Tonziegelmauer im Fachwerk ausbessern und mit Kalkputz verputzen




Hallo Community,

schon seit ein paar Jahren lese ich immer mal wieder hier im Forum, wollte dann jetzt aber doch mal konkret nach Tipps für mein Vorhaben fragen.

Zur Ausgangslage: Seit 2012 bewohne ich eine Doppelhaushälfte Baujahr ca 1890. Sie ist zwischen 1970 und 1980 ausgebaut und saniert worden und auch in den folgenden Jahrzehnten wurde immer mal "was gemacht" (Dach, Heizung, Fenster, etc).

Jetzt steht Nachwuchs an und ein Zimmer soll renoviert werden. Ursprünglich wollten wir nur die Decke und Wände ohne viel Aufwand hübsch machen. Aber auch inspiriert durch dieses Forum kam bei mir der starke Wunsch auf, es "richtig" zu machen / machen zu lassen, und nicht einfach die nächste Lage Tapeten über den doch schon etwas mitgenommenen Putz zu kleben. Auch um mal zu sehen, wie die Wände darunter so aussehen. Und dann hätte ich da jetzt auch am liebsten einen Kalkputz an der Wand.

Tapeten + Putz sind also komplett raus.
Dahinter ist Fachwerk mit Ziegeln ausgemauert. Die Balken sind an manchen Stellen leicht aufgesprungen aber trocken und frei von Fäulnis oder Pilzen. Das Mauerwerk ist (wie erwartet) recht uneben, die Fugen sind an manchen Stellen sehr tief oder sandig und es gibt vereinzelt Risse und gebrochene Ziegel.

Mein Plan wäre jetzt folgender:
1) Mauerwerk und Fugen von losem Sand und Lehmresten befreien
2) Die Stellen mit Rissen und tiefen Fugen ausbessern (Gibt es Empfehlungen hierfür?)
3) Putzträger auf die Balken (Was nimmt man am besten?)
3) Mit reinem Kalkputz verputzen

Grundsätzlich möchte ich das von einem Fachmann machen lassen. Habe noch nie selbst verputzt. Wenn ich aber dieses Forum nicht hätte, dann hätte mir da jetzt schon längst ein Verputzer einfach Gips an alle Wände gemacht. Eventuell habe ich jetzt jemanden an der Hand, der auch Kalk kennt. Trotzdem würde ich gerne mal nach Tipps und Empfehlungen zur Vorgehensweise fragen und natürlich auch die allgemeine Frage stellen: Ist das überhaupt ok, da Kalk drauf zu machen? Ursprünglich (bevor es mit Gips gestreckt wurde) war es wohl mal Lehm...

Danke und beste Grüße
Alex





Verräst Du uns auch wasfür Wände es sind? Außenwände würde ich dämmen mit difusionsoffenen Material.



Außenwand dämmen



Über Vorschläge für diffusionsoffene Materialien zum dämmen würde ich mich sehr freuen. Die einzige Außenwand dieses Zimmers ist knapp 4m breit und 1m hoch. Darüber ist die Dachschräge die mit Hanf gedämmt wird. Über den genauen Aufbau der Außenwand habe ich leider keine Info. Wie bei den Innenwänden sehe ich Balken + Tonziegel. Wir hatten eigentlich vor, sie in ein paar Jahren von außen dämmen zu lassen, wenn die Fassade fällig wird.



Innendämmung



Nicht mit diffusionsoffenem sondern mit kapillar gut leitfähigem Dämmmaterial als Priorität.



Wandaufbau, Putz



Ich mußte gerade schmunzeln, "der auch Kalk kennt!". Ich kenne Falk auch, aber was er so anstellt, weiß ich nicht ;-)
Nun mal sachlich, ich weiß nicht wie wichtig die Innenwanddämmung ist, für Sie für die Heizkosten. Es hängt auch davon ab, wie Ihr Heizungssystem beschaffen ist. Viele sehen alle Komponenten mehr oder weniger von einander losgelöst. Aber das würde zu weit führen und dazu fehlen mir auch Fakten, um es nicht in Kaffeesatzleserei enden zu lassen.
Innenwanddämmung: da sehe ich zwei Möglichkeiten, 1. Schilfrohrmatten oder 2. Holzweichfaserplatten (Pavatex od. Gutex etc.). Überdämmen Sie innen nicht, also ca 6 cm (Forschungsbericht vom Frauenhofer Institut). Beide Dämmungen an die Wand Kleben und dübeln (idealer Weise Lehm, macht sich auch gut, Kalk geht auch kann magerer sein). Wenn Sie dämmen putzen Sie sie Zwischenräume an den Balken nur aus, bei großen Vertiefungen siebenstegliches Schilfgewebe, als Putzgrund.
Kalkputz: Das haben Sie die Qual der Wahl, da gibt es Anbieter wie der sprichwörtliche Sand am....
Selbst Mischen und davon richtig Ahnung haben, die gibt es kaum noch, aber das wäre das Optimum. Die Materialien koten nicht viel und der Handwerker kann einen fairen Preis bekommen, wenn er`s denn kann. Es ist Handwerk und keinen Motntage! Als erstes einen Spritzbewurf ca. 80% Deckung, Kalkzenemt mit einem scharfen Sand (wegen der Haftung), 1. Lage 0-4 mm ca. 1 cm (bei Schilf ruhig in zwei Arbeitsschritten), 2. Lage wie erste oder feineren Sand. Anstrich nach Möglichkeit eine Kalkfarbe, die man dann farblich gestalten kann. Weitere Einzelheiten finden Sie hier: //forum.derhausdoktor.net/#post8. Für Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt