unterbau dachterrasse

25.02.2009 blume



hallo

ich will im Altbau ein stück vom Dach rausnehmen, um eine Terrasse einzubauen.
der Deckenaufbau darunter: balken, lehmwickel, stampflehm.
frage 1: muss ich den boden verstärken, oder kann ich die Wanne direkt darauf legen?
frage 2: mach ich die wanne aus Schweißbahn oder gibt es alternativen?



Dachterrasse



Das kann mächtig ins Auge gehen!
Für einen Laien ist so etwas in Eigenleistung nicht zu empfehlen.
Es gibt haufenweise kritische Schichtaufbauten, Anschlußpunkte, Details, zur deren Ausführung es eine Menge Erfahrung und Kenntnisse braucht.
Allein die thermische Entkopplung der Decke ist eine komplexe und schwierige Aufgabe.
Und teuer wird es auch noch.
Ich empfehle Ihnen Ihr Vorhaben noch mal zu überdenken, auch im Hinblick auf das Kosten-Nutzens-Verhältnis.
Brauchen Sie so etwas?
Wie oft werden Sie diese Terrasse nutzen?

Viele Grüße



nicht allein



danke auch für diese antwort.
ich will den terrassenbau ja auch nicht allein durchführen – nur wohne ich in einem sehr entvölkerten bereich und die meisten Handwerker und planer, die noch hier sind, sind nicht unbedingt freunde von individuellen lösungen.
deshalb stelle ich ja meine fragen hier rein.

aber in einem punkt haben sie recht: die thermische entkopplung der decke.
ich als laie würde sagen: muss Dämmung drunter.
oder was und wie sonst?



Dachterrasse



Nun, ich kann Ihnen sagen, warum Handwerker und Planer keine Freunde Ihrer "individuellen Lösung" sind.
Die müssen dafür in der Gewährleistung gerade stehen; das ist denen zu riskant und es gibt sicher nicht viele, die damit schon Erfahrungen sammeln konnten.
Mir wäre es mir ehrlich gesagt auch zu riskant.

Aber seien Sie froh:
Schon die Detailplanung dieses Vorhabens wäre richtig teuer geworden, wenn Sie einen guten Architekten damit beauftragt hätten.

Viele Grüße





Hallo Herr Blume,

ganz einfach wird das nicht. Ich kenne Ihr Haus nicht, aber Lehmwickel usw. klingt dann doch nicht nach Neubau. Im historischen Altbau sieht das meist ziemlich gruselig aus. Wie steht es mit dem Denkmalschutz?

Der Einriff ist auch ein statischer Eingriff vermutl. in die Tragstruktur des Hauses. Beispielsweise müssten bei einem Sparrendach auch Lasten der angrenzenden Dachflächen umgeleitet werden. Die Bodenbalken sind möglicherweise nicht für die zu erwartenden Verkehrslasten ausgelegt? Bei eigenmächtigen Eingriffen in tragende Bauteile könnten Sie theoretisch auch die Zahlungen an die Elementarversicherer einstellen, der Versicherungsschutz dürfte ohnehin erlöschen.
=> Statiker besorgen und Bauantrag stellen.

Nicht zu vergessen ist, dass die Terrasse nach Dämmung und wasserführendem/begehbarem Schichtenaufbau um einiges höher liegen wird als der Innenaufbau => Also: Lecker Stufe nach außen! Wohin will dann möglicherweise sich aufstauendes Wasser? Nach Innen? Genau. Also Folie/Zinkwanne oder was auch immer an den Wänden hochziehen und an der Tür eine Schwelle ausbilden ..... da sind Sie dann schnell bei 40 cm Höhe, die dann von Innen überbrückt werden muss.

Eine Trennung von wasserführender und begehbarer Ebene wäre gewiss sinnvoll.
Nicht schön aber selten, aber: mit genauer Detailplanung gewiss machbar.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer