Tiefengrund und Farbe auf Lehmputz

19.04.2021 Bob


Hallo, wir haben ein neues Fachwerkhaus gebaut und wollen jetzt die Wände gestalten. Wie ich das schon raus gelesen habe, muss Tiefengrund und Farbe dispersionsoffen sein, damit die Lehmwand darunter atmen kann. Als Wandfarbe haben wir uns für "Schöner Wohnen Naturell" entschieden. https://www.schoener-wohnen-farbe.com/de/produkte/naturell/
Produktbeschreibung: Hochdeckende Dispersions-Silikat-Wandfarbe für innen, die ... auf Konservierungsmittel verzichten kann... SCHÖNER WOHNEN Naturell verbindet sich durch Verkieselung mit mineralischen Untergründen und schafft durch ihre besonders hohe Wasserdampfdiffusionsfähigkeit (Atmungsaktivität) ein angenehmes Wohnraumklima. Frei von gesundheitsschädlichen Emissionen sowie Weichmachern und Lösemitteln. SCHÖNER WOHNEN Naturell ist leicht zu Verarbeiten und kann vielfältig verwendet werden, z. B. auf Raufaser- und Prägetapeten, alten, matten Dispersionsfarbenanstrichen, Kunstharzputzen sowie Mauerwerk, Putz und Beton.

Ist diese Farbe grundsätzlich für Lehmputz geeignet? Und welchen passenden Tiefengrund kann ich dazu nehmen?

Danke für die Antworten Bob



Diffusionsoffen



heißt das und nicht dispersionsoffen. Du wirst doch auf Deinen Super Lehmputz nicht diese Chemiepampe mit den Werbefallen schmieren. Auf Lehmputz paßt am besten Lehmfarbe oder Sumpfkalkfarbe z.B. von Kreidezeit.



Silikat-Wandfarbe auf Lehmputz



Hallo Bob,

kannst du mal einen Link zu den techn. Datenblätter der Schöner-Wohnen-Farben hier einstellen?
Mich würde interessieren was die unter "Dispersions-Silikat-Farben" verstehen.
Auf der website gibts nur bunte Bilder, aber keine Infos......warum nur???.....

Wenn du ein bischen in die Zukunft denkst, dann lass es mit SIlikatfarben auf Lehmputz!
Silikatfarben, egal ob mit "Dispersion-" oder ohne verkieseln mit dem Untergrund. D. h., sie gehen eine unlösbare chemische Verbindung mit dem Lehmputz ein.
Dadurch wird die Oberfläche des Lehmputzes steinhart und ist nicht mehr wasserlöslich. und zwar so tief wie die Farbe bzw. deren Lösungsmittel (Wasserglas) eingezogen.
Wenn du den Putz irgendwann mal reparieren musst, z. B. weil die Kids mit dem Bobbycar Löcher rein gefahren haben, kannst du ihn nicht mehr einweichen um die Oberfläche "unsichtbar" auszubessern. Die Stelle wird man immer sehen! (Gipsputz kann man schleifen, Lehmputz nicht)
Mit einem Anstrich mit diesen Farben würdest du diesen Vorteil des Lehmputzes verlieren.
Verwende am Besten Lehmfarben. Diese Farben sind mittlerweile so eingestellt dass sie auch nicht mehr kreiden. Man kann sie aber wieder einweichen.
Wegen der Farbauswahl schau mal hier:
https://www.claytec.de/de/produkte/feine-oberflaechen/clayfix-lehm-anstrich_pid2831
oder hier: https://www.conluto.de/Lehmfarben.400.0.html
Oder wenn es was ganz edles sein darf:
https://www.claytec.de/de/produkte/feine-oberflaechen/yosima-lehm-designputz_pid6
https://www.conluto.de/Lehm-Edelputze.398.0.html
https://www.tierrfino.de/
Und völlig abgefahrene Oberflächendesigns gibts hier: https://www.lesando.de/

Wobei die Claytec und Conluto-Farben aus reinem farbigem Ton/Lehm bestehen, ohne irgendwelche zusätzlichen Pigmente, außer den Blautönen (Ultramarin-Pigmente).

Zur Grundierung von Lehmputz kannst du eine Kaseingrundierung (z.B. von Kreidezeit) streichen,
oder verdünnte Lehmfarbe, was bei hellen Farbtönen den Vorteil hat, dass der braune Lehm schon aufgehellt wird.



Zur eigentlichen Frage,



Muss ich sagen, dass eine dispersions- Silikatfarbe grundsätzlich auf Lehmputz als Anstrich verwendet werden kann, mit einem Tiefengrund auf Silikatbasis. Der dispersive Anteil macht das Material etwas weicher als eine reine Silikatfarbe, deren schon beschriebene Härte gern zu Rissen und Abplatzungen führt. Allerdings verringert die Dispersion auch die Diffusion, treibt die Kosten in die Höhe und verschlechtert die Reparatureigenschaften. Die einzigen Vorteile sind die höhere Abriebfestigkeit und die für Laien oft entscheidende, aber nur scheinbar bessere Verarbeitbarkeit. Die bereits angesprochenen Hersteller bieten erstklassige Produkte ohne Dispersion und mit trotzdem besten Eigenschaften an, das sollte man sich auf jeden Fall vor der Kaufentscheidung gründlich ansehen.



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Forenregeln lesen und beachten



bezüglich des ungehobelten Kommentars zur Lehmfarbe möchte ich darauf hinweisen, dass Verunglimpfungen und unsachliche Beiträge hier nichts zu suchen haben.

Ich hatte mich auf bestimmte Hersteller und deren Produkte bezogen, bei denen ich sicher bin, dass die sie eben kein "verflüssigter Dreck" sind.



Achtung Forentroll



hat schön häufiger seltsame Kommentare hinterlassen.



Danke schon mal



Vielen Dank für die Antworten soweit. Ich hatte bis jetzt schon ein paar mal Wände gestrichen vor bzw. Nach dem Umzug, allerdings mit Lehmwänden bis jetzt nichts am Hut, weswegen ich auf diesem Gebiet ein absoluter Laie bin. Danke für die Hintergrundinfos, was mit dem Lehm passiert, wenn die "falsche" Farbe drauf kommt.

Ich habe mal Schöner Wohnen mal angeschrieben, um zu fragen, was deren Einschätzung zur Kompatibilität Ihrer Farbe und Lehmputz ist. Bis jetzt noch keine Antwort.

Ich werde mich jetzt mal auf den oben genannten Seiten nach einer passenden Farbe umschauen. Von anderen Farbmischwerkstätten kenne ich es, dass man dort Farbtöne auslesen lassen kann und sich dann genau diesen Farbton anmischen lassen kann. Geht das bei Lehmfarbe auch oder muss die immer vor Ort aus Pulver selbst zusammengeführt werden?

Apropos Pulver, ein Freund hat mir angeboten seine Reste zu überlassen. Es handelt sich dabei um Tüten mit einem Pulver von Kreidezeit-Lehmfarbe. Kann das Produkt überlagern?

Gruß Bob



Re: Danke schon mal



Du schreibst: "Ich werde mich jetzt mal auf den oben genannten Seiten nach einer passenden Farbe umschauen." und stellst dann weitere Fragen.
Bitte schaue dich auf den genannten Seiten nicht nur nach Farben um, sondern auch nach deren Produktdatenblätter und/oder Verarbeitungsanleitungen. Da stehen die Antworten zu deinen Fragen drin.
Auf Neudeutsch: "Learning-by-Doing" ;-)
Danke.
Gruß,
KH



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Gestank



Ist die Folge von mikrobakterieller Zersetzung der Zellulose, die ein zwar geringer, aber eben wichtiger Bestandteil aller geleimten Farben ist. Dabei entsteht Methan, welches unsere Nasen auf Hochtouren bringt. Die Hersteller verweisen üblicherweise auf das begrenzte Zeitfenster für die Verarbeitung. Eigentlich ein Zeichen dafür, dass eben keine chemischen Konservierungsstoffe zugegeben wurden.



Gestank, die Zweite



.....und der Anwender eben diese Herstellerhinweise bezügl. der Aufbewahrungszeit nicht beachtet hat.
Abgesehen davon kann es deswegen auch schon im Eimer zu Schimmelbildung auf der angerührten Farbe kommen.




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