Tapete auf Lehmputz ablösen?

15.09.2014



Hallo zusammen,
ich hoffe Sie können mir einen Rat geben: Ich bin gerade dabei, ein kleines Fachwerkhaus Bj um 1900 zu kaufen. Da mich die sehr schlecht tapezierten Raufasertapeten stören, dachte ich daran, diese zu entfernen und die Wände (mit was auch immer, weiß ich z.Zt. noch nicht) zu verputzen. Nun sagte mir der Gutachter, dass da zig Tapetenschichten auf Lehmputz sind und mir dann wahrscheinlich der Putz mit entgegenkommt. Jedenfalls sei dies ein sehr großer Aufwand und von einem absoluten Laien nicht einfach zu bewältigen. Ich bin jetzt ziemlich entmutigt. Hat jemand Erfahrungen damit, sollte man doch lieber einen Profi ranlassen? Wieviele Arbeitsschritte sind in etwa nötig, nachdem man es geschafft hat, die Tapeten herunterzubekommen und wie groß ist in etwa der Zeitaufwand (d.h. trocknen lassen etc.)? Herzlichen Dank für Ihren Rat.



Hallo Anfängerin



Hier in der Gegend wurde meist mit Strohlehm verpuzt und dann gekälkt,da kommt dann eher die Kalkschicht mit runter,meine Erfahrung.
Einfach mal it nem Eckchen anfangen .

Grüße Martin





Häusschen ist noch garnicht gekauft,dann kann man auch nix ausprobieren....

Ich würd mich wegen ein paar Schichten Tapeten nicht Bang machen,Schicht um Schicht einweichen und runter damit....allerdings kann so ein Haus auch noch ganz andere Überraschungen parat haben.

Grüße Martin



Ach



Quatsch, Tapeten ablösen und nachher Putz ausbessern ist lästige Arbeit, aber kein Hexenwerk! Gerade bei Lehmputz ist das zum Üben recht unproblematisch.

Andere Überraschungen kann es aber durchaus geben wie Rohrbrüche, abenteuerliche Elektroinstallationen usw usw. Wir haben z.B. drei Kamine auf ca. 1,5 m neu ausgemauert, weil durch verschiedene schlampig zugemauerte Einführungen der Zug nicht mehr dicht war und der Ruß nur von der Tapete innen gehalten wurde.



Danke!



Vielen Dank! Werde es in Kürze nach Schlüsselübergabe mal vorsichtig im kleinsten Zimmer im OG versuchen.
Im EG sind die Decken abgehangen und zusätzlich im großen Essbereich/Küche kleine Fliesen als Fußleiste, so dass der Gutachter meinte, ich hätte kaum eine Chance. Wenn alles ordentlich gemacht werden sollte, müsste ich die Decke abnehmen lassen und die Fußleisten/Fliesen auch und erst dann Tapete runter und neu verputzen lassen. Das wird mir zu teuer ...
Herzliche Grüße



Die



Decken würde ich rausnehmen wollen um Raumhöhe zu gewinnen und die originalen Proportionen des Raums zu erhalten, aber mit der Tapete hat das wenig zu tun. Die kann man notfalls direkt unter der Decke mit einem scharfen Messer abschneiden.

Wenn hinter den Fliesen Tapete ist hat sowieso jemand HEFTIG gepfuscht und ich bin immer noch der Meinung, dass man vermutlich NICHT die ganzen Wände von oben bis unten neu verputzen muss, wovon der Gutachter anscheinend ausgeht.

Das ist aber durchaus auch eine Frage der Perfektionsansprüche. Wände in alten Häusern sind Handarbeit und oft ausgebessert worden. Das gibt dann keine perfekt glatte Oberfläche. Meiner Meinung nach gehört das zum Leben in einem (relativ) alten Haus dazu, aber wenn man das nicht will muss man halt erheblichen Aufwand treiben. Bei uns plane ich, den originalen Lehmfeinputz mit all seinen Unebenheiten wieder so zu ergänzen wie er war, da sind einige Millimeter drin, aber so gehört das einfach.



Ich spekuliere mal



Sollte das der origanle Lehmstrohputz sein hat der eine relativ grobe Oberfläche,diese wurde dann gekälkt.
Mir ist hier noch kein Haus begegnet wo im orginal Lehmfeinputz aufgebracht wurde,der Putz kommt einem auch nur dann entgegen wenn das Gefach darunter schon lose ist,ansonsten ist das eine sehr stabile und feste Sache.

Decken werden oft abgehangen weil die original Stakendecke durchhängt,der Putz löst sich von den Staken und beult sich nach unten aus,hat oft damit zu tun ,das die Lehmfüllung über den Staken ,bis oberkante Deckenbalken eingebaut wurde ,bei zu dünner Dielung und zu weiten Balkenabständen tritt man im Laufe der Zeit die Dielung durch und das setzt sich nach unten fort ,der Putz löst sich.

Das muss aber nicht so sein!

Einen Feinputz auf zu ziehen kann man(Frau)durchaus lernen!

Grüße und gutes Gelingen Martin



Ich



kann nur von unserem Bauernhaus (bessere Kate) sprechen. Da war unter x Schichten Kalk (teilweise mehrere Millimter dick, kein Scherz!) eine recht dünne Schicht mit Schwamm o.ä. glattgeriebener Lehmputz ohne Stroh. Unter diesem wiederum der übliche Strohlehm. Genau so wollen wir das auch wieder herstellen, der Lehm liegt schon da, bloß bis jetzt waren andere Arbeiten wichtiger.



Danke für die vielen Hinweise und Kommentare



Möchte mich nochmals sehr herzlich bedanken, mir hat allein der Austausch schon geholfen und die Erfahrungen der anderen. Mein direktes Umfeld macht mir in keiner Weise Mut und ich sah mich vor meinem geistigen Auge mutterseelenallein vor einer eingefallenen Wand stehen ;-)))
Alles Gute!



Mir



ist erst ein einziges Mal signifikant Putz abgefallen beim Tapetenlösen und da war ein uralter aktiver Wasserschaden vom Balkon oberhalb. Die Tapete hatte eine 80 cm breite und 20 cm hohe Blase, beim Draufdrücken hörbar knirschend und 2 cm dick. Da war sonnenklar, dass der Putz nur mehr von der Tapete gehalten wird. Sonst hatte ich noch nie grobe Probleme und ich hab doch schon etliche 100 m2 Tapete im Altbau hinter mir.