Stahlträger

11.01.2004



Hallo, wir haben ein Tonnengewölbe mit Stahlträgern. Der Keller ist aus Sandstein und an einigen Stellen feucht. An einer Wand zieht die Feuchtigkeit fast bis zur Decke, deshalb ist ein Stahlträger ziemlich am Auflager durchgerostet. Wir kann ich diesen verstärken, oder kann man ihn so belassen ? Gruß Pia



Statik



Am besten einen Statiker sich zu Rate ziehen und auch die Ursache der Feuchteentwicklung ergründen. Ob Leckage in Außenwand oder permanent eindringendes Oberflächenwasser oder zu hoher Grundwasserstand und keine Querdsperrung bzw. Defekt dieser usw. Grüße



Stahlträger



Dag ok. Ihrer Anfrage ist zu entnemen, daß es sich warscheinlich um einen 16 NP-Träger handelt. In alten Kellern ist es häufig, daß die Luftfeuchte kondensiert und sich an den Eisenteilen niederschlägt. Ursache ist oftmals fehlende oder mangelhafte Querlüftung dieser Räume. Dieses Kondenswasser ist besonders aggressiv. Ein Verstärken des Trägers würde ich nicht empfehlen. Besteht die Möglichkeit, die Stützweite zu verringern, so läßt sich unter dem gefährdeten Trägerabschnitt ein Mauerpfeiler hochziehen, der Träger wird entlastet. Wechseln sie den Träger aus oder verstärken ihn, müssen sie doch in einem gewissen Bereich die gemauerten Kappen entfernen, daß ganze Ding kommt in Bewegung. Sollten sie selbst kein Baumensch sein, fragen sie bei einem erfahrenen Maurermeister nach. Der kommt wegen eines Auftrages umsonst nach ihnen und sagt dann schon von selbst,"ich bin mit meinem Latein am Ende". Nu den man tau.



Nur keine Panik!



Einen ähnlichen Fall hatte ich auch. Im Untergeschoss meines Fachwerkhauses, damals noch Stall, wurde vor vielleicht 50 Jahren ein acht Meter langer Doppel-T-Träger eingezogen. Als ich den nach dem Hauskauf von Spinnweben und Staub befreit hatte, traf mich der Schlag, weil es so aussah, als wäre das Teil komplett durchgerostet. Wir zermarterten uns schon den Kopf, wie man dieses Monster entfernen könnte, ohne vorher das Haus abzutragen - da nahm einer meiner unersetzlichen Bauhelfer eine Drahtbürste und fegte des Stahlträger blank. Siehe da: Die aufgeplusterte Rostschicht war nur oberflächlich, der Träger selber intakt. Durch Glück griet ich an einen Sandstrahlbetrieb, der just zu dieser Zeit ein mobiles Gerät zu Vorführzwecken hatte. Damit ließ ich den Träger blankputzen (sonst würde ich wahrscheinlich heute noch bürsten!), anschließend habe ich das Teil dreimal mit Rostgrund gestrichen und am Ende rot lackiert sowie, damit es ganz sicher ist, in der Mitte noch einmal mit einer Wand unterfangen (die war eh nötig für den Heizraum). Ich betrachte den Stahlträger in meinem Barockhaus zwar immer noch als Fremdkörper, habe mich aber mit ihm angefreundet: Er gehört ja auch zur Hausgeschichte und hält mit Sicherheit noch ein paar hundert Jahre. Langer Rede kurzer Sinn: Bürsten Sie mal ein bisschen, dann sehen Sie, was es mit dem Rost auf sich hat. Und dann viel Glück!
gf





Hallo,

wir hatten auch so einen Stahlträger mit irren Rostausblühungen. Ich habe immer gedacht der fällt mir bei der nächsten Gelegenheit auf den Kopf. Als wir den dann augebaut hatten, stellte ich fest, dass nur ca. 2mm vom Material weg waren (es war eine Eisenbahnschiene) die hätte bestimmt noch mehrere 100 Jahre gehalten. Also erst mal, wie schon Herr Flegel sagte, mit der Drahtbürste putzen, oder eventuell ein kleines Loch 5-10mm bohren, dann sehen Sie wieviel Material noch gut ist.





Stahlträger
Hallo, ja ich habe auch so ein Haus mit feuchten Keller und rostigen Stahlträgern. Meine Stahlträger rosten 2 mal: einmal an den feuchten Wänden und einmal durch die Feuchte Luft und das dadurch niedergeschlagene Wasser auf der gesamten Unterseite.
Kritisch war bei mir, dass der Querschnitt der Träger an den Wänden so dünn war, dass er nachgab. Ich habe es gemerkt, weil der Putz am Gewölbe hohl war, das Gewölbe hatte sich also gesenkt. Was tun ? Ich habe beiderseits einen Schaft hochgemauert ( 24 x 75 ), darauf habe ich einen Breitflanschträger gelegt. Den alten Träger habe ich so gut es ging entrostet. Zwischen alten und neuen Träger habe ich ca 2 cm Luft gelassen und dann mit Zementmörtel ausgeworfen. So ist das Gewölbe wieder stabilisiert.

Durch entsprechende Querlüftung und evtl Trckenlegung des des Kellers sollte man dafür sorgen, dass kein Tauwasserniederschlag an den Trägern auftritt.

Bei mir sind die neuen Träger jetzt trocken. Allerdings stelle ich fest, dass das Gewölbe nicht austrocknet da wahrscheinlich Feuchte aus der ungesperrten Aussenwand durch Kapillarwirkung in das Kellergewölbe zieht. Hiergegen suche ich noch eine gute / preiswerte Lösung. ???

Gotthard Senf