dr-termite, die ultimative Lösung gegen alle Holzschädlinge?




Mit wachsendem Erstaunen habe ich die Seite von "dr-termite.de" gelesen. Angeblich erwischt dieses Verfahren jeden Holzschädling berührungslos bei laufendem Museumsbetrieb und Holztemperaturen von max. 25 Grad. Welche Erfahrungen gibt es dazu, wo sind die Grenzen des Ganzen, wie wirken sich Eisenteile aus. Neugierige Grüße TWB.



Is ´ne Mikrowelle,...



...kann man also in jeder gut sortierten Küche ausprobieren *grins*.
Eigentlich ein schon lange bekanntes Verfahren, wobei mit hochfrequenten Radiowellen gearbeitet wird. In Dänemark wird es seit langem gegen Insekten und Pilze eingesetzt. Der Hinweis auf Metallteile gilt zu recht, weil die Gefahr von Überhitzung und Verbrennung gegeben ist. Die Entwicklung geht mittlerweile auf Flachantennen über, bei denen eine homogenere Erwärmung und damit eine bessere Einstellung der Letaltemperatur von Holzschädlingen möglich ist. Wie es bei Dr. Termite gemacht wird, kann ich allerdings auch nicht sagen. Persönlich halte ich das Verfahren für ganz brauchbar, wenns um Kleinobjekte und Museumsstücke geht.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Dr. Termite



Ich habe davon auch noch nie gehört und mir die Seite der Firma angeschaut. Ich bin auch sehr erstaunt über die Beschreibung des Verfahrens. Leider fehlt die Erklärung über den Wirkmechanismus dieser Art Mikrowellen, der anscheinend nicht über die Erwärmung der Wassermoleküle funktionieren soll. Wie dann? Eine Strahlung, die organisches Material wie Holz und Seide (besteht aus Eiweiß!)ohne Schädigung durchdringt, lebendes Eiweiß aber abtötet, wäre eine ultimative Waffe!
Von unten wird der Balken durch die Decke bestrahlt und dabei oben einem Museumsbesucher die Eier denaturiert?
Wenn es einen flexiblen Schlauch zur Strahlenquelle (Generator) gibt, kann die Strahlung reflektiert und gebündelt werden, ich denke, von Metall. Fragen über Fragen.

Gruß Georg



Das Mikrowellenverfahren kenne ich gut...



...habe selbst einen Mikrowellentrockner für Schnittholz in der Werkstatt, prozessorgesteuert, auf Wunsch vollautomatisch, mit hübschem blauleuchtendem Display. Nachdem ich doch mal einen Nagel übersehen hatte, brannte das glimmende Holz nach dem Herausnehmen wie der biblische Dornbusch, und ich habe geschlagene 8 Stunden geschrubbt, um den Holzteer aus der Kiste herauszubekommen.

Nun verwenden die das Teil ja auch ausdrücklich auf dem Bau, und dort gibt es viele Nägel...

Für mich hat die Webseite von Dr. Termite mehr Fragen als Antworten parat. In Potsdam werde ich mal anrufen, wäre aber interessiert an weiteren Erfahrungsberichten. Die Sache mit den fetten Referenzobjekten ist ja ganz schön, aber hat nicht auch "Aquapol" angeblich das ganze Parlament in Budapest trockengelegt?

Skeptische Grüße

Thomas



Novitäten


sensationell

Zusätzlich zur Belustigung über den obskuren Namen "Dr. Termite", muß ich auch meine zunehmende Skepsis gegenüber diesen vollmundigen Versprechen einiger Holzschutzpropheten ausdrücken.

Es ist schön wieder eine neue technische Bekämpfungsstrategie zu haben, aber wo Licht ist, ist zwangsläufig auch Schatten und wenn dann in all den euphorischen Produktbeschreibungen der Schatten nicht vorkommt, so kann das bei gutwilliger Betrachtung z.B. eine Form der selektiven Wahrnehmung sein. In den meisten Fällen ist das aber nur eine der vielen überzogenes Werbeversprechen, im schlimmsten Fall könnte das jedoch auch schlicht und einfach Betrug am gutgläubigen Kunden sein.

Nun, man wird sehen was die Untersuchungen, Fachdebatten und Betrachtungen der nächsten Jahre zu diesem Verfahren sagen. Für euphorischen Jubel aber auch für Verurteilungen scheint es mir jedoch zu früh.

Lutz Parisek