Was könnte das sein? Hausschwamm, Schimmel oder nur Wasserränder?

28.01.2010


Hallo!

An der Unterseite von Holzdielen des Spitzbodens im Dachboden eines Mehrfamilienhauses (kein Fachwerk, Baujahr ca. 1895), befinden sich die auf dem Bild zu sehenden Flecken.
An der Oberseite sind die Dielen stark mit Taubenkot verunreinigt. Es gab einen Feuchteschaden dessen Ursache (undichte Dacheindeckung) behoben wurde.

Könnte es sich hier um den Befall mit Pilz, etc. handeln oder handelt es sich hier nur um durch die Feuchtigkeit in Verbindung mit dem Taubenkot (oder Anderem z.B einem Kalkanstrich) verursachte Flecken?

In meiner Bildergalerie befinden sich noch mehr Bilder hierzu.




Die Bretter machen erst einmal ....



... einen "gut" imprägnierten Eindruck. Vermutlich nicht nur von Taubenmist. - Wie sehen denn die Ziegel auf der Unterseite aus?

Von Schimmel kann ich aus der Ferndiagnose nichts erkennen - dennoch würde ich mal die Holzfeuchte messen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,

Da Taubenkot ein sehr guter Nährboden für Pilze ist würde ich das vor Ort von einem Fachmann begutachten lassen.

Grüße aus Schönebeck



Sieht für mich auch eher



nach durchgeweichter Taubensch..... aus. Was das nu mit dem Holz macht...keine Ahnung.

Wenn da augebaut wird, kommts eh raus, oder?

Gruss, Boris





Vielen Dank schon mal für die schnellen Antworten.

@Frank: Hier noch ein Bild der Unterseite der Ziegel.

Ich denke die Dielen müssen bei einem Ausbau komplett entfernt werden. Hatte aber Sorgen, dass sich hier etwas Übleres als "nur" Taubenkot ausgebreitet, und auch die Balken in Mitleidenschaft gezogen hat.

Grüße
Andreas



Danke für das Bild...



... ich wollte nur mal sehen wieviel Salpeterauswaschung von den Ziegeln her vorliegt. So gravierend ist das nicht. Aber auch auf dem Foto kann man gut erkennen, dass da mit irgend einer weißlichen Brühe - vermutlich Kalk gearbeitet wurde.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Sieht so aus, als währen die Ziegel schon mal umgedeckt worden.
Kalkreste von der original Eindeckung vermutlich.

Grüße aus Schönebeck





Auf diesem Bild von einer anderen Stelle sieht man auch nochmal, dass da wahrscheinlich mit irgendeinem weißlichen Anstrich gearbeitet wurde.

In einem anderen Beitrag habe ich gelesen, dass Kalkanstriche teilweise mit Holz- und/oder Brandschutzmitteln gemischt wurden.

Im Fall von Brandschutzmitteln, was wurde hier im in Frage kommenden Zeitraum üblicherweise benutzt? Und würde hier bei einem Ausbau eine luftdichte Verkleidung der Balken reichen, oder müßte das Holz abgeschliffen und/oder dampfdicht verschlossen werden?

In dem erwähnten Beitrag stand, das in älteren (17./18. Jahrhundert) Anstrichen teilweise auch Asbest verwendet wurde. Wurde das seit ca. 1890 in Brandschutzanstrichen in Dachböden noch regelmäßig benutzt?

So wie es aussieht müßte hier auf eine ganze Reihe unterschiedlichster Schadstoffe getestet werden.

Grüße
Andreas



Kalkanstrich



Brandschutzanstriche,
schon gar nicht mit Asbestbeimengungen, gab es im 16./17.Jhr. nicht.
Während des 2.WK wurden Dachtragwerke von Häusern mit Brandschutzanstrichen versehen. Spezielle Systeme gab es dafür nicht bzw. sie waren in der Menge nicht verfügbar.
Man behalf sich mit Wasserglas, Gips, Kalk und Schlämmkreide.
Gips ist ein hervorragendes Brandschutzmittel.
Vorbeugender chemischer Holz- und Brandschutz wurde zum Zeitpunkt der Errichtung (Ende 19.Jhr. nur gezielt bei speziellen Anwendungen (Eisenbahnschwellen, Leitungsmasten,Ingenieurbauwerke, Balkenköpfe) eingesetzt.

Viele Grüße





Hallo,
wie Herr Böttcher schon sagt, waren diese Anstriche ursprünglich als Brandschutz gedacht. Da Kalk alkalisch ist, beugt er einen Befall von Holzzerstörenden Pilzen auch vor.


Grüße Schönebeck