Erfahrungen mit Spülstein aus Terrazzo?

25.07.2012



Hallo Zusammen,

ich liebäugle mit der Anschaffung eines neuen Spülsteines aus Terrazzo, da diese so schön wuchtig und massiv anmuten. Allerdings habe ich Bedenken, ob dieses Material auch über die Jahre alltagstauglich ist. Alltagstauglich im heutigen Sinne. Dass ein derartiges Becken im Kern halten wird, daran habe ich keinen Zweifel, aber wie verhält es sich mit der Oberfläche, z.B. beim Agießen von kochendem Kartoffelkochwasser, dem Ausgießen von Kaffeebechern oder Obstsäften ... eben allem was in einer Küche an großen und kleinen Schweinereien anfällt. Oder ist ein Terrazzobecken eher als Zweitbecken fürs Auge zu empfehlen? Hat vielleicht jemand der Foristen konkrete Erfahrungen mit einem Spülstein aus Terrazzo? Über einen kurzen Bericht würde ich mich sehr freuen.

Mit Dank und freundlichem Gruß
Volker



Terrazzo...



... ist nach meiner Auffassung zunächst ein Art künstlicher Stein meist auf Zementbasis mit eher "hochwertigen" Materialien "veredelt" und anschließend poliert, der (fast) beliebig geformt sein kann... Das Material ist grundsätzlich seit der Römerzeit bekannt, meistens als Bodenbelag... Die Eignung als Spülstein ist durchaus gegeben, da das Material durch die Zuschlagsstoffe i.d.R. wenig Wasser aufnimmt und auch auf unterschiedliche ph-Werte und Wärmeeinwirkungen eher unkritisch reagiert...

Was verstehst Du denn unter Terrazzo, der Begriff ist wohl nicht geschützt?...

Ich selber kann keine Erfahrungen vorweisen, bin aber über meine "einfache" Edelstahlspühle in der Funktions- und Familienküche durchaus froh, da sie pflegeleicht ist... das wäre mit einem Terrazzo-Spülstein wohl nicht ganz so...

Eher was fürs Auge...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Terrazzo



Ich habe eine Spüle mit Arbeitsflächen rechts und links aus Terrazzo, also wirklich dem Zeug, was sonst als Bodenbelag etc. bekannt ist:

Man bekommt mit Ölbehandlung eine schöne und lebendige mattglänzende Oberfläche hin (im Gegensatz zu den Granitspülen mit hochglänzender, harter Oberfläche und diversen Kunstharz-?-gebundenen Materialien, die teilweise auch unter dem Sammelbegriff Terrazzo vermarktet werden, aber eher an einen bestimmten Grabsteintypen erinnern).

Nachteile: Die Oberfläche ist sehr empfindlich gegenüber chemischen Einflüssen. Die weißen Flecken vom Espressomaschinenentkalker waren nur halb so schlimm, weil sie sich mit vielen Wasser und Öl-Nachbehandlungen wieder entfernen ließen. Wirklich übel ist der Einfluss irgendwelcher Hardcore-Reinigungsadditive in den modernen Spülmittelkonzentraten, denn davon wird das offensichtlich kalkhaltige Bindemittel angegriffen, sodass die vormals glatte Oberfläche in der Spülmulde zusehends in Richtung Waschbeton mutiert. Inzwischen benutzen wir nur noch Spülmittel aus dem Bioladen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass es weniger schädlich ist. Wahrscheinlich wäre nur reine Echtseife dem Material zuträglich.

Es kann sein, dass ich die Spüle aus Unwissenheit vor allem unten in der Spülmulde, wo es meistens nass ist, nicht hinreichend durch Ölbehandlung geschützt habe, dass also somit der Fehler auf meiner Seite lag, aber derartige Dinge müssen halt beachtet werden. Rundum-sorglos geht anders.

Trotzdem ist das Material sehr schön und strahlt eine Art Lebendigkeit aus, die den modernen Spülen aus Edelstahl oder Kunststoff fehlt.





wir haben eine Spülstein aus Terrazzo, die Oberfläche ist matt.

Der Spülstein ist nicht geölt, das hätte m.E. auch keinen Sinn wegen des Gebrauchs von Seifen und heißem Wasser. Geeignete Pflegemittel gibt's aber schon (wie auch für die Fußböden)
Terrazzo ist gegen alle Mittel mit kalklösenden Eigenschaften nicht resistent (also alle höher konzentrierten Säuren, besonders Zitronensäure und spezielle Kalklöser). Die stumpfen Stellen kann man allerdings auch wieder auspolieren.
Sollte so etwas in den Spülstein gelangt sein möglichst rasch mit kaltem Wasser ausspülen.
Die Oberfläche ist nicht ideal glatt, so dass sich in den feinen Rissen und Löchern dunkle Ablagerungen bilden können.
Die kann man mit einer kräftigen Bürste im Zaum halten, ganz vermeiden lässt sich das nicht. Feine Scheuermittel sind kein Problem.
Das ist eben der Charakter des Kunststeins.

Vom Gebrauchswert finde ich den Spülstein super, insbesondere, weil man natürlich nicht dauernd irgendwelche Kalkränder wegpolieren muss.
Gegen heißes Wasser und alles, was man auch zu sich nehmen könnte (Essens- oder Getränke-Reste), ist der Terrazzo Spülstein mehr als ausreichend resistent.
Am besten zur Pflege ist eine einfache Seife, möglichst ohne irgendwelche Zusätze.

Wenn man etwas 'eher für's Auge' haben möchte, wäres wahrscheinlich eher ein Hochglanzspülstein von V&B geeigneter, den man dann aber auch ganz penibel sauber halten muss. Allerdings würde der sicher auch annähernd das dreifache kosten.

Wir sind damit sehr zufrieden.

Gruß Götz



Terazzobecken



Hallo,
es gibt in D zugelassene Becken für Labore. Aber auch Klinkerformsteine, welche mit passendem Zement versetzt werden.
Zu finden über Laborbedarfe, AR´s für chemische Unis oder Fabriken / Labore. U.U. über Datenbanken von Baulinks & Co.
Alte oder auf alt getrimmte lieber als Zusatzbecken, zwecks Reinigung und Hygiene. Die haben immer offene Poren oder offene Hohlräume sobald sie älter werden.
Götz hat natürlich recht. Einölen bringt nur Bakterien und Geruchsbelästigung.
Gruß Walter



Ölbehandlung



Mir wurde damals, als ich einen eigenen Thread zum Thema aufmachte, Steinöl empfohlen. Das hat sich insbesondere auf den rechts und links der Spülvertiefung liegenden Arbeitsflächen tatsächlich sehr bewährt. Geruchsbelästigung? Nee! Bakterien? Keine Ahnung! Wohl auch nicht mehr als auf einem geölten Schneidbrett aus Hirnholz. Für den Nassbereich im Spülstein wird Öl vielleicht nicht die Daueroption sein, aber auch Reinseifen, wie bei der klassischen Terrazzobehandlung schaffen durch Rückfettung eine einigermaßen geschützte Oberfläche mit mattem Glanz.



Schneidebrett



dieser Vergleich ist sehr gut. Holzbretter darf man nicht mit industriellen u.a. oblichen Reinigungsmitteln reinenigen. Wegen der giftigen Inhalststoffen.
Wenn es zu unhygienisch wird, schmeißt man es weg, Kompostiert oder verbrannt es.
Nicht nur für Tonböden und Holztischplatten sind Olivenölseifen das beste - seit etwa 2 - 4 tsd. J.. Sondern auch für uns. Verwendet man aber einmal den besten Bioreiniger des angesagtesten Herstellers, sind die historisch garantierten Eigenschaften passe.
Bewtrachten wir Produkte. Steinöl ist ein freier Produktbegriff. Und es wird industriell hergestellt, könnte z.B. Reste von Petroleumprodukten enthalten. Oder andere, in der Mischung unverträgliche Stoffe.
Auro kam mir noch nie ins Haus. Aber die Ökogemeinde ist eben so streng gläubig wie Katholiken. Nicht einmal der verdeckte Skandal mit den giftigen Citrusölen konnte sie erschüttern. Wen stört´s, daß z.B. die hochwertigsten und teuersten Wachse von Auro seit Anbeginn wertlos waren? Die Citrusöle machten die hochwertigen Wachse miderwertig.
Orginale Olivenölseife gibt´s in Reformhäusern. Für 5 € je 250 Gramm, aus Damaskus. Einkauf auf einem Dorfmarkt in Syrien liegt bei 15 Cent. Die aus Damaskus hat aber als einzige das für die Einfuhr nötige Ursprungszeugnis.
Meine momentane kostete 2 - 3 € das Kilo in türkischen Läden. Vollkommen gereinigt, ein Topprodukt für den arabischen Bio- und Beautybereich. Garantiert nicht einmal Erdsölreste von Schmierstoffen der Pressen. Hoffentlich kommt die TR nie in die EU.
Unser Marktrenner und ewiger Testsieger ist die Marseiller.
Sieht fast aus wie orginal, riecht und fühlt sich aber nicht so an wie orginale. Der Hersteller gibt keine Garantie auf traditionelle Inhaltstoffe und Herstellung, er äußert sich nicht einmal dazu. Außewr in Werbeversprechen, welche rechtlich nicht bindend sind. Testsieger wird er immer bleiben, da die syrische eine ungereinigte ist - also z.B. nicht nur bestens für uns, sondern auch für Tone und Holz, speziell bei Kontakt mit Lebensmitteln. Bei diesen Eigenschaften gehört hinter der aus F mindestens ein Fragezeichen.
Steinmetze nehmen seit Ewigkeiten Sulfate zum Polieren ujnd versiegeln der Oberflächen. Probleme gab´s mir keine bekannten.
Für Terazzo gibt´s, wie für andere Dinge, das Fixativ aus dem Maluntericht - Wasserglas. Kann man auch bei Tonprodukten verwenden. Da zu billig, gibt´s keine Beipackzettel mit den üblichen Verarbeitungs- / Anwendungshinweisen. Wie bei Natron und Säuren aus der apo eben.
Sulfatierungen und Wasserglas sind nur durch mechanische Einwirkung, Schläge, extreme Chemikalien oder punktuelle, extreme Erhitzung zu zerstören. Beim Auftrag allerdings mit Arbeit verbunden.
Wenn´s um Holzschutz geht, habe ich bis jetzt für wertvolle Stücke nur Bienenwachs nach den historischen Rezepten der Kunstakademien verwendet.
Schön, daß es das web und Ökoindustrie gibt.
Gruß Walter