Bläschen auf Innenputzwand

27.02.2011



Hallo zusammen,

wir sind schwer am zweifeln, deshalb die Frage an euch.

Wir haben uns letzten Sommer ein Haus gekauft. Ein Neubau, der gegen Februar 2010 fertig gestellt wurde.

Nun treten an den Innenwänden im Sockelbereich kleine Bläschen auf - siehe Bild. Die Bläschen-Stellen sind unterschiedlich groß, teilweise erstrecken sie sich bis ca. 30cm vom Boden. Sie befinden sich einmal in einer Ecke, zwei Bläschen-Stellen befinden sich jeweils neben bodentiefe Fenster.

Noch ein paar Hintergrundinfos:
- gemauert mit Poroton-Steinen (Wienerberger Ziegel)
- Wärmeschutz-Außenputz
- bodentiefe Kunststoff-Fenster
- Fußbodenheizung
- Bodenplatte

Was könnte Eurer Meinung nach die Ursache sein?

Schon mal vielen Dank für Eure Antworten.





Höchstwahrscheinlich falsche Farbe.[pubimg 22267]



Die Uhrsache ist in diesem Fall Feuchte, entweder seitlich eindringende, oder Restfeuchte aus der Bauphase. Das letztere sollte bei einem Neubau das wahrscheinlichere sein.
Die Feuchte kann die Farbe die innenseitig auf die Wand gemalt wurde nicht passieren, demzufolge erhöht sich hinter der Farbschicht der Feuchtegehalt, der Wasserdampdruck der dadurch entsteht lässt die Farbe Blasen bilden.
Derartige Fehler können auch ganze Putzschichten von der Wand holen.

Siehe Foto:
Sie sollten die Farbe wieder runter holen.

Grüße aus Schönebeck



Putzschäden



Sie sollte eine Mängelanzeige an die Baufirma bzw. den Verkäufer senden; Sie haben noch Gewährleistung.
Das ist ein eindeutiger Mangel.

Viele Grüße



Farbe?



Vielen Dank für dei Antworten!

Unseres Wissens nach wurde die Wandinnenfarbe "Meister Polar-Weiß" von H. verwendet. Läßt diese nicht genügend Feuchtigkeit durch?

Foto rechts zeigt noch weitere Bläschen-Stellen.





Wie man sieht nicht.

Grüße aus Schönebeck



Putzschaden



Egal wie das Farbzeugs heißt, eine Außenwand ist so zu errichten, das kein Wasser von außen nach innen dringen kann.

Viele Grüße



Da das Haus



erst 2010 gebaut wurde sollte man dem der es gebaut hat den Mangel aufzeigen und in bitten diesen zu beseitigen.





Hallo Dominik,

zum Einen ist das zwar ein klarer Mangel, der beseitigt werden muss, zum Anderen wäre es sinnvoll den Schaden genau zu ergründen, da es m. E. mit einem einfachen Neuanstrich nicht getan ist.
Dem Bild nach sind hier Salze in Lösung, die dann zur Oberfläche transportiert werden und hinter der Wandfarbe ausfallen, während die Feuchtigkeit abtrocknet. Möglich ist auch eine andere Reaktion im Putzbereich. Nach "nur" Baufeuchte sieht das nicht aus, da scheint mehr im Gange.

1. Welcher Putz wurde genau verwendet, sowohl innen als auch außen?
2. Womit wurde außen gestrichen?
3. Du schreibst "Innenwände". Meinst Du die Innenseiten der Außenwände, oder tatsächlich nur im Gebäudeinneren stehende Wände? Bei betroffenen Außenwänden: Fotos von der anderen Seite.
4. Gab es einen Feuchteschaden, oder starke Durchfeuchtung während der Bauphase, eine Heizungsleckage?
5. Gibt es Bilder der gleichen Bereiche aus der Rohbauphase?
6. Bauträger?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Rohbau (1)



Hallo Christoph,

zu 1.
Welcher Putz genau, weiß ich (noch) nicht.

zu 2.
Der Außenanstrich wurde mit einer weißen Lotusan-Farbe vorgenommen.

zu 3.
Ja, ich meine die Innenseite der Außenwände. Ich mach noch Fotos von den Außenwänden. Hier sieht man aber (auf den ersten Blick) nichts.

Wir haben bei der angrenzenden Terrasse noch das Problem, das hier teilweise das Wasser steht und nicht abfliesen kann. Kann auch dies die Ursache sein?

Eine weitere Vermutung ist, dass die Fuge zwischen Terrasse und Haus relativ spät geschlossen wurde und hier Wasser eingedrungen ist. Könnte auch das die Ursache sein?

zu 4.
Es gab einen Feuchteschaden, aber an anderer Stelle.

zu 5.
Bei der Bauphase waren wir nicht dabei, haben aber zufällig Bilder vom Elektriker. Siehe rechts und folgende ...


Vielen, vielen Dank & Grüße



Rohbau (2)



Ein Bild vom Rohbau.



Rohbau (3)



Ein weiteres Bild vom Rohbau.



Fotos



Hallo Nik,
Die Fotos werfen noch mehr Fragen auf:
War das Dach zu diesem Zeitpunkt schon dicht?
Fenster sind ja schon drin.
Wie ist die Terrasse aufgebaut?
Gibt es eine Bodenplatte im Bereich der Terrasse?
Ist die Terasse abgedichtet?
Wurden die 15cm Wandanschlusshöhe eingehalten?::
Im Bereich der Fenstertür jedenfals nicht!
Gibt es einen Keller?

viele Grüße



Fotos



Nach den mir vorliegenden Fotos war das Dach geschlossen, aber wie dicht, kann ich leider nicht sagen.

Unter den Terrassenfliesen liegt die Bodenplatte - sieh eauch Foto rechts. Nach Aussagen des Verkäufers konnte man wegen der Bodenplatte die Terrasenplatten nicht tiefer legen, wegen den Fenster aber auch nicht höher. Die Fuge zwischen den Fliesen und dem Haus wurden mittels Silikon abgedichtet - aber nach unserer Vermutung relativ spät.

Einen Keller gibt es nicht.

Rechts ein Foto von der Bodenplatte (Terrasse)

Viele Grüße





da fehlt wie es aussieht der komplette Feuchteschutz im Spritzwasserbereich.



Terrasse



Hallo Nik,
Wenn die Terrasse so aufgebaut ist, wie Sie es beschreiben , dann ist es Pfusch.
Auf die Bodenplatte gehört eine Abdichtung!
Diese muss 15 cm an der Wand hochgeführt und mit einer Kappleiste abgeschlossen werden.
Die Bodenplatte braucht ein Gefälle; weg vom Haus.
Unter die Fiesen gehört eine Dränageschicht.

Fragen Sie mal einen Fliesenlegermeister Ihres Vertrauens.

Gibt es ein Foto von der fertigen Terrasse?

viele Grüße



Nicht gut.



Mal abgesehen vom Spritzwasserschutz, Gefälle und der Drainlage scheint die Bodenplatte durchgängig betoniert zu sein. Das ist freundlich gesagte "nicht gut". Neben der so entstandenen Kältebrücke wäre das eine Fuge bei der mit Feuchtigkeitseintritt gerechnet werden muss. Der Fußbodenaufbau kommt mir - am Fenster orientiert - sehr, sehr gering vor.
Wenn Bedarf besteht und das Haus "in meinem Beritt" liegt kann ich mir das einmal anschauen.

Steht draußen auf der Terrasse ab und zu das Wasser?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Terrasse (1)



Auf der Terrasse steht nach dem Regen immer das Wasser. Hier ein paar Bilder ...



Terrasse (2)



Weitere Ansicht



Terrasse (3)



Weitere Ansicht ...



Terrasse (4)



Weitere Ansicht ...



Terrasse (5)



Weitere Ansicht …



Terrasse (6)



Weitere Ansicht …



Terrasse (7)



Weitere Ansicht …



Terrasse (8)



Weitere Ansicht …



Terrasse (9)



Weitere Ansicht …



Terrasse (10)



Weitere Ansicht …



Terrasse (6)



Weitere Ansicht …



die



Ursache wird wohl wie so oft in der unteren Steinlage liegen. Die Betonung liegt auf IN, denn die Ziegel strotzen vor Nässe. Wie sollen denn die in der kurzen Zeit austrocknen ?

Der Fehler liegt eindeutig in der schlampigen Bauausführung, die ein Eindringen des Wassers nicht verhindert hat. Weitere Fehler durch fehlende Trennung der Platte vom Innenbereich, ev. fehlende Abdichtung(en) und unzureichendes Gefälle kommen noch hinzu. Die Blasen selber sind sie Folge des austretenden Salzes, der in vielen Ziegeln enthalten ist. Gerade die Wieneberger Ziegel, welche in Hainichen hergestellt worden, (Werk ist inzwischen zu) sind bekannt für weißen Salzbelag am Ende der Rohbauphase !! Und die Drainage ist ohnehin für die Katz! Hier gibt es zu viele Ausführungsfehler, um das ohne Bauüberwachung mit ein paar Tips aus der Runde zu klären.





Ich denke mal hier fehlt die komplette Abdichtung.

Die Fuge zwischen Bodenplatte und erster Steinreihe, wo hoffentlich eine Horizontalsperre drin liegt, dürfte so wies aussieht unter dem Niveau des Gelände, bzw. Terrassenplatte, liegen.
Die Vertikalabdichtung hätte von der Stirnseite der Bodenplatte bis 30 cm über Gelände geführt werden müssen.
Wenn die Vertikalabdichtung fehlt läuft ihnen Wasser genau zwischen Stein und Horizontalsperre ins Mauerwerk.
So wie die Bilder aussehen ist da einiges verpfuscht worden.

Zeigen Sie Mängel an und suchen sich einen SV.

Grüße aus Schönebeck



Frage:



soweit ich noch im Stoff bin, muß über die erste Steinreihe keine zweite Abdichtung mehr rein. Da hat sich die DIN geändert. Kann das einer der Planer mal bitte fachlich kommentieren. Würde aber selber trotzdem weiterhin eine einbauen ... man muß ja nicht überall sparen !
Wenigstens ist die unterste Abdichtung drin, wie man auf den Fotos von innen sehen kann.





Das ist richtig.

Die DIN sagt “mindestens” eine Querschnittsabdichtung.

Das reicht ja im Prinzip auch, denn die zweite würde ohnehin schon in der Ebene über dem inneren Fußbodenaufbau liegen.

Grüße aus Schönebeck



Vorschlag des Verkäufers



Vielen Dank für eure Antworten. Klingt alles nicht gut.

Der Verkäufer schlägt folgendes zur Behebung vor:

"2 Reihen Fliesen müssen entfernt werden, dann wird eine Wandanschlussschiene an das Mauerwerk + Fensterbereich befestigt. Von dort aus werden Bitumenbahnen (wie bei der Dachabdichtung) aufgeschweißt – über die gesamte Hausbreite x 1,20 m auf der Terrasse. Danach werden Terrassenplatten mit Stelzplatten verlegt."

Was meint ihr?





Ich meine, das wenn die Fuge zwischen Bodenplatte und erster Steinreihe nicht ordnungsgemäß, und zwar direkt auf der Wand, abgedichtet wird, Wasser das sich im Baugrund aufstaut dort auch von unten her eindringen wird.
Wenn die Abdichtung Hand und Fuß haben soll müsste die Terrassenplatte erstmal weg, zumindest im Wandbereich.

Grüße aus Schönebeck



Terrasse



Nach Aussagen des Verkäufers ...
. wurde eine Horizontalabsperrung auf der Bodenplatte und nach der
1 Steinreihe verlegt.
. wurde die Bodenplatte an einem Stück gegossen, der
Fußbodenaufbau beträgt wohl ca. 15 cm.
. kann das Mauerwerk nach der Sanierung relativ zügig austrocknen, die Wände seien diffusionsoffen (Gipsputz/Wandfarbe) auch eine Schimmelbildung sei unwahrscheinlich.



Feuchte Wand



Hallo Nik,
so was wie die Abwimmelstrategie des Verkäufers wird Ihnen weiter passieren, wenn Sie nicht schlüssig die Art der Schadensursachen nachweisen und die Abstellung in konkreter Art und Weise fordern. Sie erhalten sonst immer nur ein paar kosmetische Beruhigungsaktionen als Mängelbeseitigung.
Da die Übergabe erfolgt ist, sind Sie jetzt in der Beweispflicht und müssen dem Verkäufer schlüssig den Mangel nachweisen und die Art der Beseitigung aufzeigen.
Das können Sie nur durch ein Schadensgutachten in Form einer Mängelanzeige. Auch der Verkäufer sollte wissen, an welchen seiner Subunternehmer er herantreten muß.
So etwas kann man in einem Forum nicht klären, dazu ist die Materie zu komplex und nur vor Ort lösbar.
Suchen Sie sich dafür einen Fachmann vor Ort.
Ich schlage Ihnen dafür Christoph Kornmayer vor.

Viele Grüße





Wie ich schon sagte fordert die DIN hier nur eine Horizontalsperre.
Die zweite Sperre ist wenig Sinnvoll, schließlich liegt diese etwa 10 cm über dem Fertigfußboden.
Würde diese Sperre ihrer Bestimmung gerecht, nämlich aufsteigende Feuchte zu stoppen, dann wären (bei Ihnen bereits der Fall) die unteren 10 cm der Wände feucht.
Bei allem was darüber hinaus steigt kann man davon ausgehen, das das in der Putzebene passiert.
Ich gehe wie bereits gesagt davon aus, das hier die komplette Vertikalsperre fehlt.


Grüße aus Schönebeck





Ach ja,

auf den Fotos ist übrigens keine Sperre zwischen erster und zweiten Schicht.



mal am Rande



eine Frage: Habt Ihr das Haus bauen lassen und wart Ihr von Anfang an dabei oder habt ihr den fertigen Rohbau gekauft.
Wenn 1. - wer war euer Bauberater - von wem bekam er sein Geld. Ich bin nach wie vor der Meinung - nach den Bildern Rohbau 3) - dass es sich noch um Nässe aus der Rohbaupahse handelt, die sich wohl über den Putz nun nach außen würscht und dabei die Salze mitbringt, die die Bläschen bilden. lass doch mal mehrere Feuchtemessungen machen und beurtele mal die verteilung in der Höhe. Davon unabhängig die Mängel in der Ausführung der Terrasse. Auch sind polierte Feinsteinfliesen tödlich für jeden Steiß im Winter !