Terrasse mit unbehandeltem Eichenholz möglich?

24.03.2019 Dirk



Hallo zusammen,
vor 17 Jahren haben wir einen alten Kotten erworben und wollen jetzt endlich eine Terrasse anlegen.
Es soll eine Mischung aus Stein und Holz werden. Für die ca. 26qm große Holzfläche haben wir uns
eine Lösung aus unbehandelter Eiche überlegt. Der Untergrund besteht aus gerütteltem Schotter, dann eine Ausgleichsschicht aus Kies, Betonplatten mit Isoliermatten gegen die Feuchtigkeit und dann eben das Konstruktionsholz und die Terrassenbretter aus unbehandelter Eiche. Ist diese Lösung sinnvoll oder sollte
das Eichenholz zuvor behandelt werden? Die Terrasse ist nicht überdacht, ein Gefälle abseitig vom Haus ist geplant.



Eichenholz ist Dauerhaftigkeitsklasse 2



und damit ungefähr so einzuschätzen wie z.B. Bankirai. Es gibt nur wenig Hölzer, die für eine Freibewitterung noch besser geeignet wären, allerdings wären das allesamt Exotenhölzer.
Kurz und bündig:
Wenn man heimische Hölzer für eine freibewitterte Terrasse verwenden will, gibt es aus meiner Sicht nix besseres als Eiche.
Ich würde auf eine Behandlung der Eiche verzichten, allerdings dafür sorgen, daß sich keine Staunässe bilden kann und die Lagerhölzer nicht flächig aufliegen, sondern punktförmig.
Wenn wir Terrassen bauen, achten wir darauf, daß zwischen den Dielen und den Lagerhölzern Unterleger verbaut werden (z.B. Ceko-Fux). Das hat zwei Vorteile. Erstens geben die Unterleger automatisch einen gleichmäßigen Abstand zwischen den Dielen vor, zweitens sorgt der Abstand zwischen Dielen und Lagerhölzern dafür, daß die Fugen luftumspült sind und somit leichter rücktrocknen können.
Zur Befestigung bitte Terrassenschrauben aus Edelstahl verwenden und unbedingt vorbohren - Eiche ist ein ziemlich harter Werkstoff und frisst nichtvorgebohrte Edelstahlschrauben reihenweise zum Frühstück :-)
Es kann durchaus vorkommen, daß im Laufe der Jahre die ein oder andere Schraube abreißt, weil Eiche beim Quellen und Schwinden ne ordentliche Kraft entwickelt.

VG Andreas



Wie auch immer...



...die Dauerhaftigkeitsklassen zustandekommen...ich würde Eiche nicht nehmen, meine Wahl wäre eine (splintfreie) Europäische Lärche.

Europäische Lärche hat zumeist mehr Gerbsäure als Inhaltsstoff (10-12%), im Verhältnis zu Eiche (3-13%) ist diese aber auch besser (durch das Harz) gebunden. Ich habe schon dicke eicherne Treppenstufen unter Bewitterung nach 10 Jahren brechen sehen. Es war wohl sehr mildes ( = gerbstoffarmes) Kernholz. Besonders im unbehandeltem Zustand wird die Gerbsäure der Eiche ausgewaschen, was deren Dauerhaftigkeit sehr reduziert. Weiterhin, Eiche neigt im Wechselspiel der Bewitterung viel mehr dazu, Risse zu bilden. Was die Auswaschung der Gerbsäure nochmals befördert.

Ggf. kann die Lärche Harz absondern. Das ist aber sicher ob des weitaus geringeren Preises verschmerzbar.

Wie sich das mit der sibirischen Lärche im Verhältnis zur europäischen Lärche verhält, kann ich nur vermuten. Ich beobachte ebenfalls eine gute Dauerhaftigkeit, über den genauen Gerbsäuregehalt habe ich aber noch nichts gefunden.

In jedem Falle würde ich mit einem Terrassenöl behandeln, wobei ich mehr Wert auf Imprägnierung als auf Schichtbildung lege.

Wer nun gedanklich Terrasse mit Balkon gleichsetzt, beachte bitte, daß Eiche durch die Gerbstoffausspülung den Zinkdachrinnen schadet.

Grüße

Thomas

P.S. Den Rat, Lagerhölzer nur punktuell aufliegen zu lassen und Distanzelemente zwischen Lagerholz und Diele zu montieren, kann ich nur unterstreichen.