Titanzink - was ist das?

Den Begriff »Titanzink« trifft man des Öfteren an, wenn es um Themen rund um die Gebäude- und Grundstücksentwässerung geht. Was aber hat es damit eigentlich auf sich? Was ist dies für ein Material und was sind seine Vor- und möglicherweise Nachteile? Diesen Fragen gehen wir in diesem Artikel nach.

Eine wundersame Legierung

Titanzink ist zunächst einmal eine Legierung. Das heißt, es ist ein Gemisch aus verschiedenen Metallen. Im Falle von Titanzink haben wir eine Mischung aus Zink, geringen Teilen Titan und Kupfer. Diese Legierung findet vor allem im Bauwesen Verwendung, da sie langlebig, recyclebar und vergleichsweise einfach zu bearbeiten ist. Aber der Reihe nach.

Titanzink wird grundsätzlich als Blech produziert. Es ist dabei in unterschiedlichen Dicken erhältlich, am häufigsten jedoch in der Stärke von 0,7 mm. Die Bleche gibt es außerdem in verschiedenen Formen. Grundsätzlich werden Titanzinkbleche für Metalldächer, Außen-wandverkleidungen bzw. Fassaden sowie für Entwässerungsanlagen verwendet, indem dar-aus etwa Regenrinnen, Fallrohre und diverses Zubehör gefertigt wird. Bleche aus Titanzink zeichnen sich nicht zuletzt durch ihre im Alltag oft gesehene walzblanke Oberfläche aus. Es handelt sich dabei um eine natürliche, schiefergraue Patina, die nicht nur optisch beliebt ist, sondern auch die Lebensdauer des Materials verlängert. Sie bildet sich mit der Zeit ganz von alleine aus. Titanzinkbleche werden aber auch zunehmend gleichsam vom Werk aus mit dieser typischen Oberflächenbeschaffenheit ausgeliefert.

Neben dem Titanzink wird häufig auch eine Alu-Zink-Legierung zur Herstellung von Blech-platten verwendet, die nicht mit Titanzink verwechselt werden sollte. Es wird ebenfalls zu-meist beim Bau von Blechdächern sowie als Wandverkleidung genutzt. Von den Handhabungseigenschaften her sind sich Alu- und Titanzink ähnlich. Man benötigt keine speziellen Werkzeuge bzw. Verarbeitungsgeräte. Gleichwohl ist das Alu-Zink teurer und wartungsintensiver, da es sich nicht löten lässt.

Lebensdauer und Umweltverträglichkeit von Titanzink

Ein wichtiger Grund dafür, dass Zink bzw. Titanzink in der Baubranche so häufig Verwendung findet, ist seine Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit. Die technische Lebensdauer von Titanzink beträgt nämlich rund 75 Jahre. Und die Bildung der natürlichen Patina kann diese sogar noch verlängern. Bleche bzw. Gegenstände auch Titanzink, die sehr hochfrequentiert beansprucht werden - beispielsweise Dachrinnen, Fallrohre oder Außenwandver-kleidungen - weisen faktisch eine kürzere Lebensdauer auf. Man geht hier jedoch immer noch von einer Nutzungszeit von bis 40 Jahren aus.

Und auch was die Umweltverträglichkeit von Titanzink anbelangt, scheint diese Legierung regelrecht wundersam zu sein, denn sie ist vollständig recyclebar. Dies ist ein wichtiger Vorteil dieses Materials gegenüber Alternativen, denn die weltweiten Zinkvorräte neigen sich mittlerweile rapide dem Ende zu. In Deutschland sind die Zinkreserven bereits er-schöpft, was wohl der wichtigste Grund dafür sein dürfte, weshalb die Recycling-Quote für Zinkschrott hier bei rund 90 % liegt. Zink ist besonders leicht zu recyclen, weil es eine sehr niedrige Schmelztemperatur aufweist (419°C).

Inwieweit Zink, das beispielsweise über die Regenrinnen in die Böden gelangen kann, zu einer Belastung werden kann, ist in Fachkreisen teilweise umstritten. Feststeht jedenfalls, dass Zink nicht nur notwendig für tierische Organismen ist, sondern auch ein natürlicher Bodenbestandteil. Bodenbelastungen können insofern erst auftreten, wenn der natürliche Zinkgehalt von 80 mg pro kg Boden deutlich überschritten wird. Dadurch wird das Pflanzenwachstum gestört. Die größte Gefahr in dieser Hinsicht dürften von daher wohl eher Abwässer aus der Industrie, dem Bergbau sowie Stäube aus Kraftwerken darstellen. Es bedarf aber auch weiterer Forschung in dieser Hinsicht.

Querverweise

Blech Dach

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