Fünf Tipps für die Wasserschadensanierung bei Fachwerkhäusern

Wasserschaden

Ein Wasserschaden kann schon bei Ein- oder Zweifamilienhäusern ein großes Problem darstellen. Zieht jedoch in Fachwerkhäusern Wasser in Wände oder Zwischendecken, kommen noch eine Reihe weiterer Faktoren hinzu, die es zu beachten gilt. Die Experten vom Trocknungsfachbetrieb Michael Grübel verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Gebäudetrocknung und bieten Geschädigten nützliche Tipps, was im Falle eines Wasserschadens in Fachwerkhäusern zu beachten ist.

Austrittsstelle orten und abdichten

Manchmal ist es ganz einfach: eine defekte Spülmaschine, ein gerissener Siphon oder eine übergelaufene Badewanne lassen sich als Quelle des Wasserschadens leicht feststellen und beheben. Eine in der Wand verlaufende, undichte Wasserleitung oder ein Leck auf dem Dachboden sind hingegen weit schwerer zu lokalisieren. Auch die Menge an eingesickertem Wasser lässt sich nur schwer messen. In diesen Fällen müssen Sie zwangsläufig auf einen Fachbetrieb zurückgreifen, der mit speziellen Messinstrumenten und Kameras in der Lage ist, diese Leckagen aufzuspüren und sicher zu schließen.

Das Wasser ist der Feind

Wasser kann erheblichen Schaden an der Bausubstanz anrichten, besonders wenn es in großen Mengen und über einen längeren Zeitraum eindringen kann. Mögliche Folgenschäden sind:

  • Ausblühen: Dringt das Wasser ins Mauerwerk, löst es Mineralien und Salze aus dem Stein. Diese kristallisieren auf der Außenseite der Wände und lassen einen unschönen, meist weißen Schleier zurück. Solche Ausblühungen sind allerdings weder für Mensch noch Bausubstanz schädlich und lassen sich in der Regel mit einer Bürste leicht entfernen.
  • Modergeruch: Eines der ersten Anzeichen für einen Wasserschaden ist oft ein unangenehmer Geruch, der sich besonders bei geschlossenen Fenstern intensiviert. Dieser rührt vom Schimmelpilz her, der sich auf feuchten Wänden oder Böden bildet. Schimmel wird man in der Regel nur los, wenn die Quelle gefunden und erfolgreich saniert wird. Besonders dann, wenn sie offensichtlich keinen Schimmelbelag entdecken können, sollten Sie umgehend einen Fachmann kontaktieren, da sich der Pilz auch in den Wänden oder zwischen Wand und Tapete ausbreiten kann.
  • Schimmelpilzbefall: Bereits nach kurzer Zeit bildet sich an feuchten Stellen eines Hauses Schimmelpilz. Je nach Ausbreitung und Entwicklungszustand des Schimmels können dadurch erhebliche gesundheitliche Gefahren für die Bewohner entstehen und sich auch negativ auf die Bausubstanz selbst auswirken. Wer meint, Schimmel mit den im Handel erhältlichen Produkten bekämpfen zu können, erlebt leider nur zu oft, dass dies ein Kampf gegen Windmühlen ist. Denn bei echtem Schimmelbefall kann nur ein Experte wirklich helfen, den Schaden begutachten und angemessene Sanierungsmaßnahmen empfehlen und in die Wege leiten.
  • Hausschwammbefall: Diese Pilzart ist aus zwei Gründen gefährlich. Zum einen ist er relativ widerstandsfähig und überlebt auch bei geringer Feuchtigkeit. Zum anderen frisst er sich in Holz und zerstört das Material im Laufe der Zeit. Besonders Fachwerkhäuser sind gefährdet, da deren Bauweise oft eine ausreichende Luftzirkulation am Holz verhindert. Befällt der Hausschwamm die Decken und beginnt, die Balken aufzulösen, kann das schnell dazu führen, dass ein Fachwerkhaus einsturzgefährdet ist und geräumt werden muss.
  • Trocknen mit Verstand

    Eine Trocknung der vorhandenen Bausubstanz macht nicht in jedem Fall Sinn, auch wenn Trocknungsbetriebe dies gerne so darstellen. Je nach Baumaterial und Schichtkonstruktion der Wand oder Decke ist eine erfolgreiche Trocknung sogar vollkommen aussichtslos. Bei kleineren Wassermengen und der richtigen Wandbeschaffenheit hingegen kann auch gründliches Lüften im Sommer oder Heizen im Winter schon vollkommen ausreichen. Hilfreich ist es hier in jedem Fall, auf einen Sachverständigen zurück zu greifen, der die Bausubstanz untersucht und unabhängig das weitere Vorgehen abstimmt und begleitet.

    Lehm ist das Problem

    Was die meisten Trocknungsfachbetriebe gern übersehen, ist die Tatsache, dass in vielen Fachwerkhäusern Lehm verbaut ist. Dieser hält Feuchtigkeit relativ lange und lässt sich auch nicht so einfach mit modernen Maschinen trocknen. Ist der Lehm auch nach dem Trocknen im Inneren noch feucht, gibt er die Nässe an das Holz ab und der Schimmelpilzbefall kehrt nach kurzer Zeit wieder zurück. Gerade wenn die Lehmschicht viel Wasser aufgenommen hat, hilft es oft nur noch, sie komplett zu entfernen und durch eine trockene zu ersetzen.

    Versicherung

    Oft sind Versicherungen schnell mit einfachen und insbesondere kostengünstigen Lösungen zur Stelle. Diese sorgen in aller Regel jedoch nicht dafür, dass die ursprüngliche Bausubstanz erhalten bleibt. Schauen Sie in Ihre Vertragsunterlagen und finden Sie heraus, in welchem Umfang ihre Versicherung selbstständig bei Ihnen sanieren darf und in wie weit Sie Mitspracherecht haben. Meist dürfen Versicherungen Sanierungsmaßnahmen nämlich keineswegs nach eigenem Ermessen durchführen. Schließlich ist es immer noch Ihr Haus. Ziehen Sie in jedem Fall einen Sachverständigen hinzu, der den Schaden und die Möglichkeit der Sanierung unabhängig beurteilten kann.

    Auch wenn ein Wasserschaden meist ein schlimmes Erlebnis ist, so kann die unsachgemäße Behandlung besonders in einem Fachwerkhaus schnell dazu führen, dass das Gebäude umfassend saniert werden muss oder im schlimmsten Falle gar nicht mehr bewohnbar ist – der Worst Case! Wenden Sie sich also rechtzeitig an einen Experten, so beugen Sie Folgekosten und jahrelangem Ärger im Falle eines Wasserschadens am ehestens vor.



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