Tips für Übergang von Mauerwerk auf Holzständer

30.01.2022 Thommes

Tips für Übergang von Mauerwerk auf Holzständer

hi zusammen,
nach dem aufsetzen einer großen Flachdachgaube habe ich bei mir einen Übergang von Mauerwerk auf Holzbau und will diese Wand eben und vollflächig Verputzen lassen.
Putz ist Luftkalkmörtel von Solubel.
Mein Putzer meint ich solle den Absatz in der Wand (Mauerwerk ist ca. 20cm Dicker als der Holzbau) mit einer
Wandschale ausgleichen...welche möglichst nicht am Holzständer befestigt ist...
Also unten auf Mauerwerk dübeln und oben an die Konterlattung schrauben...
Damit könnte man die Bewegungen der Holzbauwand etwas reduzieren
die Wandschale mit einer lage OSB beplanken welche bündig mit dem Mauerwerk ist....darauf eine Rigipsplatte die ca. 50cm aufs Mauerwerk geht und dort flächig verklebt wird.

auf dem Rigips nur den Ober/ Feinputz

nun habe ich in den Kalkputzregeln gelesen das Rigips eher ungeeignet ist.....man solle eher Gipsfaserplatten ( Fermacell )nehmen.

gibts noch eine andere Variante mit der ich die zu erwartenden Risse minimieren kann ?
oder zur Sicherheit noch eine Lage Ziegelrabitz auf die Fermacell und dann komplett 3-schichtig verputzen ?

Sicherlich wäre eine gewollte kante oder Absatz in Sachen Risse wohl besser...aber das gefällt mir halt absolut nicht.


hat jemand nen anderen Vorschlag ?

gruß
thomas



noch ein bild


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zum besseren Verständnis



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noch eins



Re: Tips für....



Hallo Thommes,

jou, genau, Fermacell- halte ich auch für besser als GK-Platten, da die relativ wasserfest sind. Eine Haftbrücke musst du aber auf beiden Platten vorm Verputzen aufziehen. Die Fermacell kannst du aber auch "dick" verputzen, die Rigips nicht.
Alternativ könntest du aber auch einfach auf dem Absatz weiter hoch mauern. Z. B. mit Bims-Bauplatten. Dann hättest du eine "massive" Wand, an der du später einfacher irgendwas aufhängen kannst.
Wenn du es unbedingt in Trockenbau machen willst, kannst du die Fermacell-Platte bündig mit der gemauerten Wand stellen, um keinen Versatz in der Oberfläche zu bekommen. So muss du den Putz auf der Wand unterhalb der Fermacell-Platte nicht so dick aufziehen. Wenn du die "Nahtstelle", d. h., den Übergang von Mauerwerk zum Trockenbau, mit einem 20 cm breiten Streifen Ziegeldrahtgewebe überspannst, reicht das um Risse zu verhindern. Das Ziegeldrahtgewebe kannst du ja an der Trockenbauwand antackern, da du eine OSB hinter der Fermacell hast und am Mauerwerk mit Heraklithnägel in den Fugen nageln. Ich bette es immer noch zusätzlich in Lehmkleber (Claytec) oder Kalk-Haftputz (Hessler HP14) ein.

Aus deinen bisherigen Beiträgen interpretiere ich, dass du ein "Fan" von Solubel-Putzen bist. Probier mal die Hessler Kalkputze. Die sind viel preisgünstiger und m. M. n. mindestens genauso gut. Mein Favorit ist der Kalkleichtputz HP9L. Der ist zwar eigentlich für Leichtmauerwerk gemacht, ich verwende ihn aber "universell" weil er recht elastisch ist/bleibt. Was zu weniger Rissprobleme gibt. Gerade auf altem und Mischmauerwerk, bis hin zu Bruchsteinwänden mit ihren extrem unterschiedlichen Putzdicken. Außerdem finde ich dass sich die Hessler-Putze einfacher Verarbeiten lassen, wenn man sich "umgewöhnt" hat. (hatte vorher auch nur Solubel verarbeitet)

Gruß,
KH



ich dachte eher dran



die Wand dann komplett dick verputzen zu lassen...das man die gleiche Oberflächenstruktur hat.
würde sich halt auch anbieten ...lässt wich wohl arbeitstechnisch einfacher gestalten.

gedanklich war ich eher dabei die Fermacell-platte komplett mit Ziegelrabitz zu belegen...und das dann 20cm aufs mauerwerk gehen zu lassen.

Mauern glaube ich fällt eher weg.da ich auf der Linken Seite dummerweise nur ein sehr schmales stück ca. 7 -8cm) wand habe.

Ich bin bei Solubel gelandet weil ich dort sehr gut beraten wurde...ganz simpler grund.
ich habe ca. 25t. putz bei solubel bestellt und da habe ich einen sehr guten preis bekommen.

gibts einen tip von dir den ich meinem Verputzer geben kann bezüglich einer speziellen Eigenschaft von den Solubel -produkten ?

gruß
thomas



Re: ich dachte eher dran



"ich dachte eher dran die Wand dann komplett dick verputzen zu lassen...das man die gleiche Oberflächenstruktur hat." Was meinst du damit? Den Satz verstehe ich nicht.
Wenn du die Fermacell-Platte ca . 20 cm auf (= vor) die Wand klebst, trägt die doch schon 12 - 15 mm auf. Dem entsprechend wird auf der Platte der Putz um diese 12-15 mm dünner als auf der Wand darunter. Genau deshalb war mein Vorschlag die Fermacell vorderkantebündig AUF die Wand zu stellen, um eben den Versatz der Plattendicke nicht zu haben. Nur die Fuge zwischen Platte und oberster Steinreihe wird mit einem 20 cm breiten Rabbitzstreifen überspannt (10 cm auf die Platte, 10 cm auf das Mauerwerk), damits da keinen Riss gibt. Den Rabbitz kannst du im Unterputz einbetten, damit er nicht zusätzlich aufträgt.

"....gedanklich war ich eher dabei die Fermacell-platte komplett mit Ziegelrabitz zu belegen....."
Das halte ich für unnötig (und viel zu teuer). Wenn wir z. B. in einem Bad eine Montagevorwand aus Fermacell dick verputzen (z. B. weil sie in einer Flucht mit einer Wand ist), ziehen wir auf die Platte als erstes eine Lage Klebemörtel in einer 6 mm Zahnung auf (Fliesenkleber tuts auch). An diese Zahnung kann man dann den Kalkputz dick "dran hängen". Das hält bomenfest. Da brauchts kein vollflächiges Putzträgergewebe/Ziegelrabbitz. Die Fermacell werden vorher an den Stößen mit einander verklebt statt verspachtelt (kleben hält besser und geht viel schneller als das nachträgliche Verspachteln).

Besondere Tips zu Solubel-Putzen habe/kenne ich keine. Ich mag sie halt nicht, weil sie sich beim Abziehen und "Nacharbeiten" mit dem Blech sehr schnell ziemlich fest verdichten. Die Hessler-Putze sind da viel "sämiger". Leichte Buckel oder Dellen lassen sich bei denen einfacher ebnen.
Abgesehen davon sind die Hessler-Putze um Einiges preisgünstiger. Und mein Vorteil ist noch, dass ich direkt ins Werk fahren und abholen kann. Was mir auch noch die Frachtkosten spart.

Gruß,
KH



sehr sauber



Hallo Thommes,

das sieht ja sehr sauber und ordentlich aus.
Man könnte die Fermacellplatte doch auch bis runter ziehen. Dann gäbe es überhaupt keinen Absatz...

Wenn ich das richtig sehe, wird die Dampfbremse bei dir an den Fenstern dicht verklebt, damit keine warme Luft dahinter ziehen kann, um aus zu kondensieren.
Wie machst du die Fensterfugen außen gegen Schlagregen und Wind dicht? Da gibt es ja eine Holzkonstruktion in welche die Fenster eingebaut wurden. Ist es noch Stand der Technik nur nach innen abzudichten und außen einen gewissen Luftaustausch zuzulassen? Ich frage, weil ich in meinem Fachwerkhaus die Holz-Fenster mit Montageband eingebaut habe, die Winddichtigkeit aber zu wünschen übrig lässt und ich überlege, dort mit Mineralwolle nachzustopfen. Da kein Bauacryl zum Einsatz kommen soll, fand ich die Anregung sehr sympathisch, die Lücken mit Montagelehm auszuspritzen.

Wie ist dein Wissensstand bzw. kann einer der Mitleser was dazu sagen?

Viele Grüße

Karl



danke schonmal



an karl heinz...
ich werd das so machen wie du vorschlägst...fermacell bin zu mauer..dann ein streifen rabitz drüber.
den rest vom fermacell werd ich mit einer gekämmten schicht klebemörtel abziehen.

im Erdgeschoss habe ich noch ein paar wände aus geklebten Kalksandsteinen gemauert...da hat mein putzer gesagt das ich da auch so eine gekämmte schicht aufziehen soll....da der geklebte KS Stein sehr glatt ist und keine mörtelfuge hat....da hat er angst das der putz nicht ordentlich hält....vom aufbrennen auf dem KS mal ganz abgesehen.

bezüglich meiner luftdichtigkeit habe ich keine probleme..
habe meine fenster ganz normal außen mit Kompriband ( schlagregendichtigkeit) und innen mit einem Putz anschlußband ( luftdichtigkeit) montiert.
..wobei ich sagen muss das außen am haus noch Dämmung + pro clima fassadenbahn und eine Holzfassade montiert ist....die fassadenbahn wird ja auch nochmal verklebt.

es kommt halt drauf an wie die fugen am Fachwerk beschaffen sind...vielleicht zieht es woanders rein.
bei mir is das gebälk neues KVH...glatt gehobelt und eben.....
altes fachwerk hat eine andere oberfläche....dementsprechend muss man beim abkleben noch zusätzlich dichtmittel aus der tube verwenden.

gruß



Danke



Danke Thommes für den Kommentar.
Beim Fenstereinbau muss ich doch noch genauer hinschauen. Als es am Wochenende stürmte, zog es noch mächtig durch die Fugen...


Gruß Karl



@Thomas + Karl



Hallo Thomas,
um die KS-Steine gegen das Aufbrennen etwas abzusperren, könntest du sie entweder auch einmal vollflächig dünn mit dem Kleber spachteln und dann die Zahnung drauf kämmen, oder sie (und evtl. die Fermacell gleich mit) mit einer gekörnten Grundierung (Claytec Die Rote, oder Betonkontakt) streichen, damit sie nicht so arg saugen.

Hallo Karl,
Fenster werden nach innen hin luftdicht abgeklebt, damit keine Luftfeuchtigkeit in die Leibungsdämmung zieht, nach außen hin nur wind- und schlagregendicht, aber nicht luftdicht abgedichtet (Kompriband), damit eingedrungene Feuchte nach außen hin raus verdunsten kann.
Weil du schreibst: "genauer hinschauen". Heute habe ich wieder an einem Fenster gearbeitet, an dem das Kompriband an den Ecken des Fensterrahmens ein paar mm zu kurz abgeschnitten wurde. Schau mal da nach, das sind ganz oft die Stellen wo es undicht ist.....beim Einbau gepfuscht wird.....
Manchmal wird auch zu dünnes Kompriband verwendet, dass nicht weit genug aufquillt, wenn die Montagefuge sehr breit ist. Wenn die Fenster zwischen alten, krummen Fachwerkbalken eingabut werden, sollte man das Kompriband auf die äußere Kante des Fesnterrahmens kleben, dann hat man noch ca. 1/2 - 2/3 der Rahmendicke an Platz um die Fuge zusätzlich von innen bis ans Kompriband mit Hanf auszustopfen.
Wenn im Holz sehr breite Risse sind, kann man versuchen diese auch mit Hanffasern auszustopfen, oder, vorm Stopfen mit Lehm zu schmieren und so gut es geht verpressen.

Gruß,
KH



Lehm



@KH @thommes
danke für die Hinweise. Bei mir sind die Fachwerkbalken nicht wirklich rechtwinklig sondern zum Teil an den auslaufenden Enden verrundet, weil der Baum wohl zu dünn war...
Vermutlich war das Material knapp und die Menschen glücklich, überhaupt bauen zu können.

Und ja, obwohl ich ziemlich stark aufschäumendes Kompriband genommen habe, war mein Eindruck bei dem Sturm, dass die Winddurchlässigkeit deutlich zu groß war.
Wenn ich es richtig verstehe, würdest du (KH) auch nachstopfen mit Hanf o.ä. und dann die Fugen mit diesem Klebe-Lehm zu machen.
Für mich war das eine Neuigkeit, dass es für diese Bauwerke einen Bau-Acryl-Ersatz gibt, da man sonst die Wände wohl nie dicht bekommt.

Gruß Karl



Re: Lehm



Hallo Karl,
du schreibst: "Wenn ich es richtig verstehe, würdest du (KH) auch nachstopfen mit Hanf o.ä. und dann die Fugen mit diesem Klebe-Lehm zu machen."
Mmmmh, ich bin mir nicht sicher ob du mich richtig verstanden hast ????
Ich meinte es so: Auf der Außenkante des Fensterrahmens sitzt in der Montagefuge (zwischen Rahmen und Fw-balken) das Kompriband. Dahinter, Richtung innen, kann man dann die Fuge noch zusätzlich bis zur Innenkante des Rahmens mit Hanf ausstopfen. Dann kommt von innen die luftdichte Abklebung auf den Rahmen über die gestopfte Fuge, an den Balken.
Manchmal kommt es vor dass in den Balken große, evtl. diagonale Risse sind, die bis ganz nach innen oder ganz nach außen verlaufen und dadurch entweder das Kompriband nach außen hin, oder die Abklebung nach innen hin undicht wird. In dem Fall kann man diese Risse mit Hanf und/oder Lehm, oder einer Mischung aus beiden (je nach Größe der Risse) zu stopfen und Balkenoberflächebündig verstreichen ("verschmieren"). Damit es nach aussen hin winddicht und/oder nach innen hin luftdicht wird.
Ich sage nicht, die Montagefuge selbst mit Lehm oder Hanf-Lehm zu verschliessen. Dazu sollte nur Hanf verwendet werden, da der elastisch bleibt und "Bewegungen" mit macht, ohne dass es Abrisse an den Flanken (zum Rahmen oder zum Balken hin) gibt.

Gruß,
KH



Also innen



Hallo KH
dann hätte ich das falsch gemacht, denn ich meinte, von außen mit Hanf und Lehm nachzuarbeiten.
Also bleibt von außen das Kompriband mehr oder weniger sichtbar und soll den Schlagregen etc. abhalten.

Danke für den Tip!

Gruß Karl



Re: Also innen



"Also bleibt von außen das Kompriband mehr oder weniger sichtbar und soll den Schlagregen etc. abhalten."
Ich finde nein, weil das sieht meistens besch...eiden aus. ;-)
Ich habe auch schon live zugeschaut, wie sich Vögel das Kompriband stückenweise geholt haben. Das war lustig anzusehen, wie sie sich abgemüht haben kleine Fetzen raus zu zupfen. Das "Loch" im Band war dann nicht mehr so witzig.....
Kannst du nicht wenigstens eine Deckleiste o. ä. vor die Fuge, sprich, das Kompriband setzen?

Gruß,
KH




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