Fachwerkhaus isolieren für Weingut

26.05.2012 sanborodon



Hallo,

wir ein kleines Fachwerkhaus auf unserem Gewölbekeller stehen, das war früher ein Kelterhaus aber unisoliert. Es ist von ca. 1850 vermutlich mit Bimsstein ausgemauert. Wir möchten das Haus eigentlich erhalten und sind am überlegen
ob es machbar ist oder besser abreissen und was neues bauen.
Wir brauchen ein isolierten Raum um Wein darin auszubauen. Das Dach ist nicht
isoliert Schiefer, leider mit Hagelschaden. Und in dem Raum wird es eben viel zu warm im Sommer. Kann man die Wände und Decken mit Isolierplatten (Wie Kühlhaus, da auch mit Wasser gearbeitet wird) verkleiden und von aussen die alten Wände erhalten ? Oder gibt das Probleme mit den Wänden.
Ich mach mal ein Foto von aussen und füge es bei.
Würde mich freuen über Tipps von den Fachleuten.



Temperierung



Bei einer Innendämmung fehlt Masse und damit thermische Trägheit. Sie können dann ein definiertes Raumklima nur über eine permanent arbeitende Klimaanlage halten, das wird teuer.
Am besten ist eben ein passender Keller geeignet, da regelt das Klima Mutter Natur.
Ist denn der vorhandene Keller bereits ausgelastet so das sie mehr Fläche brauchen?
Haben sie schon mal über den Neubau bzw. die Erweiterung des Weinkellers nachgedacht?

Viele Grüße





Hallo
danke für die erste und schnelle Antwort. Das Problem ist der Keller ist zu niedrig es ist ein alter Fasskeller und auch zu feucht. Luftfeuchtigkeit sollte nur bis max 70% sein. Aber besonders ist es die Höhe. Klimaanlage hatten wir auch überlegt. Die Frage ist ob man die Wände Isolieren kann/sollte. Oder gibt es Putze die besonders dafür geeignet sind.
Die Dachisolierung ist eher nicht so schwer, da wir das Dach sowieso erneuen
müssen.



Definition



Hallo

Sie schreiben:
Wir brauchen ein isolierten Raum um Wein darin auszubauen.

… im Keller?
… im OG?
… unterm Dach?

Welche räumlichen (Temperatur, Feuchte, etc.) Anforderungen sollen erfüllt werden?

Je mehr man weiß, desto leichter fallen die Ratschläge!

FK





Hallo

danke für die Antwort ich versuche es mal zu beschreiben.
Wenn man das Foto sieht soll der obere Raum ausgebaut werden.
Der Keller ist ein typischer kleiner Gewölbekeller mit niedriger Deckenhöhe der
bleibt für kleine Fässer. Es geht um den oberen Teil.

Da ist zwischen dem Dach eine einfache Pressholzdecke eingezogen die weg gemacht werden soll. Dann ist es frei bis zum Dachstuhl der nicht isoliert ist
(Schiefer auf Holzbretter). Das Schieferdach hat Hagelschaden darum muss es
sowieso runter.

Der Raum hat sonst Bimsteinwände einfach verputzt. Der Putz muss auch erneuert werden da er zum Teil abfällt.

Im Raum sollen dann Tanks stehen 2,50 Höhe die produzieren auch Wärme bei der Gärung und im Sommer bei der Lagerung sollen eigentlich 14 Grad nicht überschritten werden. Die Luftfeuchtigkeit bei der Gärung kann schon höher sein aber bei der Lagerung soll die so um die 70% oder weniger liegen.
Wichtiger ist da eher die Kälte.

Im Winter und Frühjahr und Herbst ist das kaum ein Problem da könnte man mit speziellen Ventilatoren nachts die Aussenluft einleiten. Aber im Sommer
sollte dann gekühlt werden.

Ich befürchte nur das bei der einfachen Wand es sehr aufwendig wird die Temperatur zu halten. Klar Aussendämmung kommt nicht in Frage das Fachwerk soll ja sichtbar sein. Innendämmung so schmal wie möglich um
den Raum nicht zu klein zu machen. Darum war meine erste Idee Isolierpaneele, aber da bin ich mir nicht sicher ob das gut für das Mauerwerk ist. Ich könnte dann mir evtl. auch den neuen Innenputz sparen.

Ich hoffe das die Angaben schon etwas genauer sind.



Weinkeller



Wenn Sie mit Stahltanks arbeiten kann die Klimatisierungsfrage intern mit den Tanks gelöst werden. Setzen sie sich mit den Herstellern in Verbindung. Solche Tanks können intern gekühlt werden; so muß man nur die Tanks selber temperieren und nicht den ganzen Raum.
Für den Winter ist eine Innendämmung der Gebäudehülle unerlässlich und damit auch eine Heizung, vorzugsweise eine Konvektionsheizung mit Warmluft und kontrollierter Luftbefeuchtung. Das heißt um eine automatische Klimatisierung kommen Sie trotzdem nicht herum.

Ich sehe einige andere Probleme mit dem Gebäude, die zu lösen sind:

- Transport
Das Gebäude hat keinen ebenerdigen Zugang, man kann nicht mit Fahrzeugen direkt hinein. Das heißt die Kelter müsste dann in einem gesonderten Gebäude bzw. Anbau gestellt werden (ich tippe mal auf Weißwein). Das Equipment wie z.B. die Tanks müssen ja auch hinein, das Endprodukt wieder heraus.
Die vorhandene Treppe die eher wie eine Hühnerleiter aussieht scheint mir dafür nicht besonders geeignet zu sein.

- Statik
Ein voller Lagertank wiegt sicher einige Tonnen, die als Punktlast auf eine relativ kleine Fläche wirken. Die Frage ist ob die Kellerdecke das aushält.
Ob Dach und Wände für den geplanten Umbau die Mehrbelastungen übernehmen (Wegnahme der Deckenlage zum DG) bleibt abzuwarten. Das wird auf jeden Fall Geld kosten.

- Energie
Diese Lösung wird Ihnen eine saftige jährliche Stromrechnung bescheren, ebenso für die Heizenergie. Als Energieträger bietet sich nur Gas an, da stellt sich die Frage nach der Verfügbarkeit.

- Feuchtigkeit
Ich denke für Ihre Zwecke werden sie immer eine Menge Wasser brauchen, das auf dem Fußboden landet. Ob das Fachwerk und die Innendämmung mit diesen Wassermengen klarkommt ist zwar technisch lösbar, aber risikobehaftet und teuer.

Ich glaube das sie mit einem Neubau, z.B. als Anbau, besser fahren würden.

Viele Grüße



@Böttcher /Anregung



Das sind sehr bedenkeswerte Hinweise die nicht von der Hand zu weisen sind.

Prinzipiell ist es kein Problem mit einem natürlichen Dämmstoff z. B. aus Hanf das Dach und auch die Aussenwände von innen zu isolieren, da dieser zum einen besseren Hitzeschutz als mireralische Dämmstoffe hat und mit Feuchtigkeit gut klarkommt (kein Schimmel!) was ja bei den angegebenen Daten zu berücksichtigen wäre.
Vielleicht sollten diese Punkte im Rahmen einer Sanierung und geänderten Nutzung (z. B. Ferienwohnung?) besprochen werden.
Habe viel Erfahrung mit Altbauten und stehe gerne für weiteres zur Verfügung





Hallo,

danke für die vielen Hinweise und Anregungen. Der Transport von den Tanks ist kein Problem. Man kann es auf dem Foto nicht sehen aber das Haus steht in einem Hang. Der hintere Teil hat ein kleines Tor, da gehen die Tanks rein es geht da sogar nach unten, ein Grossteil der rückwand steht im Hang. Da wird vermutlich wie damals üblich keine Abdichtung zum Hang sein da auch da der Putz bröckelt.

Die Decke zum Gewölbe ist stabil es standen Tank mit 3000 kgs darauf nur eben nicht zum lagern, dafür war es eben im Sommer dann zu warm.

Zur Decke wie man etwas auf dem Foto sieht sind Balken eingezogen. Oben liegt viel altes Zeug drauf und von unten sind alte Presspape drunter genagelt.
Da müssen wir in der Tat sehen wie das nach dem Entfernen aussieht.
Da holen wir uns einen Zimmermann der uns sagen kann was tragend ist
oder ob was von den Zwischenbalken weg kann.

Ferienwohnung soll nicht rein wir brauchen den Platz für den Betrieb, uns hatte so etwas auch ein Bauunternehmer vorgeschlagen.

Die Dämmung mit Hanf klingt gut, das könnte das richtige sein.

Der Boden muss natürlich auch für einen Weinbaubetrieb neu gemacht werden mit Wasserablauf, etc.

Aber in der Tat ist es eine Rechenaufgabe ob sich das lohnt oder besser ein Abriss / Neubau.