Innendämmung und Lärmschutz OHNE Lehm

17.09.2008



Vor mehr als 10 Jahren bezuschusste das Straßenbauamt eine Lärmschutzinnenwand und Innenfenster in meinem
Fachwerkhaus.
Nach diversen Beratungen, auch bei der Denkmalbehörde, erging die Empfehlung ohne Dampfsperren zu arbeiten
und einen Feuchteaustausch von innen nach außen sicherzustellen. Hohlräume seinen zu vermeiden.
Nun frage ich mich, ob das auch funktioniert, bauphysikalisch oder ob ich eine Rottehöhle habe.
Berechnungen, so sagte man mir, seinen kaum machbar, da die Balkenquerschnitte wechseln, Zapfen-und Holznagellöcher da seien und dies zu ständig anderen Bedinungen in der Wand führe.
Das ist mir auch eingängig.
Nun bitte mal eine Fachmeinung aus Erfahrungswerten, denn vieles funktioniert bekanntlich in Praxis, was auf dem Papier nicht geht.
Wir haben von außen nach innen:
1. Die Fachwerkständer. Riegel und Streben mit 16 cm Stärke (+/-)
2. Die Ausmauerung besteht aus Feldbrandbacksteinen mit Kalkmörtel gemauert 11,5 cm stark
Kalkputz als Fertigware balkenbündig verputzt.
3. Die Innenwand ist aus Kalksandsteinen (unverputzt) ist 11,5 cm stark
4. Zwischen Innenwand und der ausgemauerten Fachwerkkonstruktion ergaben sich unterschiedliche
Hohlräume (logisch, denn die Fachwerkkonstruktion ist nie komplett im Lot), die zwischen 5 und 10 cm
breit sind und mit Blähtonkugeln, Sand und Kalk als erdfeuchtes Gemisch verfüllt wurden.

Das Haus liegt leider an einer vielbefahrenen Straße, es gibt Spritzwasser und auch Erschütterungen, wenn
ein LKW vorbeiknallt.
Der Lärmschutz funktioniert prima. Die Fenster sind außen Sprossenfenster und innen bündig mit der KS-Wand
Isofenster 2flg. (Vroegum).
Aber was ist mit dem unberechenbaren Taupunkt?
Ich freue mich über Meinungen und evtl. Tips hierzu



Taupunkt



So unberechenbar, wie Sie meinen, ist der Taupunkt auch wieder nicht. man muß sich aber klarmachen, daß alles was wir in die Rechnung einstellen, nur Annahmen sind.
Zum Beispiel die Frage nach den tatsächlichen Materialwerten und den Rechenwerten.
Das fängt ja schon bei den nur scheinbar kalkulierbaren KS-Steinen an. Welche sind es denn genau ? (Rohdichte, WLG, Diffusiionswiderstand).
Und bei der "Füllung" geht es dann richtig los:
Kalk, Sand, Blähton ?

Wenn es Sie interessiert, könnte man ja mal Bandbreiten rechnen.

Überraschend das die Konstruktion wahrscheinlich sogar funktioniert.

Grüße



der rechnerische Taupunkt wird wohl im Blähton-Sandgemisch



liegen. Da dürften keine größeren Bauschäden zu erwarten sein,zumal das mit Sand und Kalk gemischte Material Feuchte kapillar weiterleiten kann. Eine zusätzliche Dampfbremse ist hier nicht notwendig, die würde eher der Konstruktion schaden.



Bloß Interesse halber...



...wo steht den die KS-Wand drauf? KS hat ja eine ganz schöne Dichte.

Gruß Patrick.



Innendämmung und Lärmschutz, Kalksandsteinwand



Danke für die flotten Antworten, ich bin fürs erste beruhigt.
Die KS-Steine sind Vollsteine 11,5 mit einem Griffloch. Ich habe natürlich keine Ahnung welche Werte die haben können,
ich darf annehmen, dass diese bei Vollsteinen gleich sind.

Die Frage, wo die denn draufstehen:
Die stehen auf der Blähton-Sand-Kalkmischung, die ich auf das freigelegte Gewölbe aufgebracht habe.

Die Sache scheint ja auch zu funktionieren, denn weder schimmelt es, noch riecht es, noch gibt es irgendwo feuchte sichtbare Stellen. Nur habe ich im EG manchmal den Eindruck,
daß hier recht viel geheizt werden muss. der Raum ist im Sommer immer kühl, die Menge Sonne kommt auch nicht rein im
EG bei nur einem Südfenster und einem Baum davor.

Es ist aber eben eine Ungewissheit, was bei den erheblich unterschiedlich breiten Hohlräumen, die mit dem Blähton-Sand-Kalkgemisch ausgefüllt sind, passiert.
Ist denn der ominöse Taupunkt eine Sache, die nur im Winter bei Minusgraden relevant ist oder ist das gnzjährig Thema?

Die Raumfeuchte will ja immer herausgebracht werden, sei es durch die Dunstabzugshaube, eine offene Tür oder ein offenes fenster oder eben die Wand.

Gruß und danke schonmal.
Donno



Eine massive Kalksandsteinwand



auf einer Blähton-Sand-Kalk-Mischung auf einem Gewölbe?
Ich hoffe die Massnahme wird von einem Statiker begleitet.



Und wie lange genau...



...steht das Gebilde jetzt so? Das hört sich ganz schön abenteuerlich an. Die Wand wiegt ja ein paar Kilo.

Gruß Patrick.





Hallo miteinander, ich wollte eigentlich nochmal nachhören,
ob der Taupunkt aus außerhalb von Minusgraden relevant ist.
Der Aufbau der Lärm und Dämmwand ist ja schon genug beschrieben.

Zum Thema, wo die Wand drauf steht:
Die Wand steht herrlich und in Frieden ohne jede Rissbildung oder Setzung sei 12 Jahren.
Ich wüßte auch nicht wo da ein statisches problem sein sollte. Das Blähton-Kalk-Sandgemisch wurde erdfeucht eingebracht. Die Last liegt doch nicht auf einem Punkt sondern verteilt sich. Das Gewölbe ist aus Sandstein und
über 50 cm in der Dicke.



...und wie schon mal gesagt, es gibt reichlich Dinge die funktionieren praktisch und nicht in der Theorie.
Aber vielleicht kann ich noch was zu der Taupunktsache hier mitnehmen.


Donno grüßt ftreundlich



wie der Name "Taupunkt " besagt, ist die kritische Situation



im Winter, wenn es taut vor allem relevant. Wenn draußen -10 Grad, drinnen +20 Grad sind. Im Sommer gibts da no problems.