Sumpfkalk selbst hergestellt - minimum Lagerzeit? Aufbringen auf Styrodur?




Moin,
ich bin zufällig über dieses interessante Forum gestolpert, und hoffe, dass ich bei Euch ein paar Antworten auf meine Fragen bekomme.

Ausgangslage - wir haben einen Neubau mit Keller, weiße Wanne (hätte lieber den Boden z.T. offen gelassen, ging nicht wegen Grundwasser), 42cm dicke Außen-Wände, Innenwände 12cm. Dort möchte ich einen Weinkeller einrichten, 3,80x3,20m, Innenwände mit 80er Styrodur (ist hier sicher nicht so gern gesehen und ideal, war aber das Einfachste für uns, meine Lebensgefährtin arbeitet bei BASF...), 80mm Kühlhaustür, sowie Wine C25 als Klimaanlage, Öffnung zum Nebenraum, Temperatur-Target 12°C.

Firma Neuschwander, wohl am Erfahrensten im Weinkellerbau, rät die Ziegelsteine mit Sumpfkalk zu verputzen, um optimale Feuchtigkeitsregulierung zu erfahren. Hab ich ja leider nicht, also muß der Sumpfkalk an die Betonwand und das Styrodur.

Nach Anleitung in dem Video von Antik-Greef auf YouTube habe ich zwei 310l Regentonnen mit 5 Säcken Weißfeinkalk angesetzt, also 125kg ins Wasser gegeben.

Ich bin davon ausgegangen, dass der Kalk mindestens 6 Monate sumpfen muss, allerdings will ich ihn ja nicht im Außenbereich einsetzen, daher die Frage an die Experten, ob es denn möglich ist, mit dem Sumpfkalk bereits nach 3 Monaten einen Innenputz herzustellen. Ich habe einen älteren Maler an der Hand, der in der Ausbildung schon Sumpfkalk verarbeitet hat und ihn auch aufbringen kann, nur kennt er sich mit der Herstellung nicht aus.

Abschließend - wie würdet Ihr das Styrodur (Innenwand) und/oder die Beton-Außenwand vorbehandeln, um dem Sumpfkalkputz (1:3?) optimalen Haftgrund zu bieten?

Ich freue mich auf konstruktive Antworten,

Liebe Grüße, vinonino





Also für den Putz kannst du den Sumpfkalk nach dem vollständigen ablöschen auch verwenden. Traditionell wurden Putze früher auch im "Trockenlöschverfahren" hergestellt.

Auf Beton bekommt man den (Sumpf-) Kalkputz mit einem einsprechenden Haftputz zum halten (Beispiel "Hessler Kalk HP14").

Auf Styrodur wohl auch mit einer entsprechenden "Haftbrücke" vielleicht gibt es da auch was von BASF. Das ist dann aber nur Kosmetik und kann zweckmäßiger wohl auch weggelassen werden.



Aufwand



Wenn Sie bereits Styrodur an den Wänden haben, können Sie sich den Aufwand mit dem Sumpfkalkputz sparen. Eine übliche Putzschicht wird sich hier kaum auf das Klima auswirken, zumal sie ja bereits eine maschinelle Klimaregulierung haben. Wenn Sie doch, wegen des Placebo-Effekts, den Sumpfkalk nun vertuen wollen, können Sie auch die Styrodurplatten mit Klebe-und Armierungsmörtel aus dem Baumarkt spachteln, kleine Zahnkelle abziehen und dann draufputzen.





Hallo,

danke für die Beiträge, das hat mir schon mal weitergeholfen; zum einen hat das Klimagerät ja bereits eine feuchtigkeitsregulierende Funktion, zum anderen möchte ich aber auch ein wenig die Vorteile vom Sumpfkalk nutzen. Außerdem ist es ein nicht ganz zu vernachlässigender optischer Faktor (Placebo??), der mich veranlasst, die ganzen Wände damit zu verputzen, die Decke werde ich wohl nur mit der "Milch" vom Sumpfkalk streichen.





Fehler





Hm, konnte den zweiten upload leider nicht löschen, sorry. Kann man das Foto irgendwie drehen?

Hat jemand denn eine Idee bezüglich der Mindestens-Einsumpfzeit??



Kalkputz



Was bitte sind: "... Innenwände mit 80er Styrodur..."
Ich kann mir darunter nichts vorstellen.
Den WU- Beton mit dünnflüssigem Zementputz vorspritzen, dann Kalkputz auftragen.





"... Innenwände mit 80er Styrodur..." bedeutet, dass ich an den Innenwänden 80er Styrodur zur Dämmung anbringen möchte, und darauf der Sumpfkalk soll.
Hätte nicht gedacht, dass daran etwas unverständlich sein kann.



Dämmung



"Hätte nicht gedacht, dass daran etwas unverständlich sein kann."
Liegt vielleicht daran das ich vom Bau bin.

Innenwände zu dämmen ist Nonsens. Deshalb für mich unverständlich.
"80er Styrodur"... Das ist für mich eine 80 mm dicke Innenwand aus Styrodur.
Ebenfalls völlig gaga.
Unabhängig von dieser konstruktiven Glanzleistung:
Styrodur (XPS) kann wie ein WDVS beschichtet werden, also Klebe- und Armierungsmörtel und Putzbewehrung. Darauf kann der Oberputz aufgetragen werden. Ob das mit Sumpfkalkmörtel so richtig funktioniert- keine Ahnung.



Isolierung?



Mal eine andere Überlegung. Wozu die Innenisolierung. Der Weinkeller sollte ja in etwa dieselbe Temperatur haben wie der Boden draußen. So war das ja mit den Kellern früher jedenfalls. Wozu muss dann überhaupt gegen den Boden Isoliert werden. Zumindest die Außenwände dann einfach mit Sumpfkalk verputzen. Zementvorspritz sollte auf Beton halten und daran dann auch mechanisch jeder darauffolgende Putz, also auch Sumpfkalk. Wieso so kompliziert denken.

Im Handel wird Sumpfkalk ab Alter 3 Monate verkauft, solte dann also auch bequem passen.



Innendämmung


Innendämmung

Um das noch mal mit der Innendämmung im Weinkeller zu präzisieren:
Der Temperaturausgleich findet über die Klimaanlage statt, dann über die erdberührte und wahrscheinlich im Grundwasser stehende Außenwand (sonst wäre eine weiße Wanne überflüssig).
Im Keller ist das Temperaturgefälle gering, 6 bis max. 9°K. Dafür reicht die Dämmwirkung der normalen Innenwände aus.
Feuchteausgleich durch Kalkputz?
Wo soll denn eine kurzzeitige Erhöhung der Raumfeuchte kommen, dann gibt es noch die Klimatisierung.
Ich habe in meinem Vorkeller von dem aus es in den Garten geht ein paar Weinregale aus Trasszementmörtel und Abbruchziegeln gebaut. Funktioniert auch ohne Dämmung und Klimatisierung, einfach nur durch Speichermasse und einen Vorhang.
Aber: Ich bin kein Investor der z.B bei den Hospizversteigerungen oder im Medoc mitbieten lässt und Wein als Investition sieht. Ich trinke ihn.

An eine Außenwand Regale vorgemauert, einen schweren Vorhang davor um Temperatur und Feuchte konstant zu halten, ein Hygrometer um die Luftfeuchte zu kontrollieren- das wäre eine Lowtec- und Lowbudgetlösung. Das eingesparte Geld kann man in Wein investieren.
Der Wandputz ist übrigens aus Bunakalk, stammt von 1956. Funktioniert auch.