Wer kennt den Sinn dieser Gefacheöffnungen?




Hallo zusammen.
Ich stoße bei meiner Arbeit immer wieder mal auf diese oder ähnliche Holzkästen in Ausfachungen. Mein Verdacht währe in diesem Fall ein Hühner bzw. Taubenausflugsloch. Diese Ausfachung befindet sich im Dachgeschoss ca. 5-6m über dem Außengelände in einer Außenwand. Ich habe aber ähnliches auch schon in Wohnraumbereich in Innenwänden gesehen. Vielleicht kann mir ja hier jemand etwas dazu sagen. Grübelnde Grüße.



Vermute sehr stark, --



daß es sich hierbei um Fangöffnungen für Tauben handelt.
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Nachdem man damals die eigentlichen Einfluglöcher des Taubenschlages zugestellt hatte, haben die Tauben natürlich
versucht, auf einem anderen Wege in ihre " Wohnung " zu gelangen.
Doch wartete hinter diesen neuen Türen meist der Henker.
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Auch wir hatten bis in die siebziger Jahre hinein einen
Taubenschlag mit sogenannten " Feldflüchtern ".
- also mit halbwilden Tauben --
Oma Emma hat aus denen stets eine leckere Mahlzeit gezaubert.
Nudeleintopf mit Taubenbrust --- LECKER !
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Na ja, für eine 7- köpfige Familie mußten dann schon einmal
ein Dutzend Täubchen dran `glauben.( für eine Mahlzeit )
Auch unser Hofhund bekam stets seinen Anteil von dem
monatlichen Massaker.
Eines Tages entschlief er dann friedlich an Altersschwäche.
- Hätte es damals schon die Vogelgrippe gegeben, wäre er
wahrscheinlich aus lauter Angst davor jämmerlich verreckt.
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Nur gut, daß Tiere nicht lesen können.
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A. M.





Ja Andreas, das mit den Tauben habe ich mir bei obrigem Bild auch so gedacht. Die alten Fangmethoden sind ja interessant, die armen Tauben können einem ja schon fast leid tun...
Aber was ist von solchen Öffnungen in Innenwänden zu halten? War vielleicht auf der einen Seite der Hühnerstall und wenn die armen Tierchen dúrchgehuscht sind, wartete auf der anderen Seite schon die Köchin mit Beil und Kochtopf??
Gruß Mathias



Taubenschlag?



Hallo Mattias Josef,
leider kann ich Dir auch nicht wirklich weiterhelfen,aber wenn Du etwas herausbekommen kannst,fände ich das ganz toll.Wir haben in unserem Haus auch so einen Holzkasten in einem Gefach und ich konnte mir bisher auch keinen Reim darauf machen.Unserer ist hochkant,ca.40x60cm groß und in einem Innenraum im 1.Stock,wobei die Wand ursprünglich (1778)Außenwand war und das Nebengebäude ca.1800 angebaut wurde.Die Idee mit den Tauben finde ich einleuchtend,Hühner wurden im 1.Stock wohl eher selten gehalten,außer,man hatte eine echt hohe Leiter(die berühmt-berüchtigte Hühnerleiter,aber auf der kommt man vor lauter Dreck nicht weiter).Bin gespannt,ob´s jemand weiß.
Es grüßt die neugierige
Christine von der Brücker Mühle



Schlupflöcher in Innenwänden



-- könnten eventuell für Zimmertiger ( Katzen ) vorgesehen
worden sein.
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Mit schönen Grüßen zum Sonntag -
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A. Milling



Gefachöffnung



... weitere Möglichkeit der Öffnung im Aussenbereich ist / war eine von innen zu bediende Beleuchtung (in unserem Haus z.T. auf alten Fotos zu erkennen), dann aber eher im EG oder OG d.h.im DG unwahrscheinlich. Ähnliches gilt auch für Innenräume, hier waren die Öfnnungen zwischen den Räumen für die Mitbeleuchtung des Nachbarraumes.

Gruss Yutta



Gefachöffnungen



Dachog. Ob´s nun hier zutrifft? Früher waren nun die Leute sparsammer und anspruchsloser als heutzutage. Nicht in jedem Raum stand ein Ofen, bzw. mußte beheizt werden. Beheiztes Schlafzimmer war Luxus. Damit etwas warme Luft durch das Haus strömte, wurden unter anderem in einem Gefach, zumeist unter der Zimmerdecke, 1-2 Stein große Öffnungen gelassen. In den Zimmern der oberen Etage, dementsprechend kurz über dem Fußboden. So konnte die warme Luft aus und in die Zimmer ohne die Türen offen stehen zu lassen. Hier spielten auch Überlegungen zum Brandschutz eine Rolle. Was die gleichgroßen Öffnungen in den Außenwänden betrifft, nehme ich an, daß diese oft unter den den Decken der Räume angeordnet waren und zwar meistens paarweise. Diese "Löcher" dienten der Luftzirkulation. Während der Heizperiode wurden diese mit Stroh,Heu oder alten Lumpen abgedichtet. In Küchen aus dieser Zeit, befand sich nur ein Loch, der sogenannte Dunstabzung. Aus diesem entwich der beim Waschen oder Kochen entstehend Wasserdampf ins Freie. Jede Gegend hat nun fast seine eigene Bezeichnung dafür, Wrasen, Brieten usw. Etwa 1/4 oder 1/2 Steine starke Öffnungen in den Außenwänden (zumeist in ehemaligen Küchen),etwa 20-30 cm über den Fußboden, können als Rauchabzug von Gruden gedeutet werden. Es waren dies gemauerte Feuerstätten, die mit Brikettabrieb, dem sogenannten Grudekoks befeuert, besser beheizt wurden. Der Rauchabzug ging durch dieses Mauerloch direkt ins Freie. Die Bauersfrau setzte ihre für Mittag geplante Mahlzeit in Töpfen in die Grude. Die Grude war immer in Betrieb. Auf die vorhandene Glut wurden einige Lagen Koks aufgeschüttet und ab ginds auf den Acker. Mittags war das Essen fertig. Natürlich waren Erfahrungen nötig. Aber geschmeckt hat es. Mfg ut de Oltmark.