Tapeten runter, Farbe drauf; aber welche nimmt am besten?




Hallo, liebe Fachwerker,

in einigen Wochen können wir unser Haus mit Einliegerwohnung endlich beziehen. Die Einliegerwohnung wird teilweise der Hauptwohnung zugeschlagen und als 1-ZKDB zur Gästeunterkunft, und um die geht es:

Sie wurde z.T. tapeziert, was nicht wirklich schön aussieht und mE in einem 168 Jahre alten Fachwerkgebäude auch nicht zwingend was zu suchen hat. So sollen die Tapeten jetzt auch runter und stattdessen schöne Naturfarben aufgetragen werden.

Was nimmt man da am besten?
Ich habe mal einen Tipp bekommen, mit Mineralfarben (also wahrscheinlich auf Kalk-Basis) zu arbeiten.

Kann mich jemand erleuchten? :-)

Viele Grüße aus Oberberg
Jörg Pauly





Für die Dekoration des Fachwerkhäuschen mit Naturfarben gibt es mannigfaltige Möglichkeiten, da kann man getrost jegliche Geschmacksfrage in den Vordergrund stellen.

Um da unnötige Umwege zu vermeiden, empfehle ich hier die Baumärkte zu meiden.

Ich kann da die Firma Kreidezeit empfehlen, die decken die ganze Palette ab und sind schon drei Jahrzehnte im Geschäft und beschäftigen sich umfassend mit ihren Produkten. Die wirtschaftlich fair feilgeboten werden.

Vielleicht kannst du ja einen Händler in der Nähe ausmachen, der sollte bemüht sein euch zu beraten und anschauliche Muster vorzeigen können.

Ansonsten sei die Telefonberatung empfohlen.

http://www.kreidezeit.de/

http://www.forumnatura.de/de/brand-eins-artikel-kreidezeit


Empfehlenswert und über 4.000 Jahre bewährt, sind Kaseinfarben, hier werden Pigmente/Füllstoffe, vornehmlich Marmormehle italienischer Provenienz, Kreide und weiße Tonerde durch einen Leim aus aufgeschlossenem Milcheiweiß (Kasein) gebunden. Als Lösemittel wird nur Wasser baustellenseitig hinzugegeben.

Besonders für Feuchträume ist der Einsatz von Sumpfkalkfarbe, hier besteht das Pigment und Bindemittel aus gebrannten sehr reinem Kalkstein, der zu einem Löschkalkteig verarbeitet wurde, zu empfehlen. Dieser erhärtet an der Wand wie Kalkputz durch Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft zu Kalkstein.

Hinter der Begrifflichkeit "Mineralfarbe" verbirgt sich meist ein Gemisch aus Wasserglas, einem mineralischen Bindemittel das seit 1900 vermehrt zur Farbenherstellung eingesetzt wird und Kunstharzbindemitteln.

Davon setzen sich die Silikatfarben ab, die nur um die 3 Prozent Kunstharze enthalten und genauer als Dispersionssilkatfarbe bezeichnet werden.

Bestenfalls die "Rein Silikatfarben" kommen ohne organische Bindemittel aus, müssen aber auf der Baustelle immer aus zwei Komponenten gemischt werden. Auch ist die Verarbeitung die Königsdisziplin und auch der preisliche Anspruch ist auf höherem Niveau. Diese Farben sind primär für hochwertige Fassadenanstriche. Auch da hat der besagte Hersteller Produkte, dass Studium der Merkblätter auf der Website gibt (fast) erschöpfend Auskunft.



Super, vielen Dank!!!



Hallo, Mario,

danke für die umfassende informative Antwort.

Ich gebe Dir Recht, mit Billig-Billig kommt man in den seltensten Fällen weiter.
Ich schätze, ich werde auf Kreidezeit-Produkte zurückgreifen.

Nochmals vielen Dank & viele Grüße
Jörg