Neukauf




Hallo ,

ich stelle mich erst mal vor.
Bin männlich 37 und habe mir ein schickes Fachwerkhaus gekauft.
Es wurde 1653 gebaut.
Jetzt will ich es tapezieren,jedoch will ich erstmal von euch etwas wissen.
Die Aussenwände wurden von innen mit Styropor gedämmt und mit Gipskarton verkleidet.
Ich halte das für irre,was meint Ihr?
Dann die Zwischenwände mit Tiefengrund vor dem tapezieren behandeln????

Danke für zahlreiche Antworten



Schickes Fachwerkhaus



ich halte Styropor im Fachwerkhaus für schadensträchtig, weil eindringende Feuchigkeit nicht nach innen rücktrocknen kann. Wie sind denn die Innenwände jetzt gestaltet? Ich persönlich finde Tapete im Fachwerkhaus auch nicht schick, irgendwie werd ich den Geschmack von Stilbruch nicht los. Früher waren die Wände innen oft auch fachwerksichtig, die Wände der guten Stube waren verputzt und oft aufwendig schabloniert. Kommt aber draufan, was Du für ein Wohnkonzept hast.



Antwort



Nun die gesamten Wände wurden vom Vormieter mit ekelhafter Tapete beklebt.Momentan weiß ich aber nicht wie es unten drunter ist.kann erst ab
26.10 richtig rein.
Am 18 kommt der Mann vom Denkmalschutz mal sehen was er so sagt.
Dämmung von Innen mitSteinwolle?



Kapillaraktive Dämmstoffe



Als ich bei meinem Haus gesucht habe bin ich über Holzweichfaser, Calziumsilikat und Multipor, vollflächig geklebt gestoßen.

Wobei bei mir eine Styroporuntertapete auch keine Feuchteschäden hinterlassen hatte.

https://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/

Ähnliches wird auch hier im Forum immer wieder diskutiert.

Gruß Herbert



Fachwerkhauskauf



Du hast Dir ein Fachwerkhaus gekauft ohne zu wissen, wie der Wandaufbau ist? Mutig, ich wünsch Dir wirklich gutes Gelingen und rate Dir, wenn schon nicht beim Kauf, dann wenigstens bei den weiteren Baumaßnahmen einen fachwerkerfahrenen Baumeister zu konsultieren.





Styropor und Gipskarton als Innendämmung ist generell eine schadensträchtige Konstruktion. Es gibt wohl aktuell eine Dämmplatte von Knauf mit Styropor auf GK geklebt und irgendwelchen feuchteleitfähigen "Gucklöcher", die Eignung ist m.E. sehr (hinter)fragwürdig und im Kleingedruckten wird die Eignung ausgeschlossen.
Mit Tiefengrund und Tapete verminderst du die wohnraumklimaförderlichen Eigenschaften vom Lehm, gleiches gilt für Dispersionswandfarben und Zementputze. Ich würde an Außenwänden ausschließlich kapillar leitfähige Bau- u.Dämmstoffe verbauen, MIWO, Steinwolle,GK, OSB, gehören nicht dazu.

Gruß
D



B



Nun ich kann ja schlecht die Wände aufklopfen bei der Besichtigung.
Habe ja noch die Chance vom Vertrag zurückzutreten falls
der Mann vom Denkmalschutz was negatives entdeckt.



Wie fass ich es zusammen.....



OGottOgott.....

Sorry.

Bei den wenigen Informationen kam bei mir vor dem inneren Auge das Bild eines auf hübsch kaputtsanierten dem Mainstream angepassten Hauses auf.

Und was will der Denkmalschutz sehen ? EINZELDENKMAL ? Ensembleschutz ? Planst Du Umbauten , bei denen der mitsprechen möchte ? Und dann im Zuge desssen auf einer originalgetreuen Rekonstruktion bestehen....

Du kannst zwar keine Bauteilöffnungen im großen Umfang bei der Besichtigung machen, aber die Sanierung ist ja hoffentlich dokumentiert...oder Marke Eigenbau - viel hilft viel von Allem was der Baumarkt so hergibt ?

Bevor du darüber nachdenken kannst, welche Tapete du auf einer wie auch immer vorbehandelten Wand anbringen kannst, solltes Du das Haus in seiner Grundsubstanz kennenlernen..

Bei einem Haus , das bereits seit mehr als 400 Jahren steht, würde ich jedenfalls mit einer großen Portion Ruhe und Sorgfalt ans Werk gehen und mich auf etwas mehr als "Maler-Teppich-Fliesen" einstellen.



Wände aufklopfen



kannst Du natürlich bei einer Besichtigung nicht. Daher einen erfahrenen Fachwerkmenschen mitnehmen, der an bestimmten Stellen weiß, worauf man achten muss. Und der Verkäufer ist verpflichtet, Auskunft über den Zustand und den Aufbau zu geben. Trotzdem jetzt keine Panik, aber wie gesagt, jetzt Hilfe holen und einen Plan machen.





Hallo David,

die gute Nachricht: "Ich halte das für irre" zeigt, dass Du einen Riecher für die richtigen Fragen hast ;-) - wenn auch leider ein bisschen spät. Vor dem Kauf wäre besser gewesen...

Für andere die eine Hausbesichtigung noch vor sich haben: Bevor ich ein Haus mit ungewisser "Sanierungshistorie" kaufen würde, hau' ich die Wand auf. Klar, nur mit Genehmigung des Besitzers. (Dass bei meiner einen Besichtigung Teile vom Putz an der Decke runtergefallen sind... da ist der nette Architekt zufällig drangekommen... mit dem Autoschlüssel... der Kaufpreis ist danach 40.000 Euro gesunken weil das Dach "Brennholz" war... Zufall oder so... leider "musste" ich danach ein anders Haus kaufen dass noch 79.999 Euro günstiger war... :-) )

Wo genau steht denn Dein mit Styropor verhübschtes Traumhaus? Vielleicht wohnt ja ein Experte ganz in der Nähe, der auch einen Autoschlüssel zum Freilegen hat...

Viele Grüße

Dirk