Bilder unter Tapete gefunden

31.08.2005



Ich renoviere zur Zeit ein altes Haus. Baujahr 1899. Unte zig Schichten Tapete habe ich uralte einfache Malereien an einigen Wänden gefunden. Z.B. Blumen und einfache Muster.
War das früher so üblich weil es noch keine Tapete gab? Wer kann mir darüber etwas sagen ? Sollte man so etwas Restaurieren lassen ?



Wenns doch gefällt



War nicht unbedingt die Regel, findet man aber oft.
Wer alt toll findet sollte nach Geschmack entscheiden und jemanden finden, der restaurieren kann.
Die vielleicht versteckte Frage, ob das den Wert des Hauses steigert, würde ich verneinen. Es müßte sich da schon um bedeutende Fresken handeln und nicht nur um alte Schablonen- Deko.
MfG, St. D.



Auch mit einer einfachen Schablonenmalerei --



kann man -
Rundgang durch unsere Wohnung Rundgang durch unsere Wohnung


- durchaus reizvolle Effekte erzielen.
Solche Schablonen gibt es im Malerfachhandel -
oder einfach selbst aus einer festen Pappe und mittels
eines spitzen und scharfen Messers herstellen.
-
Mit kreativen Grüßen

Andreas Milling



Der Dosenöffner sollte mal malen lernen!



Kein Künstler schmeißt seine Bilder weg, nur weil sie am Markt nicht zu veräußern sind!

Aber Hallo,

man sollte durchaus versuchen, diese versteckten Geschichten zu erhalten! Das Argument der Wertsteigerung halte ich für völlig überflüssig und zeugt von Unkenntnis!

Auch eine einfache Schablonenmalerei ist es wert, erhalten zu werden!
Mit einfachsten Mitteln kann man dieser auch zu neuem Glanz
verhelfen!

Erhaltende Grüsse

Micha



Danke



Danke für eure Antworten.
An so etwas wie Wertsteigerung hatte ich gar nicht gedacht. Mir geht es wirklich nur darum, ob es sich lohnt so etas retaurieren zu lassen.

Glaubt ihr so etwas würde unter Denkmalschutz stehen?



Wir haben auch



noch alte Schablonenmalerei in unserem Haus gefunden. Im OG auf der Bretterverkleidung ist sie sogar noch bestens erhalten. Unter Denkmalschutz steht sie aber nicht. Die werden wir auffrischen. Wie, wissen wir noch nicht genau. Da das Bretter sind, ist es aber leicht sie zu sichern.

Eine andere Malerei haben wir unter X-Schichten Tapeten gefunden. Ein herrliches Ockergelb und Karminrot kam da zum Vorschein, leider vergilbt. Sie scheint nicht mehr vollständig zu sein. Genaueres läßt sich erst nach vollständiger Ablösung der Tapeten sagen. Aber die erste "Untertapte", eine Zeitung aus dem Jahr 1897, die haben wir stückweise gesichert (soweit das möglich war). Ein Stück davon (mit dem Datum) kommt hinter Glas.

Wer weiß, was wir noch alles finden werden. Wenn es sich lohnt, werden solche Sachen aufgefrischt/aufgehoben. Das sind eben Zeichen aus längst vergangenen Tagen. Ein ideeller Wert. Aber der ist ja meist weit höher als ein materieller Wert ...

Herzliche Grüße
Ulrike



in



meinem fall tut es das. ich habe eine spätklassizistische und relativ aufwendige band-malerei in freskal-technik unter der tapete gefunden. der denkmalschützer hat sich gleich dran getackert :-))) entscheidend dafür sind sicher die qualität und auch, ob sich um zeittypisches dekor, dass man im haus xyz erwarten würde, handelt. bei mir zählt es definitv zum orginalbestand eines hauses der mittleren bürger- und handwerkerschicht, wo so etwas sicher üblich und typisch war.
ich habe zwei alternativen zur wahl bekommen:
1.) wiederherstellung
2.) Sicherung durch verwendung von makulaturpapier und leimfarbe

beides hat leider seine tücken, wenn man es genau bedenkt:
bei vatiante 1 zerstöre ich den orginalbefund engültig, wegen der freskal-technik muss neu geputzt werden. außerdem hat der befund natürlich störungen (kamine wurde eingezogen und abgebrochen, ein Fenster kam hinzu, der raum wurde durch erweiterung des hauses größer. bei einer "wiederherstellung" müsste ich mich den heutigen räumlichen gegebenheiten anpassen..., sonst ist die ursprünglich gewollte symmetrie dahin. wie die felder dazwischen farblich gestalet waren, läßt sich bei mir nicht mehr feststellen, da mit pigmentiertem Putz beigeputzt wurde, der synthetisches blau enthält - ergo viel später ist. ich müsste also referenzobjekte beiziehen. nur hat das dann alles noch was mit dem orginal gemein?
na ja, und ordentlich geld kostet auch, die meisterstunde ist ja nicht billig...
bei variante 2: wer will schon Leimfarbe :-))) und wozu habe ich die alte hütte, wenn ich den orginalbestand bombensicher im "tresor" aufbewahre. und ein biss'l spachteln und putzen muss ich ander Wand treotzdem, bevor ich dieleimfarbe drauf mache, ich bin zwar gewiss kein ordnungsfanatiker, aber biss'l scheen solts schon sein.
herrje, ich weiß es nicht, tendiere aber zu variante 1



Als weitere Möglichkeit



sehe ich die Erhaltung von Teilen der Muster.
Häufig sind Elektrokabel gelegt oder Putzteile erneuert - dann will ich nicht unbedingt diese Stellen so wiederherstellen, als sei es Original. Ich habe es dann schon verschiedentlich gemacht, nur Teile, die gut erhalten sind weiterhin freizulassen und die restlichen Putzflächen zu streichen. Das zeigt wo das Alte ist und wo das Neue. Die gut erhaltenen Stellen sollte man auf jeden Fall versuchen zu verfestigen.



bei



dieser varainte bin auch schon angekommen, nur gibts da - wie sollte es anders sein - auch probleme. zum beispiel haben sich die farben durch reaktion mit den darüber verbauen Müll verändert: was rotbraun war, ist schwarz geworden, beigetöne haben sich "aufgelöst" usw. und nur an wirklich kleinen stückchen erkennt man, wie es wirklich ausgesehen haben muss. (bänder aus srichen verschiedener rotabstufungen in verschieden strichstärken mnit elfenbeinfarbigen "abstandshaltern")





Ich lade mal ein Foto der Schablonen-Zeichnungen hoch. Farben sind leider gar keine mehr da. Aber wie an einigen Stellen ersichtlich, war wohl ein helles grün und eine blaube Farbe dabei.



ist



doch hübsch. sprechen sie doch mal mit einem Maler in ihrer gegend, der sich nicht nur als anstreicher versteht, wie sowas ausgesehen haben könnte - farblich und welche Pigmente verwendet worden sein könnten und welche technik.
natürlich hat man sowas als tapeten-ersatz genommen, es macht ja auch ganz den eindruck. bis zur einführung der industriellen tapeteproduktion im letzten Drittel des 19. jh. war auch papier-tapete ein luxus-produkt (von leder und stoff ganz zu schweigen), da auf bögen handgedruckt oder gar handgemalt und nichts für den einfachen haushalt.



Schablonenmalerei in Siebenbürgen



hallo michael
ich habe in der nähe von schässburg ein haus gekauft, dessen wohnzimmerwände mit schablonenmalerei bedeckt sind. wie alt die sind, kann ich nicht sagen, aber wahrscheinlich 100 jährig schon. sieht echt schön und spannend aus. je nach blickwinkel gibt's andere muster!
in der Küche gibt's auch noch sowas, aber mehrere schichten. das war sicher als ersatz für tapeten gedacht.
ich bin sowieso für erhalten, wenn es irgendwie machbar ist. viel spass beim bewahren!