Tipps Fachwerkhaus-Besichtigung

20.02.2019



N‘Abend zusammen!
Mein Freund und ich sind auf eine sehr interessante Immobilie gestoßen, Fachwerkhaus von 1760 im Grünen mit Scheune - eigentlich unser Traum :-) Am Samstag findet die Besichtigung statt.

Die Immobilie befindet sich in einem stark renovierungsbedürftigem Zustand, teils haben die Räume nur einen Holzofen. Die Fassade ist noch mit Etenitplatten behangen.

Meine Frage ist, wenn wir nach der Besichtigung weiterhin Interesse haben, welche Dinge sollte man bei einem so alten Fachwerkhaus von einem Gutachter/Sachverständigen/Architekt untersuchen lassen?
Sowas wie Dachstuhl, Zustand Fachwerkbalken...?
Was sollten wir dann beachten? :-)

Nach Preisen frage ich hier nicht, das kann mir sowieso niemand pauschal beantworten ;-)
Aber auf Grund des Zustands ist es ziemlich günstig zu erwerben und wir haben Hoffnung, dass unser Budget dadurch ggf. für die Sanierung ausreichen könnte.

Lieben Dank vorab!



Fachwerk-Schnäppchen



Um es einmal drastisch zu formulieren: was Sie am Kaufpreis einsparen, müssen Sie später um ein vielfaches in die Instandsetzung/Sanierung/Modernisierung investieren, wenn Sie mehr planen als eine oberflächliche Verschönerung und ein Einrichten auf dem Wohnstandard von 1919.

Wenn Sie die Immobilie interessant finden, weil Ihnen der günstige Kaufpreis suggeriert, das Sie mit einem geringen Budget die Aufbauarbeiten finanzieren können, sollten Sie Abstand davon nehmen. Die Sanierung eines Fachwerkgebäudes in schlechtem Erhaltungszustand kommt von den Baukosten mindestens denen eines vergleichbar großen Neubaues gleich.

Nehmen Sie bei der 2. Besichtigung unbedingt einen fachwerkerfahrenen Architekten oder Bauingenieur mit, der Ihnen nach dem Ortstermin einen realistischen Kostenrahmen nennen kann.



Nunja,



entscheidend ist Fachkompetenz bei der Besichtigung und anschließender Planung. Ein höherer oder hoher Preis ist keinesfalls ein Garant dafür, dass sie auch ein Haus im guten Zustand bekommen werden. Nicht selten sind FWH in ungeeigneter Weise saniert worden, selbst auch mit Begleitung von Architekten oder anderen "Fachleuten", oder der VK läßt sich das überalterte Badezimmer von 1995, nebst neuen Plastefenstern und Laminat auf Trockenestrich über dem Fehlboden , zerlöcherten Dampfsperren hinter Gipskarton etc. teuer bezahlen. Mir persönlich sind Objekte auf dem Stand von vor 100 Jahren gegenüber "sanierten" Häusern am liebsten, denn dann tut es nicht weh wenn man das Objekt nach eigenen Vorstelllungen saniert, es ist ja nichts vorhanden. Fachgerechte Sanierung natürlich vorrausgesetzt! Selbst die nötige Kompetenz zu haben/zu erlangen und die richtigen Handwerker/Fachpersonen zu finden ist m.E. das größte Problem . Vielleicht fragen sie mal bei Hr. Rüppke aus Hannover nach ob er sie bei der Begutachtung unterstützt: www.holzfragen.de
Über die IG-Bauernhaus lassen sich auch ganz gut Kontakte zu kompetenten Helferlein knüpfen.
Gruß
Det



Sehe ich auch so..



Ein ungehübschtes Fachwerkhaus ist mit Sicherheit die bessere Wahl, da hier die Probleme ungeschönt zu Tage treten.

Ich schliesse mich aber unbedingt meinen Vorredern an, die Sanierungskosten können und werden erheblich sein. Es gibt einfach Gewerke, die sollte man von Profis durchführen lassen und wenn man das Haus auch ästhetisch bsw. mit Sprossenfenstern ausstatten will, ist das auch keine Baumarktware..

Die Begeisterung für ein altes Haus und das Gefühl selbst Hand anlegen zu können, ist eben nur die eine Seite..

Man muss sich auch im klaren sein, möglicherweise Jahre auf einer Baustelle zu leben und sehr viel Zeit nur mit diesem Hobby zu verbringen... ;-)

Zudem finden sich trotz Voruntersuchungen immer Stellen die dann doch einen höheren Aufwand benötigen.

Also von der Begeisterung nicht völlig übernehmen lassen, am besten gute Freunde und Fachleute mit zur Besichtigung nehmen..

Aber wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind und nicht jeder Euro dreimal umgedreht werden muss, dann ist es toll ein altes Fachwerhaus zu sanieren :-))

Gruß
Ralph



Besichtigung



Hallo,

Wir sind auch gerade dabei ein Fachwerkhaus von 1779 zu kaufen und haben mehr oder weniger keine Erfahrung...Wir haben im moment noch ein Steinhaus was wir saniert haben..
Erst war nur der Plan nach einen neuen Haus da, da wir hier zu abgelegen wohnen, .

Ein Fachwerkhaus war auch immer unser Traum. Mein Mann ist Maurer und Fliesenleger und somit handerwerklich nicht unbegabt...
Wir hatten bei unseren 2.tenBesichtigung auch einen Fachmann mit(als Ansprechpartner sollte man immer einen in der Hinterhand haben)
Natürlich sollte es jemand sein der auf Fachwerkhäuser spezialisiert ist..
Normalerweise wissen die worauf sie achten müssen,(mit Überraschungen muss man aber immer rechnen.).
Bei der Erstbesichtigung würde ich auf jeden Fall auf den Geruch im Haus achten..WIr sind in Häusern gewesen
da roch es schon feucht und schimmlig, das war für uns dann gleich erledigt..Viele Makler/Eigentümer machen auch vorher alle Fenster auf, weswegen wir dann meist schon 20min vor den Termin beim Haus waren;-)...
Vielleicht gibt es auch Stellen wo man hinter die Fassade gucken kann??
Achtet auch auf die Bodenbeläge? Wir hatten es in 3 Häusern da waren Vinylplatten verklebt, die sind meist asbesthaltig und hätten von Fachfirmen entfernt werden müssen. Sehr teuer..
Eine asbesthaltige Fassade darf oft(ich glaube das ist Bundeslandabhänig) selber entfernt werden, wenn man sich an bestimmte Vorgaben hält

Wir haben sehr lange überlegt ob wir ein Stein oder Fachwerkhaus kaufen,ein Fachwerkhaus ist doch was ganz anderes ...
Unser Haus ist auch erstmal ein Schäppchen, aber wir müssen auch etwas mehr als den doppelten Kaufpreis wieder reinstecken, und das fast nur an Materialkosten (nur die Heizungsanlage und Elektrik wird von Firmen gemacht) Wir möchten da aber auch nicht am falschen ende sparen da wir vorhaben dort fürden rest unseres Lebens zu verbringen :-)

Etwas Bauchschmerzen sind auch dabei, trozdem freuen wir uns drauf, denn wenn alles klappt wirds ein sehr schönes Haus....
.



Danke schonmal :-)



Für die ganzen Rückmeldungen. Wir sind weder reich noch risikoverrückt, daher werden wir definitiv einen Fachmann mit ranziehrn, sollte es ernster werden :-)

Bzgl. Der Kosten, würde ich grob auf bestimmt 200.000€ Schätzen. Da wir handwerklich unbegabt sind, müssen viele Handwerker ran. Asbest Platten, Dach, Aufarbeitung Fachwerk, Fenster, sämtliche Leitungen, Heizung... das dürften die größten Aufwendungen sein.

Mir ging es nur erstmal darum, welche Dinge bei einem so alten Haus besonders zu beachten sind - den finanziellen Ruin möchten wir vermeiden ;-)

Danke an alle ???