Rigips oder Heraklih

12.08.2007



Unser Dach wurde von aussen neu gedämmt mit Dampfbremse. Dabei haben die Handwerker einen Fehler gemacht und es muß jetzt nochmal die Unterspannbahn kontrolliert werden. Dazu werden jetzt von innen die Dachschrägen abgenommen und müssen anschließend wieder verkleidet werden. Im Badezimmer ist jetzt Heraklith mit Zementputz verabeitet ohne Tapete , die Farbe ist direkt auf dem Putz. Nach meinem Empfinden ist das im Feuchtraum eine gute Konstruktion. Wenn die neue Verkleidung mit grünem Rigips gemacht wird, ist das dann genau so gut wie vorher? Kann man Rigips auch ohne Tapete streichen? Ich möcht keine Tapete da diese ja schimmeln könnte! Welchen Farbe nimmt man für Feuchtraumwände die nicht direkt nass werden?
Gruß, John



Dekorlehmputz



Hallo,

mit entsprechender Grundierung (Silikatgrundierung Preludio) eignen sich farbige Lehmputze besonders gut zur Überarbeitung von Rigipswänden im Bad, weil sie die anfallsartig auftretende Feuchtigkeit (z.Bsp. nach dem Duschen) aufnehmen und nach und nach wieder an den Raum abgeben, wenn die Raumluftfeuchte abnimmt. Die Feuchtigkeit kann sich so nicht an der Wandoberfläche niederschlagen. Deshalb gelten Lehmputze hier als Schimmelprophylaxe. Der Wandaufbau im Nicht-Spritzwasserbereich müsste demnach so aussehen:
- Rigipswand (2 x gespachtelt und geschliffen)
- gekörnte, diffusionsoffene Putzgrundierung (Auftrag mit der Rolle)
- farbiger Lehm-Spachtelputz (Auftrag mit venezianischem Glätter und Putzkelle)

So braucht es keine Tapete, die Wand ist (mit farbigem Lehmputz) beliebig oft wieder überarbeitbar und der Lehm-Spachtelputz schafft ein gutes Raumklima im Bad.



Wiederspruch sei doch erlaubt, ...



...wenn wir aus eigenen Erfahrungen heraus beanstanden dürften, daß Beschichtungen im Millimeterbereich mit Lehmfeinputzen eher der Verkaufsphilosophie zur Feuchteregulierung in den wirklichen Feuchträumen behilflich sein dürften, als einere wahren Verhaltenssituation diesbezüglich.
Vor einigen Jahren entstand bereits ein ähnlicher Fall durch eine Fernsehausstrahlung, wo erklärt wurde, daß LESANDO-Farben sinnvoll in Bädern wären, um eine wirkliche Klimaverbesserung (Feuchteregulierung) zu erreichen.
Wir bekamen eine Welle von Anfragen und mußten dazu natürlich "Farbe" bekennen und klärten die Interessierten nunmehr erst einmal wahrheitsgemäß auf.
Feuchteregulierung bekommt man bestenfalls mit Masse hin, also entsprechenden Putzstärken und guten Unterkonstruktionen.
Also magnesithgebundene Heraklithplatten, Holzweichfaserplatten, Lehmbauplatten u.ä.
Ihre bisherige Konstruktion war also nicht ganz schlecht, nur eben der Zementputz war nicht die richtige Entscheidung.

Fachgrüße

Udo Mühle



Die Frage war: "Welche Farbe und welche ist eine WIRTSCHAFTLICHE LÖSUNG?" (!!)



an John Buschmann:
Die Aufnahme von Feuchtigkeit der Wandfläche ist in erster Linie davon abhängig WIE GROSS DIE DIFFUSSIONSFÄHIGE WANDFLÄCHE IST! Speziell im Bad ist diese Anforderung umso wichtiger, weil hier innerhalb von Minuten die Raumluftfeuchte erheblich zunimmt.

an Udo Mühle:
Wer seine Einlassungen mit "Fachgrüßen" beschließt, sollte bevor er mit Dreck wirft doch lieber beim Lehm bleiben und die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit Praxiswissen verbinden.

Um die Frage von John Buschmann zu beantworten
1. Lehmdekorputz auf Rigips ist sicher nicht die bauphysikalische Glanz-Lösung, (das sind Verbundstoffe mit Gips nie) aber diese Lösung ist - im Gegensatz zur Standard-Antwort der Lehmbauer ("Hauptsache viel Lehm und hohe Schichtstärken") - definitiv raumklimatisch wirksam und v.a. sie ist ERSCHWINGLICH.

2. Bei Minke ist nachzulesen dass selbst bei 115 mm dicken Lehmputzen innerhalb von 24 Stunden (das sind 1.440 Minuten) nur die ersten 20 mm (!) überhaupt Feuchtigkeit aufnehmen. 80% der im Raum anfallenden Feuchtigkeit werden auf den ersten Millimetern der Wandoberfläche aufgenommen...



Mit freundlichem Gruß

Robert Schuh