Terassenabgrenzung mit einem Fachwerk bauen

13.03.2016



Hallo Forumsgemeinde,

Ich möchte für meine Terrasse einen Sichtschutz bauen der über Eck (90 Grad) geht
mit einer Länge von 550 cm und 400 cm und einer Höhe von ca. 200 cm

Folgendes hatte ich mir gedacht diese Abgrenzung zu bauen muss allerdings
sagen dass ich nicht vom Fach bin also eher Hobbyheimwerker.

Ablauf:
Punktfundament (30 x 30 cm ) mit jeweils einem Meter Abstand und in diesem Fundament
Betoniere ich H Halter die das Fachwerk halten.
Verwenden möchte ich KVH Konstruktionsvollholz NSI 10 x 10 cm
Sparrenbreite soll 1,0 m in die ich Waagerechte und Querstreben einbaue.
Zum Schluss kommt ein Balken (25 x 15 cm 500 cm lang) den Ich von der Mitte
der einen Wand zur Mitte der anderen Wand Verbinde damit die eine Wand der
anderen zusätzliche Stabilität gibt.

Als Stein möchte ich den Röben Formback Format NF verbauen da es der Klinkerstein
des eigentlichen Hauses ist.

Mauern möchte ich mit Fugenglattstrich.

Ist die Holzkonstruktion stabil genug ?

Kann ich den Stein von Röben überhaupt hierfür verwenden?

Worauf muss ich achten wenn ich die Steine an das Holz setze?
Habe diesbezüglich so viel gelesen dass ich gar nicht mehr Weiß
was richtig ist und was nicht.

Mörtel auf Holz und dann Steine setzen oder nicht?

Schrauben in das Holz schrauben und diese dann mit in die Fuge setzen?

Ich möchte nicht unbedingt ein traditionelles Fachwerk erstellen.
Es soll halt nur ein schöner Sichtschutz werden.

Vielen Vielen Dank für eure Hilfe damit das Projekt in kein Desaster endet.



Fachwerk-Terrassenabtrennung



Wenn der Stein in deiner Fassade verbaut wurde wird er doch hoffentlich für den Zweck geeignet sein- also auch für deine Abtrennung.

Die ins Fundament einbetonierten Metalllaschen sollten sein als die üblichen relativ kurzen- etwa 20-30 cm bieten mehr Halt für Befestigungsschrauben.

Es kann auch einfach stabiles, verzinktes Flacheisen U-förmig in Balkendicke gebogen und das geschlossene Ende unten einbetoniert werden.

Mit Zinkgrundierung versehen und anschließend im gewünschten Farbton lackieren.
Oder roh nehmen und mit Zinkstaubfarbe lackieren
oder unverzinkt biegen und bohren, glühen und mit Öl behandeln.Alternativ zB Schuppenpanzerfarbe verwenden (Kreidezeit) oä.

Die Gefachbreite und -höhe sollte sich nach dem Steinformat und der Fugenbreite richten.

Quadratische Felder sehen eher langweilig und spannungslos aus-
entweder senkrechte oder waagerechte Gefache herstellen-
ähnlich der Fachwerkaufteilung des Wohngebäudes.

Die Fachwerkdimensionierung ist abhängig von der Steintiefe -es sollte eingermaßen bündig mit dem Stein abschließen.

Über dem waagerechten Abschlußbalken eine zusätzliche Abdeckung vorsehen-
entweder ein beidseitig überstehendes Blech mit Tropfkante, oberseitig leicht abgeschrägt (am Material der Verblechung/Regenrinne des Wohngebäudes orientieren, damit die Gestaltung konsistent ist).

Alternativ zB einen oben dachförmig gesägten/gehobelten Eichen- oder Lärchenbalken aufschrauben, ebenfalls beidseitig der Wand überstehend und unten mit eingesägten Abtropfnuten.

Ein diagonaler Balken zur Aussteifung(wenn ich das richtig verstanden habe) sieht total unmöglich aus-
wenn es nötig ist dann einen Balken von der freien oberen Außenecke rechtwinkelig zum Haus oder einen diagonalen Stützbalken zum Boden hin verwenden.

Andreas Teich





Hallo Andreas,

das sind tolle Tipps. Danke
Werde sie auf jeden Fall umsetzen.

Habe vor die Gefache Waagerechte und Senkrechte in
jedem Feld zu verbauen. Gibt etwas mehr Stabilität
und es ist mehr Holz im Sichtbereich. Denke dass wird gut
aussehen.
Das mit dem Querbalken hast du richtig verstanden
aber leider Notwendig da ich am Haus keine Befestigung
anbringen kann.

Hast du noch eine Idee wie dass mit dem mauern am besten
funktioniert. Fugenmörtel direkt auf das Holz auftragen?
Zieht das Holz dann nicht die Feuchtigkeit aus dem Mörtel
herraus?
Oder wie mache es richtig?

LG
Marc



KVH



Hallo,
ich bezweifle, dass eine Wand mit einem Fachwerk aus 10x10 KVH überhaupt nach Fachwerk aussieht.

Das hört sich mehr nach Disneyland an.

Schau doch mal in deiner Region, wie dort Fachwerk gebaut wurde. Bei uns in der Gegend ist das so: Gefachbreite etwa 1m oder mehr, Gefachhöhe etwas Geringer, meist um die 70 bis 80cm.
Die Ständer sind zumeist 16cm in der Sicht, die Riegel etwa 10 bis 12 cm (wahrscheinlich da unsere Region landwirtschaftlich geprägt, und daher früher eher ärmlich war).

Auf Schwellen ist hier im direkten Umkreis grundsätzlich verzichtet worden (Keine Nachträgliche Entfernung)

Auf die Diagonalstrebe würde ich auch verzichten, dann lieber eine Art Strebe 90 Grad zur Wand setzen und in die Eckpfosten einlaschen.



Terrassenabtrennung



Hallo Marc,
Veröffentlich doch ein Bild des Terrassengeländes mit Haus.

Welche dimension haben die Fachwerkbalken am gebäude?
Welches Maß die Gefache?
Du kannst zB EPDM-Folie auf die waggerechten Balken legen,bevor du mauerst- die wird auch als horizontale Feuchtigkeitssperre oder zwischen Bodenplatte und Holzschwellen gelegt.

Der freie Eckpfosten kann doch diagonal zum Boden- wenigstens zu einer Seite hin- abgestützt werden. alternativ an diesen zur Aussteifung noch ein kurzes Mauerstück rechtwinkelig anbauen.

Andreas Teich





Danke für die Ratschläge.
10 x 10 cm ist ausreichend da sie sonst
überdimensioniert sind
Bei dem Querbalken werde ich noch eine leichtes Dach als Sonnenschutz aufsetzen.

Die empfohlene Folie werde ich einmal googeln da noch nicht davon gehört habe.
Na, aber ich bin ja auch nicht vom Fach
und bin froh von eurer Erfahrung zu profitieren.

Wie sichere ich die gemauerten Steine am besten an damit Sie nicht als Platte
herausfallen.



Ausfachung sichern



Da hilft die übliche Dreiecksleiste.
notfalls Schrauben in jede 2. oder 3. Fuge schrauben

Als Unterlage könnte auch normale 333 er besandete Dachpappe verwendet werden- EPDM Folie-entweder Teich- oder Flachdachfolie ist aber viel flexibler.

Andreas Teich



Sichtschutz



Ich empfehle Ihnen das Vorhaben gründlich zu überdenken.
Der Aufwand ist, gemessen am Ergebnis, viel zu hoch.
Die Befestigungen der Stiele- statisch gesehen Gelenke- sind gemessen am Gewicht der Wände, der Knicklänge und der mangelnden waagerechten Aussteifungen viel zu gering.
Die Haltbarkeit dieser Konstruktion ist fraglich (konstruktiver Holzschutz).
Wenn Sie körperliche Bewegung an frischer Luft suchen und Mauern als Hobby betreiben wollen ist das Vorhaben geeignet.



In dem Fall



würde ich allerdings eher ganz auf die Hölzer verzichten, und eine einschalige Mauer im Kreuzverband bauen, oder eine zweischalige im wilden Verband.

Erhöht die Lebensdauer ungemein.



Terrassenmauer



Dann aber mit ca 80 cm tiefem Fundament und bei zB 12 er Wandstärke mit regelmäßig angeordneten 24 cm Pfeilern.

Länger haltbar ist Fachwerk aus Lärche oder Eiche -
Achtung: frischer Mörtel verfärbt das Holz dunkel-
also das Holz gut abdecken und die Wand bis zur Fertigstellung vor Regen schützen.

Andreas Teich



Bitte nimm Abstand von dieser Idee!



Ich als Frau würde mich auf so einer eingemauerten Terrasse eher wir in einem Gefängniss fühlen. Nüchtern betrachtet wird aus der Terrasse damit ein dunkles unbehagliches 'Zimmer' was. Im Sommer zu kalt und Feucht da die Sonne von 3 Seiten und durch das Dach von oben ausgesperrt wird. Im Winter kannst du das Zimmer ebenfalls nicht nutzen da keine Heitzung vorhanden. Und du hast immer ein problem in den Ecken der Wände da sich dort Feutigkeit und Schmutz sammeln. Du ahnst nicht, wie viel Dreck alleine der Wind im Laufe eines Jahres in diese Ecken blasen wird...
Sichtschutz kann auf vielfältige ästetische Weise erfolgen ohne den Charakter einer Terrase als Freisitz! zu zerstören.
Bepflanzungen unterschiedlichster Art sind denkbar ebenso wie variable Trennwände. Es gibt auch aus Glas versch. Möglichkeiten bis hin zu einem richtigen Wintergarten, welchen du dann auch im Winter nutzen kannst. Versuche doch erst mal mit einfachen Holzvertäfelungen das Ganze ein Jahr zu testen. Das ist bei Nichtgefallen schnell entfernt und im Hinblick auf Kosten und Mühe überschaubar.