Kennt jemand eine großformatige Dämmplatte mit aufgebrachter GK-Platte?

21.03.2013 D.Selle



Hallo,

mich interessiert, welches Produkt sich dahinter verbergen könnte.

Zulässiger Verwendungszweck (lt. Hersteller Knauf) sei die Innendämmung von Fachwerkwänden, Stärke ca. 55 bis 80mm, die Platten seien großformatig, ca. 60*250cm oder größer und werden auf die Wand geklebt. Vorteil sei die Zeitersparnis, dadurch das man mit dem GK eine "fertige" Oberfläche bekommt, die nur noch verspachtelt werden muß.
Dampfsperre sei nicht erforderlich.

Das ist alles an Infos die mir vorliegen.
Was ist evt. von dem System zu halten?

Kennt jemand einen Richtpreis für Material und Verarbeitung von einem mq IQ therm von Remmers?

Bitte keine Diskussion über vor- und Nachteile der iq-therm. Obwohl das sicher interessant ist und auch schon diskutiert wurde.

Vielen Dank

Detlef



wenn



Du zum System nichts wissen willst -Zeitersparnis ist nur für Firmen wirklich wichtig. 250 cm hohe Platten sind für ein
Fachwerkhaus nicht wirklich parktikabel. Viel zu groß !



Es dürfte sich...



... um das System "InTherm" von Knauf handeln, gibts es als 12,5-Platte mit ankaschierter Dämmung von 40mm bis 100mm, die Platten mit stärkerer Dämmung gibt es wahlweise auch mit integrierter Dampfbremse (sd=10m), dazu Laibungsplatten, Dämmkeile...

Eine mehr als raumhohe Platte hat den Vorteil, dass eine Fuge weniger entsteht --> Arbeitszeit und Material beim Spachteln.

Nachteile:
- jedes Plattenmaterial verursacht Fugen
- die Vermeidung von Hohlräumen in der Ansetzschicht ist nicht immer vermeidbar
- GK sowie EPS sind als Einzelwerkstoffe für Innendämmung im FW-Haus kritisch zu sehen
- GK und EPS (plus ggf. integrierter Folie) als Verbundwerkstoff sind kritisch zu sehen

Fazit:
--> Für ein "gesundes" FW-Haus eher ungeeignet.

Im Vergleich mit PUR-Platte heißt das Pest oder Cholera, Teufel oder Beelzebub, Armbruch oder Beinbruch...

MfG,
sh



Nachtrag



Aus Neugier habe ich jetzt nachgelesen. Der Hersteller (Knauf) gibt keine generelle Eignungsempfehlung für Fachwerk, wie sollte er auch?
Es gibt ein Berechnungsbeispiel, mit welcher Dämmstärke dieses System bei einem "durchnittlichen" Fachwerkaufbau auf den EnEV-konformen Wert von 0,35W/²K kommt. Ausdrücklich ausgenommen ist Sichtfachwerk.

MfG,
sh



Bitte keine Diskussion aber Krumm und schief hat was



So ganz kann ich den Ansatz nicht verstehen.
Über die Vorteile kapilaraktiver klassischer Baustoffe wie Lehm herrscht Einigkeit. Die Verarbeitbarkeit von entsprechenden Baustoffen ist heutzutage nicht mehr aufwendig oder problematisch. Selbst die Trockenzeiten sind durch entsprechende Lehmplatten oder andere Bauteile stark herabgesetzt. Die Möglichkeiten der Eigenleistungen sind enorm.

Natürlich sollen auch hier in einer Internetdiskussionsplattform immer wieder neue Baustoffe besprochen werden. Aber warum sollten dann hier Diskussionen darüber ausgeschlossen werden und warum soll man die offensichtlichen Nachteile nicht nennen.

Alles andere ist nur Schönrederei und verschleiert die Problematik, die man sich mit dem Einsatz dieser expandierten Kunststoffe einhandelt.
Mir wird nie ganz klar werden, warum man sich auf der einen Seite für ein Fachwerkhaus entscheidet aber auf der anderen Seite dieses mit "Plastik" zukleben will, damit es gerade ist.

Ich finde man sollte es klar aussprechen und deswegen sind für mich beide Baustoffe - iQ-Therm und InTherm - für die Innendämmung von Fachwerkhäusern, insbesondere in den Händen von Laien, nicht nur ungeeignet sondern für das Haus bestandsgefährdent.



Innendämmung



Die Rigithermplatten von Knauf sind Trockenputz, entwickelt für gerade, ebene Wandflächen im Massivbau. Zum Verkleben darf der Untergrund max. Ebenheitsunterschiede von ca. 10 mm aufweisen.Das heißt es muß ein ebener, tragfähiger Innenputz vorhanden sein, bei alten Fachwerkwänden eher die Ausnahme. Zum Verkleben empfehle ich das Buttering- Floatinmgverfahren. Die bei Trockenputz übliche Batzenverfahren zum Kleben ist bei Innendämmung nicht geeignet, da Hohlräume verbleiben.
Das System IQ- Therm von Remmers ist ebenfalls für ebene, geputzte Wandflächen im Massivbau gedacht. Auch diese Platten benötigen zum hohlraumfreien Verkleben ebene Wände.
Von der Dämmwirkung her ist es sehr gut (Lambda 0,031), aber auch teuer.
Vom Preis her können Sie mit über 100,- € pro m² für die Komplettleistung bei IQ Therm rechnen, das ist etwa das doppelte wie für Rigitherm. Bei Rigitherm ist der Vorteil das kein zusätzlicher Verputz nötig ist. Noch ein mineralisches Innendämmsystem wäre EPASIT, der Preis liegt grob geschätzt bei etwa 1,-€ pro mm Dicke. Das ist aber weniger als Dämmung geeignet sondern mehr als Schimmelbremse.

Wenn Sie Fachwerk innen dämmen wollen dann greifen Sie nicht zu Produkten die dafür nicht gemacht wurden.
Es gibt eine ganze Reihe von Systemen auf der Basis von Weichholzfasern die für diesen Zweck entwickelt wurden, nehmen Sie die.
Der Preis allein ist eben kein entscheidendes Kriterium.

Ich empfehle für Fachwerdinnendämmung (außer in Bädern) UDIinRECO von Unger- Diffutherm.

Viele Grüße

p.s. Ich sehe gerade die Anfrage kam nicht von einem Laien, deshalb hätte ich mir das mit dem zweiten Teil sparen können, tut mir leid, Detlef



Danke für die Info



Guten Morgen an alle hier und vielen Dank.

Ich möchte hier keinesfalls eine Diskussion über "moderne" Baustoffe beschneiden. Diese ist wichtig und Inhalt dieses Forums. Jedoch war es hier nicht mein Anliegen bezüglich der IQ therm von Remmers, zu der Knaufplatte gerne. Zu dem betreffenden Objekt hatte ich mein Angebot über Fenster erläutert und mit dem Bauherren über sein weiteres Sanierungskonzept gsprochen. Die Dämmung ist nicht für mein Haus bstimmt!
Die Planung dort macht ein Architekturbüro.
Mir wurden beide o.g. Systeme benannt als arbeitszeit- und damit kostensparend im Gegensatz zu den klassischen Methoden, wie z.B. die auf Holzweichfaser oder Leichtlehm etc. basieren.

Basiert die Knaufplatte auf Styropor (Hartschaum i.w.S.) mit GK oder gibt es dieses System auch mit Holzfaserdämmung?

Ich möchte für das nächste Treffen vorbereitet sein , da es gewiss erneut Thema sein wird.

Gruß
Detlef



Innendämmung



Soweit ich weiß nur mit Styropor oder mit Mineralwolle. Weichholzfaser würde dabei auch nichts nützen, denn der Vorteil der kapillaren Rückführung von Feuchte wird durch den GK verhindert. Das mit der Zeitersparnis stimmt, wenn wie gesagt großflächige, ebene Wände da sind. Ankleben, Fugen abspachteln, schleifen- das geht alles sehr schnell. Aaaber:
Angeklebt werden die Platten mit einem Material auf Anhydritbasis, nass werden darf also nichts. Bei einer Fachwerkaußenwand kann schon mal passieren das Wasser von außen in die Wand dringt. Das kann dann nicht nach innen verdunsten, dafür aber den Kleber aufweichen. IQ- Therm ist von den beiden Systemen das sichere, da hochkapillar aber wenig dampfdurchlässig. Aufgeklebt wird es mit einem systemkonformen mineralischen Kleber auf Zementbasis.
IQ- Therm ist wohl das beste was es zur Zeit an Innendämmungen gibt um z.B. die Betonwand einer weißen Wanne zu dämmen, der wichtigste Vorteil ist die realtiv geringe Dicke im Vergleich zur Dämmwirkung. Ich würde es im Massivbau einsetzen wenn es um jeden cm Raumverlust geht.
Versuch die Planer von UDIinRECO zu überzeugen. Das kostet nur halb soviel wie IQ Therm und ist trocken auch auf eine krumme, nicht vorgeputzte Wand zu montieren, ohne Traggerüst, nur mit Justierschrauben.