durchrostete Stahlträger im Gewölbekeller

10.07.2007



Guten Tag,

ich habe vor einigen Monaten ein ca. 120 Jahre altes Haus geerbt. Um das Haus zu bewohnen, muss es renoviert werden.
Als ich mir den Keller angeschaut habe, sind mir Zweifel aufgekommen, ob sich eine solche Finanzierung überhaupt noch lohnt.
Im Keller (gemauerte Gewölbedecke aus Zeigelsteinen, Außenwände aus Sandbruchsteinen, Lehmboden) sind alle Stahlträger der Decke völlig durchrostet.
Für mich stellen sich nun die Fragen:
Ist das Haus einsturzgefährdet? Ist es nötig die Träger auszutauschen?





Guten Abend,
schalten Sie einen Fachmann, eine Fachfrau ein.
Ein Statiker, der ausreichend große Erfahrungen mit "Bauen im Bestand" hat, wird sicherlich ein verträgliches Instandsetzungskonzept entwickeln.
Aus der Ferne ist das leider nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies

P.S.: Sie meinen sicherlich eine preußische Kappendecke und keinen Gewölbekeller.



Sieht oft schlimmer aus, als es tatsächlich ist.



Sind die Stahlträger der Kappendecke wirklich komplett durchgerostet? Oft sind diese oberflächig stark angerostet und einzelne Stahlschichten stehen ab. Im Kern sind die Träger oft noch gut.
Problematisch sind meist Schäden im Auflagerbereich, die aber je nach Nutzung des Kellers durch bspw. das Einziehen eines zusätzlichen Querträgers vor dem Auflager kompensiert werden können.
Ziehen Sie einen Fachmann dazu, der sich die Sache vor Ort anschaut, die Träger auf Ihre Resttragfähigkeit prüft und soweit nötig Sanierungsvorschläge macht.



Eisenträger



Ich habe erst vor wenigen Wochen eine alte Scheune im Zuge einer Vorbesprechung begutachtet, dort waren die Eisenträger durch aufsteigende Feuchtigkeit durchgerostet (Bachlauf direkt neben der Hauswand...) Diese wahren an vielen Stellen schon durchgebrochen und notdürftig mit Holzstempeln gesichert. In diesem Fall bleibt nur der Abriss und dann kompletter Neuaufbau der Decke.
Bei Ihnen wird sicher eine ganz andere Sachlage vorliegen.
Auf alle fälle durch einen Fachmann begutachten lassen.

Viele Grüße vom Edersee



Rundumschlag



Noch ein allgemeiner Hinweis:
Viele Menschen, die den Umgang mit vernachlässigten alten Häusern nicht gewohnt sind, erschrecken und verzagen leicht beim Anblick schadhafter Konstruktionen und neigen dazu, schnell das ganze Haus bzw. dessen Sanierung in Frage zu stellen. Die Neubaulobby leistet dabei eifrig Schützenhilfe.

Selbst wenn in Ihrem Falle die Träger durchgerostet sein sollten, stürzte davon in den seltensten Fällen das Haus ein, sondern Sie brauchen einfach eine neue Decke. Die Kosten dafür lassen sich gut abschätzen und es stehen einen mehrere Konstruktionsweisen offen.

In der Regel ist ein Haus reparaturfreundlicher als ein PKW, wo man gewöhnt ist, nach einer bestimmten Zahl von Jahren und einigen Reparaturen ihn als unrettbar und abgeschrieben wegzuwerfen. Bei Häusern ist das ganz anders und man sollte die Sichtweisen der Konsumgesellschaft nicht einfach darauf übertragen.



Oder einfach neue Träger darunter



Nichts ist einfacher als neue Träger einziehen.
Fragen Sie dazu einen Statiker.



Danke für die Antworten



Vielen Dank ans Forum,

ich werde baldigst einen Statiker dazu konsultieren.
So muss ich die Hoffnung zumindest nicht gleich ganz aufgeben.