Sumpfkalk Herstellung und Verwendung

25.03.2019 Alexander2602



Hallo, bezüglich der Herstellung und Verwendung von Sumpfkalk hätte ich ein paar Fragen, die ich so direkt aus den älteren Beiträgen nicht entnehmen konnte.
Ich saniere gerade eine Wohnung und habe sämtliche über die Jahre angesammelten Tapeten und Farben entfernt. An einigen Wänden ist allerdings noch Kreidefarbe auf dem Putz vorhanden. Wie bekomme ich die ab oder kann ich einfach mit meinen Sumpfkalk eine Spachtelmasse erzeugen die ich über die Farbe und Wand ziehe? Einmal um den grauen Putzuntergrund auf die Kalkfarbe vorzubereiten und zu glätten und zum anderen die vorhandenen Risse zu überspachteln? Muss hier mit Gewebe gearbeitet werden?
Nun aber zu meiner eigendlichen Frage. Wenn ich den Sumpfkalk ansetzte, wie lange muss dieser löschen um ihn weiter als Spachtemasse bzw. Farbe verwenden zu können. Man liest von 1 Tag bis mehrere Jahre ? Kann mir evtl. jemand hierzu Auskunft geben?





Der Schwerpunkt sollte zunächst nicht auf die Herstellung von Sumpfkalk gelegt werden. Ich habe häufig mit solchen Oberflächenrenovationen in Kalktechnik durch ambitionierte Heimwerker zu tun.

Da bereitet es zum Einstieg immer etwas Schwierigkeiten vorgefasste Meinungen über die Materialien zu überwinden um auf sinnvolle Arbeitstechniken und Ausführungen zu kommen. Auch müssen die Begrifflichkeit geklärt und geordnet werden, denn wie du nun schon gemerkt hasst beziehen sich verschiedene Aussagen möglicherweise auch auf tatsächlich unterschiedliche Anwendungen.

Zunächst sollten die Ausgangsbedingungen geklärt werden und auch der Anspruch an die neu herzustellenden Oberflächen geklärt werden. Danach erst sollte man sich um die genaue Umsetzung und Materialauswahl Gedanken machen.

Empfehlung, melde dich hier an und stelle am besten ein Foto ein, wo die Situation vom Untergrund her exemplarisch gut zu erkennen ist. Auch kannst du mir mal eine Email schicken (Profil).

Die Herausforderung bei der Herrichtung von alten Kalkputzoberflächen liegt zum einen darin, das mit Sumpfkalktünchen nur sehr geringe Anstrichstärken darstellbar sind, die einzeln nur lasierend wirken sodass sämtliche Oberflächenmängel sichtbar bleiben. Zum anderen wird durch, Feuchteeintrag, Alkaltiät und hohe Diffusionsfähigkeit der Kalkmaterialien zumeist färbende Inhaltsstoffe aus dem Untergrund mobilisiert, die sich dann als "Wasserflecken" auf die frischen Oberflächen durchschlagen.

Will man dies Vermeiden so ist meist bei der Untegrundvorbereitung schon ein gewisser Mehraufwand erforderlich, insbesondere dann wenn bereits Mängel im Verputz vorhanden sind oder noch diverse Altbeschichtngen anhaften. Soweit eine überarbeitung mit Putzen oder Spachtelmassen vorgesehen ist, so muss auch ein ausreichend rauer Untergrund zur Haftung geschaffen werden.

Jedenfalls wird man wasserlösliche Anstriche wie Leimfarben restlos entfernen müssen um ebenfalls einen kraftschlüssigen Verbund zu gewährleisten.

Bei der Sumpfkalkputzen wird immer die recht starke Schwindneigung zu berücksichtigen sein, die immer mehrere Arbeitsschritte mit (Zwischen-) Trocknungszeiten beim Aufbau der Oberfläche erforderlich machen wird.



Ich hatte...



... in meiner Wohnung auch mit den Wandflächen zu kämpfen.

Allerdings habe ich damals auf den Aufwand mit Sumpfkalk verzichtet und mir mit Kalkhydrat geholfen.

Die Leimfarbe kannst du mit Wasser einfach abwaschen, macht aber viel Aufwand, da du ständig den Schwamm auswaschen musst und alle Nase lang das Wasser wechseln musst. Was sich da wirklich gut macht ist ein Waschboy mit Schwammbrett, da kannste richtig losmetern und die Pfoten bleiben halbwegs sauber.

Bei mir war der Putz an vielen Stellen sehr kaputt, manche Wandflächen musste ich komplett neu verputzen.

Ich bin dazu übergegangen, die Wände alle mit einem neuen Oberputz zu versehen, das hat gut geklappt und ich habe ganz unorthodox einen fertigen Kalkputz von Baumit dafür hergenommen. Anschließend habe ich in einem Raum Versuche mit einer selbstgemischten Kalkfarbe unternommen, bin dann aber aus Unzufriedenheit mit dem Ergtebnis auf eine Silikatfarbe umgestiegen. Das Ergebnis ist jetzt jedenfalls zufriedenstellend.

Kalkhydrat habe ich hergenommen um den Unterputz damit anzurühren bzw. mir den Mauermörtel zuzubereiten, das hat einwandfrei funktioniert und ich war begeistert wie gut der Putz gehaftet hat. Man muss nur ausprobieren welches Mischungsverhältnis mit dem jeweiligen Sand vor Ort das beste ist, ich habe nach ca. 3 Versuchen rausgehabt wie es sein muss und hatte dann auch keine Risse mehr. (Anfangs war die Mischung zu fett)

Ich habe auch manche Bereiche mit Leimfarbe gestrichen und irgendwie ist mir Leimfarbe doch als sympathische Sache in Erinnerung geblieben. Deckt gut, lässt sich problemlos Verarbeiten und mit Wasser auch wieder restlos entfernen - so denn mal nötig. Zudem lässt sie sich erheblich einfacher einfärben als Kalkfarbe und ist spottbillig.