Tragfähigkeit eines Mörtelbettes

19.06.2007



Hallo zusammen,
momentan bin ich dabei, einen Schwellbalken unseres Hauses (ca. um 1750 erbaut) zu erneuern. Die alte Schwelle (deutliche Übertreibung, da war kaum noch eine) ist raus und der neue Schwellbalken ist, probeweise, dort wo er hin soll. Passt bisher alles wunderbar.
Geplant ist, zunächst den Sockel mit TrassKalkMörtel neu aufzubauen. Der Teil des Hauses ist nicht unterkellert, so dass die Feuchtigkeit von unten hochzieht!
Auch werde ich wohl nicht auf eine Teerpappe als Horizontalsperre verzichten können.

Nun aber meine Frage:
Zwischen Sockel und Schwelle besteht momentan ca. 30 mm Luft. Ist es ausreichend diesen Spalt mit einem Bett aus Trasskalkmörtel aufzufüllen, oder ist eine solche Konstruktion nicht ausreichend tragfähig. Da steht ja immerhin eine Hausseite drauf.
Sollte man das ganze nach "alter Väter Sitte" mit Ziegelbruch o. ä. unterfüttern oder reicht ein Mörtelbett aus? Zum Untermauern ist nicht genug Platz, es sei denn, der Balken wird entsprechend hoch gesetzt oder der Sockel entsprechen tiefer.
(Der Sockel wir selbstverständlich noch abgeschrägt, Ständer und Streben entsprechend angeschuht und verzapft, aber erst wenn die Schwelle "sitzt")

Im Voraus schon mal vielen Dank für eure Antworten.
Gruß
Martin



Tragfähigkeit eines Mörtelbettes



So sah es vorher aus!



Statiker fragen



Ich glaube, bei so einer wichtigen Frage ("Da steht ja immerhin eine Hausseite drauf") würde ich einen Statiker zu Rate ziehen und mich nicht auf ein Internet-Forum verlassen - so gut wie's ist.

stt



Tragfähigkeit eines Mörtelbettes



Hallo Martin,
das gleich Problem hatte ich auch. Nach Rücksprache mit meinem damaligen Statiker haben wir den Sockel nicht abgesenkt (wegen dem Spritzwasser) und haben stattdessen auf die Unterseite des Schwellenbalkens die Sperre aufgebracht. Nachdem alles wieder angeschuht und verzapft war, haben wir die verbleibenden Spalten im Sockel mit TKV-p Trass-Kalk-Verpressmörtel der Firma TUBAG (Datenblätter und technische Beschreibungen unter http://www.tubag.de/) ausgespritzt, damit keine Fugen mehr verbleiben und alles wieder voll flächig aufliegt.

Gruß
Hartmut



Statiker fragen



Hallo Hartmut,
danke für den Tipp. Werde mir die Datenblätter gleich mal durchschauen!

@Herr oder Frau Trapp,
es geht bei meiner Frage auch eher darum eine Anregung zu bekommen wie man verfahren könnte. Es gibt hier genug Leute die einschlägige Erfahrungen (s.o.) haben und die ihr Wissen auch gern weitergeben.
Natürlich könnte man einen Statiker fragen.
Der alte Schwellbalken hat aber sicher auch keinen Statiker gefragt bevor er vergammelt ist. Gehalten hat´s ja trotzdem noch ;-)

Gruß
Martin



Schwindma



Guten Tag,
so wie ich Sie verstehe, wollen Sie eine 30 mm dicke Lagerfuge am Stück mörteln. Das wird nicht so günstig sein. Der Mörtel schwindet während des Abbindens immer ein bischen. Bei 30 mm wird dieses Schwinden deutlich sein. Die Fuge wird dabei dünner und es werden sich etlich kleine Risse in der Fuge bilden.
Eine Sperrbahn kann schon richtig sein. Ich würde die Sperrbahn aber nicht direkt unter die Schwelle legen. Wenn sich doch einmal Stauwasser auf der Sperrbahn bildet, steht die Schwelle sonst in einer "Wanne". Für mich würde ich von oben nach unten so bauen:
Schwelle
ca. 1 cm (Kalk-)Mörtel
Sperrbahn
Mörtelglattstrich
Sockelmauerwerk

Werden die ca. 30 mm Luft vielleicht schon weniger, wenn die Sockelsteine nicht gestapelt, sondern mit Mörtelfugen gemauert sind?
Kann mann einige Millimeter im Sockelmauerwerk herausholen, um die Fuge oben von 30 mm auf ca. 15 mm zu verkleinern?
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Tragfähigkeit eines Mörtelbettes



Hallo Herr Arnold,
auch Ihnen vielen Dank für die Informationen.
Es ist tatsächlich so, das der Sockel bisher nicht vermörtelt ist. Die Steine liegen, quasi lose, aufeinander.
Durch vermörteln der Sockelsteine "gewinnt" man sicher noch ein paar Zentimeter.

Gruß
m.Wittwar