Innendämmung, Taupunkt, Folgen

06.05.2009



Hallo zusammen.
Mal ne Frage: Ich habe die Innenwände (Bruchstein ca. 85 c.) unnd nur die Bruchsteinwände mit Dämmplatten (Pavatex 4 cm Nut und Feder) belegt.
Vorgehensweise war wie folgt:
Lehmunterputz ca 2 - 3 cm (je nach "Buckel in den Wänden),
Platten geklebt mit Lehmputz und gedübelt,
dann Lehmunterputz ca. 0,5 - 0,8cm dann Gewebe.
Ich lese immer wieder von "vermeiden voh Hohlräumen!!
Was passiert, wenn sich nun doch der eine oder andere Hohlraum eingeschlichen hat?
Und was ist das m it dem Taupunkt?
Ach ja, zum Schluss soll alles mit Lehmfeinputz abgeschlossen werden.
Danke erst mal
Günter



Taupunkt bei Innendämmung



Bei Innendämmungen gibt es einen kritischen Punkt bzw. Ebene, der Übergang zwischen der Dämmung = warm und der Außenwand = kalt.
Dort kann Feuchte, die sich gasförmig in den Hohlräumen der Dämmung befindet, auf der Innenseite der Kleberschicht kondensieren. Es entsteht ein Dampfdruckgefälle, weitere Feuchte diffundiert gasförmig nach und kondensiert weiter. Im ungünstigsten Fall fällt (theoretisch)soviel Kondensat zwischen Kleber und Dämmstoff aus, das sich die Platte lösen kann oder Schimmelbildung beginnt.
Dieses Szenario ist aber relativ zu sehen, da dieser Zustand nur bei sehr ungünstigen Bedingungen eintreten kann.
Es werden nur kleine Mengen an Feuchte durch Diffusion transportiert, eine Akkumulation erfolgt nur bei stationärer Betrachtungsweise.
Nun verhält sich eine Wand aber instationär; die klimatischen Bedingungen sind nicht starr. Es gibt auch Zustände, bei denen die Wand wieder trocknet.
So wirkt z.B. dem Feuchtetransport durch Diffusion die Kapillarität der Dämmung entgegen, die Kondensat wieder nach innen transportiert, wo sie verdunsten kann.
Diese Kapillarität wirkt der Feuchteakkumulation entgegen. Die kapillare Transportleistung ist um Größenordnungen höher als die bei Diffusion.
Das ist das Grundprinzip einer kapillaraktiven Innendämmung.
Bei nicht kapillaren Dämmstoffen wie Miwo muß Diffusion unterbunden werden (Dampfsperre), da Mineralwolle zwar praktisch diffusionsoffen, aber kapillar nicht leitfähig ist.
Aber:
Wer seine Wohnung nicht ordentlich lüftet, wenig heizt und lieber in seinem Mief hängt, bei dem kann auch mit den besten Dämmkonzepten Schimmel auftreten. Alles kann man mit Technik eben nicht ausbügeln.
Der Taupunkt ist deshalb kein feststehender Wert, sondern eine vom Raumklima abhängige Größe.
Beispiel: Bei 21°C Innentemperatur und 55% rel. Luftfeuchte beträgt der Taupunkt 11,6°C, bei der gleichen Temperatur, aber 75%RLF liegt er bei 16,4°C.
Oder: Wenn die Raumtemperatur von 23°C und ca. 55%RLF auf 12°C abgesenkt wird, steigt die RLF auf ca. 100%.
Ein paar Grad Abkühlung lassen die relative Luftfeuchte drastisch ansteigen, der Taupunkt wird erreicht.

Viele Grüße



Das mit dem Taupunkt



hat Kollege Georg Böttcher hervorragend beschrieben.
so wie ich allerdings die vorgehensweise lese, haben sie ja den Lehm 2-3cm vollflächig aufgetragen und dann die Dämmplatten angebracht und verdübelt.
Bei Lehmputz auf Pavatex wird eine Unterputzstärke von midestens 10 mm Putztärke angeraten.

Grüsse Thomas