Y-tong Ausfachung

14.04.2005



Hallo liebes Forum,

wir haben uns diese Woche ein unter Denkmal stehendes Fachwerkhaus, Baujahr ca. 1700 im Oberbergischen Kreis angesehen.
Wir haben erfahren, das an einer Seite die Ausfachung mit Y-tong Steinen restauriert wurde.
Ich habe jetzt hier im Forum gelesen, das es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Balken feucht werden koennen, da der Y-tong die Feuchtigkeit erst aufnimmt und dann weitergibt.
Und das man von diesen Haeusern die Finger lassen soll.
Da wohl mehrere Haeuser so restauriert worden sind, ist meine Frage: Es muss doch einen Grund dafuer geben haben, weshalb man diese Art der Restaurierung gewaehlt hat.
Kann ihn mir vielleicht einer nennen, ausser das es billiger ist, wenn man doch weiss, das das schaedlich fuer das Haus ist.

Viele Gruesse

Tanja





Hallo Tanja Mittelstaedt,
es handelt ja an seinem eigenen Haus niemand bewußt falsch und widersinnig.
Man wußte es damals nicht besser und hält immer das Neueste für das Beste.
Neue Baustoffe werden immer erst einmal lautstark angepriesen und vermarktet.
Erst hinterher merkt man die Nachteile. Bei den Porenbetonsteinen war es ähnlich...
Das Gravierende: Schon nach wenigen Jahren zeigten sich die Nachteile. Doch wenn alles schön schnuckelig verputzt ist, gehen eben die Schäden oft im verborgenen weiter. Und das böse Erwachen kommt später.
Wenn das Haus wirklich gut trocken ist und die Feuchträume und -quellen sich in anderen Bereichen des Hauses befinden, kann ja auch alles lange gut gehen.
Die "modernen" Baustoffe sollen ja auch nicht verteufelt werden. Wir wissen jedoch: Jahrtausende lang hat die Bauphysik schon mehr zugunsten der Häuser reagiert. Deshalb muß man hinterfragen: Wieso.? Und dann kommt man von allein wieder auf das traditionelle Bauen.

Freundliche Grüße D.Fr.





Hallo Herr Froehlich,

vielen Dank fuer ihre schnelle Antwort.

Ich habe noch eine Frage zu dem Thema.
Ist es sinnvoll, die Porenbetonsteine zu entfernen und die Ausfachnung wieder mit Lehm auszukleiden, oder ist das Holz bereits zu sehr geschaedigt? Wie gesagt es handelt sich nur um eine Seite des Hauses, die 1995 restauriert worden ist.
Kann ein Gutachter erkennen, ob das Holz noch intakt ist?

Viele Gruesse

Tanja





Hallo Tanja,
ein Hau-Ruck-Aktion würde ich trotzdem nicht empfehlen. Wenn Euer Haus rundherum trocken ist, besteht auch kein Anlaß zur Panik. Zehn Jahre sind nicht viel, es sei denn, daß irgendwo Wasser mit im Spiel ist..
Wenn Ihr aber Zeit, Kraft und Geld habt und dem Haus sein früheres Aussehen wieder geben wollt, dann ist eine Fachwerksanierung mit Lehm auch immer wieder zu empfehlen. Soweit geht unsere Grundhaltung.
Aus der Ferne kann ich jedoch wenig präzise Tipps geben - und wünsche, Ihr findet einen wohlwollenden Bausachverständigen in Eurer Region, der sich mit alter Bausubstanz auskennt. Leider ist unser Verein in Eurer Region noch nicht so stark vertreten.
Alles Gute wünscht
Dietmar