Fragen zur Hüllflächentemperierung

27.02.2011


Liebe Mitmenschen,

ich bin Besitzer eines 100 Jahre alten Hauses, drei Etagen mit je 36 cm Ziegelaußenwand, Fensterbrüstungen 24 cm, Fenster einfachverglast; Dachgeschoß: 10 cm Stopfhanf, 1 cm Sparschalung, 1,5 cm Schilfrohr/Putz. Derzeit wird das Haus durch Gasaußenwandheizer beheizt. Die Gasleitungen halten einer Druckprüfung nicht mehr stand, deshalb beabsichtige ich den Ersatz der Dreck- und Energieschleudern durch eine neue Heizungsanlage. Ich favorisiere eine Hüllflächentemperierung und möchte gern folgende zwei Varianten zur Diskussion stellen:

1. Heizleisten, z.B. Sancal oder Radiatherm. Da meine Fenster einfachverglast und nicht hermetisch dicht sind, interessiert mich besonders, ob mir der emporsteigende Warmluftschleier an den Fenstern nach draußen flöten geht? Muß ich in den kälteren Brüstungsbereichen mit einem verstärktem Verschwelen über den Heizleisten rechnen?

2. Temperierung mittels offen verlegter Heizrohre. Mir schwebt eine Anordnung an den Sockelleisten vor, bei der die Kombination Rohr/Leiste als gestalterische Einheit zu begreifen ist. Ist durch die enge Anordnung von Rohren, Leisten und Wand mit erheblichen Wärmeverlusten zu rechnen? Die bei dieser Variante zusätzlich notwendigen Heizelemente würde ich gern realisieren, in dem ich auf an Innenwänden befindlichen Schornsteinen Heizrohre verlege und mit Ofenkacheln verblende. So stünde in jedem Raum 3 qm Zusatzheizfläche zur Verfügung, und alte Ofenkacheln, die ich aus Abbruchhäusern bergen konnte, kämen zu neuen Ehren. Was haltet Ihr davon?

Viele Grüße



ergänzend...



...würde mich noch interessieren, mit welchen Planungskosten überschlägig zu rechnen ist. Das Haus hat drei identische Etagen mit je 60 qm/drei Zimmern und ein Dachgechoß mit 50 qm/zwei Zimmern.



Was Sie da vorhaben,



mag als Temperierung angehen, aber wie wollen Sie heizen?

Der "Wärmeschleier" ist exakt dasselbe, was ein x-beliebiger Radiator produziert. Eine spürbare Temperierung der Wände erfolgt denn auch nicht über das Maß hinaus, daß jeder Radiator bietet - der aber ein vielfaches an Leistung bietet und den Raum auch 'mal schnell erwärmen kann. Die geringfügig bessere Wärmeverteilung der HL reicht denn auch als Argument nicht aus.

Ich weiß, die Märchenseiten mancher Heizleistenhersteller und die hochpolemische und einseitige Homepage eines hier nicht genannt werden sollenden Forumsmitgliedes lesen sich verführerisch, aber diskutieren Sie das Ganze 'mal mit einem unabhängigen Heizungsplaner.

Statt die Summe X für für eine lauwarme Wohnung auszugeben, sollten Sie sich besser mit X+ arrangieren und eine zukunftssichere Heizung einbauen. Das könnte zum Beispiel eine echte Wandheizung sein, also Holzweichfaserplatte in Lehm angesetzt, darauf Heizrohre in Lehm verputzt. Läuft mit niedrigen Vorlauftemperaturen im Gegensatz zum Staubsammler HL.

Um neue Fenster oder innere Vorsatzfenster können Sie sich denn auch nicht mit dubiosen Temperierungstricks drücken.

Frohes Schaffen wünscht

Thomas



immer positiv denken



Ihre Denkansätze sind schon richtig.

Manche Menschen können eben nicht unterscheiden von klarer KONVEKTION und Strahlungs-Heizung.
Sie können nur auf "warme Luft" setzen.
Deshalb "müssen" bei diesen Fenster dicht sein.

Zu FRage eins: es kommt drauf an, wie gross diese Fenster sind. Sind es eher Türen oder hohe Fenster sollte man Strahlplatten einsetzen

Zu Frage 2: Das mit den Schornsteinkacheln ist für mich nicht so überzeugend.

zu 3. Frage kann man niacht viel sagen, weil man die Grundrisse und die Schnitte noch nicht kennt.
Welche Brennerart soll eingesetzt werden oder ist vorhanden?

Nur weiter so.

FK



Was...



... kommt den aus Heizleisten heraus? Nur warme Luft. Wenig zudem.

Der Strahlungsanteil einer HL ist mit Sicherheit geringer als der eines Radiators.

Grüße

Thomas



Was...



... kommt den aus Heizleisten heraus? Nur warme Luft. Wenig zudem.

Der Strahlungsanteil einer HL ist mit Sicherheit geringer als der eines Radiators.

Grüße

Thomas



heraus kommen



aus einer Heizleiste sollte nichts - denn dann ist diese undicht.

Zum Anderen: Warme Luft "heizt" nicht!

Oder brauchen Sie (T.W. B) noch Heizkörper zu Hause?

FK

P.S.
"Der Strahlungsanteil einer HL ist mit Sicherheit geringer als der eines Radiators."
Auf die Länge, Breite oder Tiefe gesehen?



Wenn er auch immer wieder verteufelt wird...



... auf Konrad Fischers Seite kann man sich am besten in das Thema Hüllflächentemperierung einlesen.
Es gibt Planer, die sich mit Ihrem Punkt 2 soweit beschäftigt haben, dass das mit den Rohren in die Wand (Putzebene) sehr gut funktioniert.
Wenn jemand schreibt, "mag als Temperierung angehen, aber mit was wollen Sie heizen?", dann hat er sich eben nur mit seinem Favorit Holzweichfaserplatte und Heizrohre beschäftigt.
Richtige Temperierung ist Heizen!!!



Moin Stephan,



ich finde deine Idee mit dem Kamin gar nicht so schlecht, frag mich aber natürlich, wo ein (evtl. später gewünschter) Ofen dann bleibt.....

Wennn der dran is macht die Kaminheizung natürlich keinen Sinn....

Ich denke mit einer undichten Einfachverglasung brauchst du über Niedertemperatursysteme nicht weiter nachzudenken, dat macht nich warm genug.

Hier kannst ja auch nochmal nachfragen:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/Haustechnikforum

Gruss, Boris





Dann gebe ich doch mal hier zum besten was der genannte Herr Fischer unter Hüllflächentemperierung versteht.:

Zitat K.F.

“Darunter versteht man die gleichmäßige
Temperierung von Wänden, Dach
und Boden, also der abkühlenden Gebäudehüllen.
Hierbei sind vier Prinzipien
entscheidend.
Erstens werden zunächst die so genannten
Hüllflächen beheizt, die Luft dagegen
indirekt über die Berührung der
Luftmoleküle an den durch Wärmestrahlung
erwärmten festen Materialien.”

Zitat Ende.

>>>die gleichmäßige Temperierung der abkühlenden Gebäudehüllen.<<<

Ja was ist gleichmäßig und was eine Gebäudehülle???

Wie soll das denn mit Sockelheizleisten gehen???

Nennt doch das Kind einfach beim Namen.
Es heißt Wandheizung!

Stephan,

Was Sie da vorhaben verbessert die Oberflächentemperatur der Außenwände und kann dort sehr effektiv eventuellen Kondensatausfall und in der Folge Schimmelbildung verhindern, zum Heizen allein brauchen Sie von derartigen Heizleisten einige Meter und entsprechend hohe Vorlauftemperaturen.

Grüße aus Schönebeck



hallo



habe vor ca. 10 Jahren in das Fachwerkhaus der Eltern in der Eifel eine Gasbrennwerttherme mit Fußleistenheizung eingebaut. Es handelt sich um ca. 90qm Wohnfläche auf 2 Etagen mit einfachverglasten Fenstern und völlig ungedämmten Wänden. In jeder Etage stand zudem ein kleiner Holzofen, zum Beiheizen. Entsprechend dem Wärmebedürfnis der Eltern ist die Temperatur im ganzen Haus jahrelang nicht unter 25°C gefallen und wenn es abends gemütlich werden sollte, dann wurde mit dem Holzofen auch schon mal 30°C erreicht...für Besucher, sofern sie nicht aus der Altersklasse der Eltern stammten, durchaus eine Herausforderung. Trotzdem gab es im Haus ein ausgesprochen gesundes, angenehmes Raumklima, was man kaum glauben mag, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Und der Jahresgasverbrauch lag bei ca. 3500l Flüssiggas incl. Warmwasseraufbereitung. Für mich ein ganz und gar überraschendes Ergebnis.
Gruß laiendruide



@ Laiendruide:



laut Wikipedia hat Flüssiggas eine Energiedichte von 12,9 KWh/Kg und eine Dichte von ca. 540Kg/m³(1000l).

3500l wiegen also 1890Kg und bringen 24381 KWh.

Geteilt durch 90qm ergibt das ca. 271KWh/m² im Jahr, also üblicher "Standard" alter, unsanierter Häuser.

Was ist daran überraschend?

Gruss, Boris



hallo boris



danke für das kleine Rechenbeispiel. Hätte vom Gefühl her damals einfach einen viel höheren Gasverbrauch erwartet! Sicher hilfts der Familie Schirrmeister ja auch, ihre Heizentscheidung mit ein paar harten Zahlen zu bedenken...
Gruß laiendruide



Geld



spielt ja auch oft eine kleine Rolle...
Bei mir war das Thema recht schnell entschieden. Erstens will mir immer noch nicht so richtig in den Kopf (liegt ev. am Kopf) warum Heizleisten keine Konvektion haben sollen und zweitens war die Heizung mit herkömmlichen Heizkörpern exakt die halbe Summe des Scanal-Angebotes...
erwärmte Grüße
Harry



DAS ist ein schlagendes Argument!



Warum kostet ein "französischer" Ziegenkäse 1,55 bei ALDI und die gleiche Menge im Feinkostladen 5,95??????

Die Frage aller Fragen?

Kauft weiter Sch... und wundert euch, dass es nicht schmeckt!
Hauptsache: billig, praktisch, schnell

und wenn ihr dabei krank werdet, dafür gibts die Krankenkasse!

aktuelles Zitat: "können 60000 Bild-Leser irren?

NEIN!

Natürlich nicht!

Über Gestaltung von Preisen kann man auch in einschlägigen BWL-Lehrbüchern nachlesen.

Und der Volksmund sagt dazu: Man kann doch Äpfel nicht mit Birnen vergleichen!

"Deutschland - das Volk der Dichter und Denker!"

FK



FKK ---



- Bei diesem Kürzel dachte ich bisher immer an Sommer - Sonne - Strand und Mücken ---
-
-
http://www.fein-kost-kurz.de/Willkommen.html
-
??????????????????????



dacht



ichs mir doch, daß es an meinem Kopf liegt....



Hüllflächentemperierung



Das mit der Sancalheizung wäre also im Prinzip dasselbe, wenn mir jemand Chevre in Aldiqualität für 5,95 € verkaufen will
(was nicht heißen soll, das der vom Aldi von schlechter Qualität ist).

Viele Grüße



@FKK



"aus einer Heizleiste sollte nichts (heraus kommen) - denn dann ist diese undicht.

Zum Anderen: Warme Luft "heizt" nicht!"

Da Sie Käse lieben, drücke ich den Ihren noch 'mal durch's Sieb:

Eine HL besteht üblicherweise aus wenig billigem Blechkram und einer Verkleidung. In diese Verkleidung strömt unten kältere Luft hinein, erwärmt sich an den Lamellen und strömt oben wieder heraus. Aufgrund der sehr geringen Aufbauhöhe entsteht nur ein geringer Kamin-Effekt, der sich aber in rein gar nichts vom klassischen Radiator unterscheidet, außer in der deutlich geringeren Intensität und damit Wärmeleistung.

Die Verkleidung mag mit geschätzt 5% Strahlungswärme bieten, der Rest ist warme Luft. Diese heizt sehr wohl, sonst wären alle Konvektorenbesitzer längst Feinfrost, aber weniger effektiv als eine Strahlungsheizung, die eine HL eben nicht ist, aller Bauphilosophie zum Trotz.

Grüße

Thomas



@ Laiendruide:



Fand ich auch Klasse von dir mal ein paar Zahlen zu hören, da kann ich mehr mit anfangen, als mit dem Geschwafel der Glaubenskrieger hier.

Könntest du noch ergänzen?

System, Rohrdurchmesser, VL-Temperatur, Wandstärke, Material etc.?

Gruss, Boris



@ boris und an die anderen natürlich auch...



die Anlage sieht folgendermassen aus: Buderustherme cw irgendwas mit 130l Beistellspeicher auf dem (ungedämmten) Dachboden an der Giebelwand. Von dort jeweils mittig nach rechts und links 2 "Steigleitungen" 22er Cu bis runter ins Erdgeschoss und daran jeweils waagerecht angeschlossen eine Ringleitung Evitherm-Fußleistenheizung mit weißem Blechkörper in jeder Etage quasi an allen Außenwänden. Dazu noch 2 normale Flachheizkörper (Sonderwünsche der Eltern) und im "großen" Bad eine Fußbodenheizung und beheizter Handtuchhalter. Steuergerät im Erdgeschoss ins Wohnzimmer und fertig. WW auf 60°C, Brenner volle Pulle und das war´s. Ist über 7Jahre störungsfrei gelaufen und hat Gas verbraucht wie oben angegeben.
Gruß laiendruide




Fenster-Webinar Auszug


Zu den Webinaren