Sumpfkalk ansetzen/Weißfeinkalk ansetzen/Branntkalk löschen




Liebe Fachleute und erfahrene Laien.

Ich möchte gern Sumpfkalk ansetzen, da wir die nächsten Jahre das eine oder andere Mäuerchen und Gefache Verputzen wollen.
Ich möchte das mit Weißfeinkalk machen und habe paar Fragen zu Herstellung und Lagerung.
Ich habe auch schon mit Weißkalkhydrat Mörtel angesetzt, ging auch super, aber ich möchte gern eine klassische Kalkgrube, damit ich es jederzeit vorrätig und in guter Qualität habe.
Ich würde so einen großen Holzkasten bauen und mit PE-Folie ausgleiten. Dann würde ich das Weißfeinkalkpulver in einer Maurerthese in Wasser einrühren. Den fertigen Sumpfkalk würde ich dann in diesen Kasten umfüllen zur Lagerung. Das würde ich dann wiederholen bis mein Kasten voll ist.
Ist diese Vorgehensweise so möglich?
Wie ist das Verhältnis von Wasser zu Kalkpulver ungefähr?
Ich würde meinen Kalkkasten im Gewölbekeller lagern. In diesem Keller sollen aber auch Kartoffeln eingelagert werden. Gibt es da Probleme?
Vielen Dank für eure Antworten.





Für einfachen Putz kannst du beim Weißkalkhydrat bleiben. Die Verwendung von gar mehrjährigen Sumpfkalk bringt da praktisch keine Vorteile. Das ist meine persönliche Erfahrung. Plastizität und Geschmeidigkeit wird durch ausgewogene Sieblinie des Putzsandes erreicht und nicht durch Sumpfkalk.

Historisch wurde Mörtel zumeist trocken gelöscht, was nicht nur zweckmäßiger war sondern auch Putze mit etwas höherer Druckfestigkeit ermöglicht. Dazu wurde Sand und Branntkalk, im Verhältnis 8 bis 10 zu 1, als Haufwerk geschichtet und mit einer definierten Wassermenge übergossen.

Sumpfkalke setze ich nur in der Oberfläche als Farbe, Feinputz oder -spachtel ein, da macht es wirklich Freude. Aber auch hier muss es nicht immer jahrelang gelagerter Kalk sein. Ich denke ein halbes Jahr für Putze und 2 1/2 Jahre für anspruchsvolle Kalkanstriche reichen völlig aus.

Hier ist aber das Material meist ergiebig. Der Kalkbedarf beträgt etwa 0,3 kg bei Anstrich und bis 3 kg für Feinputze, pro Quadratmeter Fläche.

Für solche Arbeiten mit Sumpfkalk ist aber auch die Kalkqualität nicht unbedeutend. So sollte man sich einen möglichst "reinen" Kalk besorgen (CL 90 Q). Man achte auf das "Q". Denn Farbton sollte man auch prüfen, bevor man größere Mengen disponiert. Auch kann man recherchieren ob der Kalk mit Erdgas, Kohle, Altreifen oder Tiermehl gebrannt wurde.

Selbst der Bergmannkalk aus Kasendorf (jetzt "Maxit"), lange sehr reine Qualität aus Erdgasbrand würde heute mit Kohle hergestellt, wenn auch in sehr modernen Anlagen.

Lagern kann man den Kalk auch zweckmäßig in den "blauen" Weithalsfässern, die man hier und da (Lebensmittelverarbeitung) aus zweiter Hand günstig bekommen kann.

Das Löschen in Kunststofftrog muss man probieren, der Kalkteig bekommt schon bis 80 Grad Temperatur, was so ein Kübel nicht ganz unbeeindruckt lässt.

Den Weisskalk zügig in das Löschgefäß schaufeln. Dort werden pro Kilo Kalk etwa 2,4 bis 2,6 Liter Wasser vorgelegt (!). Ich hallte im noch etwas Wasser vor um ggf. noch was nachzugeben.

Wichtig den Kalk beim Löschen rühren, rühren ... . Dazu am besten ein langstieliges Werkzeug verwenden. Wenn man keine "Mörtelkrücke" hat besorgt man sich eine "Hacke aus Edelstahl", die lässt sich als solche dann noch weiterverwenden. Ein Kantholz ist Mist.

Auch nicht über das Gefäß beugen, da mitunter auch mit Verzögerung (!) eruptionsartig größere Wasserdampfmengen aufsteigen und Kalk nach oben spritzt.

Lieber am Anfang die "halbe" Menge testen.