außer es handelt sich um Tuff- oder Bimsstein.

Die Tragfähigkeit kann man nicht so allgemein annehmen - im Wohnbau üblich waren ca. 50 -100 kg/m² Fußbodenaufbau/Schüttung/Belag und ca. 150 kg/m² Verkehrslast. Evtl. sind noch Tragreserven in den Trägern vorhanden. Eine Erhöhung der Lasten führt erstmal zu stärken Durchbiegungen und Rissen.
Das sollte sich nochmal jemand anschauen und nachrechnen. Ggf. gibt es auch leichtere Fußbodenaufbauten mit Fußbodenheizung.