TecTem Außen-Innenwandämmung

12.12.2020 kurcob


Hallo liebe Fachwerker,

ich möchte in meinem Fachwerk-Doppelhaushälfte von 1924 meine Außen-Innenwand (24cm) mit TecTem (10cm) dämmen.

Meine Fragen dazu:
1. Kann ich die Wand zur Nachbarhaushälfte mit einfachen Gipskarton dämmen und einen Anschluss zu meiner TecTem Wand herstellen?

2. Auch möchte ich die Zwischenwände mit Gipskarton aufbauen. Kann Gipskarton mit der gleichen Kalkfarbe gestrichen werden?

3. Wie würdet ihr die Decke dämmen? Diese besteht aus Rohrputzmatten und ist verputzt. Das Dach ist ein Kaltdach. Sollte diese auch mit TecTem gedämmt werden oder kann ich diese mit Gipskarton abgehangen werden?

Vielen Dank für eure Anregungen!



dämmvorhaben



wie ist denn die Außenwand gegenwärtig aufgebaut, womit ist ausgefacht ?
Generell zu Dämmmaßnahmen: Wenn es irgend möglich ist, sollte auf der kalten Seite der Konstruktion gedämmt werden, also außen. Inwieweit das bei Dir möglich ist, müßte ermittelt werden und trifft vor allem auf die Dämmung der obersten Geschoßdecke zu. Die sollte in jedem Fall vom Dachraum aus gedämmt werden und nicht durch abhängen von innen.
Bei einer Innendämmung ganz wichtig ist die Schlagregensicherheit der Außenfassade. Also, wie sieht die bei Dir aus und wie groß ist der Dachüberstand.
Besteht Denkmalschutz?



Fachwerkinnendämmung



TecTem hat mit 0,55 W/mK einen viel schlechteren Dämmwert/Lambda als richtige Dämmstoffe mit ca 0,38-0,40 und erfordert einen sehr ebenen Untergrund, der bei Fachwerk und Decken kaum gegeben ist.

Sofern sich hinter der Nachbarwand beheizte Wohnräume befinden müssen diese gar nicht gedämmt sondern allenfalls verkleidet werden, wofür ich zumindest Gipsfaserplatten wie Fermacell oder Lehmbauplatten verwenden würde.

Bei der Dachgeschoßdecke können Holzfaserplatten aufgelegt werden, die es auch begehbar gibt oder einfach lose Zellulose aufblasen, wenn kein Lagerraum benötigt wird.
Randbereiche abdichten, um Hinterströmung der Decke mit Außenluft zu verhindern



Anmerkungen



Hallo,

vielen Dank für die Rückmeldungen.
Zu diesen würde ich kurz Bezug nehmen und noch mit mehr Informationen anreichern.

1. Außenwand: Diese ist nur verputzt. Der Dachüberstand ist nur ca. 5-6cm. Somit kommt eine Außendämmung nicht in Frage. Da Doppelhaushälfte und teilweise Mansarde wäre dies aus meiner Sicht zu aufwendig. Ein Denkmalschutz besteht nicht.

2. Was sind "richtige" Dämmstoffe?

3. Die Nachbarwand ist warm, wir wollen hier aber gern einen Schallschutz, da diese nur eine 12cm Innenwand ist und man jeder Geräusch hört. Wie können wir hier einen Schallschutz anbringen? Ständerprofil mit Farmacellplatten und welcher Dämmung?



Richtige Dämmstoffe



damit meint Herr Teich wahrscheinlich die in der Fachwerkinnendämmung bewährten und üblichen Holzfaserdämmplatten, bevorzugt in Kombination mit Wandheizung.
100mm Innendämmung ohne Wandheizung ist als kritisch anzusehen, weil der Taupunkt zu weit in die Fachwerkkonstruktion verlegt wird.
Eine Innendämmung muss genau geplant und an die Gegebenheiten vor Ort angepaßt werden, da geht es um die Vermeidung von Wärmebrücken an einbindenden Bauteilen und die richtige Ausführung am Wandfuß, die Durchführung durch die Decken und die Anbindung an die Dach bzw. Deckenkonstruktion. Das sollte man einem Fachmann überlassen, idealerweise läßt der sich auf einen hohen Anteil von Bauherrrenmitarbeit ein.
Zur Nachbarwand: Die Unterkonstruktion sollte von der Nachbarwand entkoppelt sein und mit relativen schweren Dämmstoffen, wie flexible Holzfaser/ Hanffaser gedämmt werden. Idealerweise wird die UK mit einer Lehmplatte beplankt und unter Verwendung eines Armierungsgewebes mit Lehmputz gespachtelt.




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