Betonpfeiler unter Kellerkappendecke mit Stahlträgern

29.11.2005



Wir überlegen ein Haus von ca 1910 zu kaufen: der ehemalige Stall ist im Obergeschoss schon zu Wohnzwecken umgebaut worden. Das alte Haupthaus ist unterkellert, die Stahlträger der Kappendecke sehen aus wie Blätterteig und daran hängen Wassertropfen. Ca 1m entfernt von der Außenmauer hat ein Vorbesitzer Betonpfeiler unter die Träger gesetzt. Wie gehen wir am sinnvollsten vor, um das Ausmaß der Restaurierung abzuschätzen, bzw. zu ergründen, ob die scheinbar erfolgte Abstützung eine dauerhafte Lösung ist? Der jetzige Besitzer kann keine Auskunft geben. Für uns ist jedoch der finanzielle Aufwand relevant, da wir über wenig Kapital verfügen. Falls jemand uns einen Tipp geben möchte, kann ich auch gerne Bilder mailen. Danke an das Forum!
Marie



Nachschauen



Hallo, Sie sollten unbedingt nachschauen, ob die Stege der Stahlträger noch ausreichend vorhanden sind. Dazu müssten Sie an verschiedenen Stellen direkt neben dem Träger jeweils einen Stein herausnehmen, so daß man die Dicke der Stege / des Rostes kontrollieren kann. Sie Abstützung ist wahrscheinlich nicht ohne Grund vorgenommen worden. Erst nach einer sorgfältigen Kontrolle kann man zu einer evtl. notwendigen Maßnahme eine seriöse Aussage treffen. Viele Grüße, Johannes Prickarz



Kappenträger nachschauen?



Dachog. Ich mit folgender Methode immer gut gefahren. Der Steg ist ja eigentlich der von Rostgefahr am wenigsten gefährdete Teil eines Kappenträgers, da er im Allgemeinen vollständig von der Luftzufuhr abgeschlossen ist. Sehr starke Korrosionserscheinungen weisen gemeinhin die unteren Trägerflansche auf. Auch ist nicht gesagt, daß eine starke Rostschicht gleichbedeutend ist mit einem Tragfähigkeitsverlust des Trägers. Der sich aufbauende Rostmantel verhindert ab einer bestimmten Stärke, einen weiteren Angriff der feuchten Luft auf das Metall und somit ein weiteres korrodieren. Ich würde vorschlagen, dicht am Auflager, einen Flansch von der aufgebauten Korrosionschicht vollständig zu befreien, den Flansch in seiner Breite und auch in seiner Stärke zu messen und dies zu notieren. Aus diesen Maszen lassen sich dann Rückschlüsse auf die eingebauten Träger ziehen. Mfg ut de Oltmark



geschützt?



Da muß ich widersprechen; ich habe schon so einige Träger gesehen, deren Stege völlig durchlöchert und teilweise schon aufgelöst waren, vor allem in Stallbauten, obwohl sie von unten eigentlich noch passabel aussahen. Das hängt meiner Meinung nach mit Kondenswasser und auch fehlendem Luftzutritt zusammen. Außerdem sind die unteren Flansche das einzige Stück vom Träger, was vom Landwirt gelegentlich durch einen Rostanstrich gepflegt wurde.
Aber vielleicht sind die Eifeler da etwas anders - sagt man anderswo zumindest. Viele Grüße, Johannes Prickarz



Widersprechen



@Johannes Prickarz, wollte ich eigentlich nicht, sondern nur einen Denkanstoß geben. Ich meinte ja nicht, daß man es so machen muß. Aber wenn man nur eine Meinung gelten läßt, sollte man auch die Allgemeingültigkeit seiner Theorie darlegen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man die Standsicherheit gewölbter Bauteile durch das Herausstemmen wichtiger Teile ,daß ist nun einmal ein Kämpfer, feststellen und erhalten kann. Einseitig so zuhandeln bringt mir garnichts, denn es muß ja noch der Kämpfer der benachbarten Kappe entfernt werden.Die vorhandenen Belastung und die erheblichen Erschütterungen spielen keine Rolle. Schön wenn dann der Bogen in Ruhe bleibt. Ich gebe nur meine Meinung kund und wem sie nicht gefällt, bitte. "Aber vielleicht sind da die Eifeler etwas anders" Mfg ut de Oltmark