Sumpfkalk ausgetrocknet - noch brauchbar?




Hallo,

wir haben vor ca. 3 Jahren im frostfreien Keller in mehreren abgedeckten Plastikfässern Weißfeinkalk eingesumpft (zum Verfugen von Bruchsteinwänden und zur Herstellung von Kalkfarbe). Leider sind sie aus Unachtsamkeit komplett eingetrocknet. Wir würden uns freuen, wenn jemand eine Aussage dazu treffen kann, ob er (und unter welchen Bedingungen) noch für beständige Maurer- oder Putzarbeiten zu verwenden ist.

Beste Grüße aus dem Umgebindeland Oberlausitz





Naja wenn er komplett trocken ist, müsste er auch fest sein. Da hätte der Kalk, tatsächlich keine Bindekraft mehr.



Ja...



... ist leider komplett fest.





Das reine Kalkgestein kann man jetzt nur noch im Garten- und Landschaftsbau einsetzen. Vielleicht plant in der Nachbarschaft jemand die Anlage eines mediterranen Kräuterbeetes.

Oder als Einstreu für die Biotonne, bekämpft Maden und Geruch.

Besorgt euch doch neuen Weißkalk und stellt für die Bruchsteinmauer einen trocken gelöschten Mörtel her. Da wird der Sand und Branntkalk im Verhältnis 1/10 als Haufwerk geschichtet und mit einer definierten Menge Wasser aus der Giesskanne übergossen. Diesen Mörtel könnt ihr luftdicht verwahrt auch lagern. Um bei den tiefen Fugen auch eine gut Festigkeitsentwicklung zu befördern, empfiehlt sich noch Ziegelmehl vor der Verarbeitung einzumischen. So 0,8 Liter auf den 20 Liter Kübel.



Verfugmörtel



Sind die zu verfugenden Bruchsteinwände Außenmauerwerk?





Danke für die Antworten. Hatte schon geahnt, daß er für den Bau jetzt unbrauchbar ist, sehr ärgerlich...
Wir wollten ihn nur innen verarbeiten. Zum Verfugen der Außenwände hat sich natürlicher hydraulischer Kalk (NHL5) und Sand bewährt.

Also neue Fässer ansetzen. Wie schützt man sie gegen austrocknen? Dünner anrühren? Wir hatten nach Empfehlung 2 Säcke auf ein Fass Wasser gekippt und es war am Anfang schon etwas breiig.





Hallo Jürgen,

zum Verständnis, ihr löscht Weißfeinkalk als Branntkalk mit Wasserüberschuß um daraus Sumpfkalk zu erhalten?

Oder sumpft ihr lediglich Weisskalkhydrat ein?

Um ein neuerliches austrocknen zu vermeiden, wird es anfangs unerlässlich sein ggf. noch etwas Wasser in den Lagerbehälter nachzugiessen da der Kalk noch etwas Wasser "schluckt" und ein Überstand an Wasser nötig ist um den Luftzutritt und so ein neuerliches (ungewolltes) Abbinden zu verhindern.

Auf der Oberfläche bildet sich ja dann so eine dünne "Sinterschicht" aus.
Der qualitätssteigernde Reifeprozess wird zum einen dadurch bewirkt, dass der Löschvorgang fortdauert und die Kristalle so im feiner werden, wodurch der Kalk an Geschmeidigkeit und Bindekraft gewinnt und zum anderen setzen sich Verunreinigungen am Boden ab.

Mit einer Folie auf der Oberfläche und einem möglichst luftdichten Deckel, könnten die Intervalle der notwendigen Kontrolle recht großzügig bemessen werden. Aber etwas Pflege bedarf die "Sumpfkalkgrube" schon.

Freundliche Grüsse
Mario



Verfugmörtel



Um innen eine Wand zu verfugen reicht gewöhnliches, trocken gelöschtes Weißkalkhydrat völlig aus. Der Sack kostet nur ein paar € und ist sofort verarbeitbar.