Magnesit und Magnesium-sulfat

28.05.2013



1. Worin unterscheiden sich Magnesit und Magnesiumsulfat in der Zusammensetzung und in der Wirkweise
Kann jemand auch die Chemische Formel für beide Stoffe angeben ?

2. Magnesium an sich als Nahrungsergänzungsmittel als unschädlich eingestuft
Wie aber verhält es sich mit den o.g. Magnesium-Verbindungen
Magnesit (zB in Heraklitplatten und Magnesiumsulft (zB als Brandschutzmittel in Holzfaserplatten)?





Magnesit = Magnesium-Carbonat = MgCO3
Vielfältiger Einsatz z.B. als Nahrungsergänzungsmittel oder auch im Sport als das bekannte Magnesia.

Bittesalz = Magnesium-Sulfat = MgSO4
Verwendung z.B. als Abführmittel (Stichwort Heilfasten).





von keinem der Verbindungspartner geht eine Gefährdung aus, solange man es nicht Kiloweise zu sich nimmt.
Alle genannten Verbindungspartner kommen ohnehin in unserem Körper vor.
Bei Magnesium-Zufuhr in großen Mengen können Lähmungen und Herzrhythmusstörungen auftreten.

wesentlicher Unterschied der genannten Verbindungen ist die Löslichkeit.
Während Mg-Sulfat gut löslich ist (es ist in der Tat sogar hygroskopisch, d.h. wasserenziehend und deswegen im Bau nicht zu gebrauchen) ist das Mg-Carbonat nur schlecht löslich, daher kommt es in der Natur als Mineral vor. In Säure kann es aber gelöst werden (z.B. Magensäure).
Dennoch ist in den meisten Magnesiumpillen und Pülverchen Magnesiumcitrat.
Magnesiumcarbonat ist recht hitzebeständig, darum gibt es Magnesit gebundene Herklitplatten.

für alles weitere: frag Wiki!



Magnesit



Ich ergänze:
Und Dolomitkalkhydrat als Bindemittel für Putze und Mörtel.



Magnesit und Magnesium-sulfat



Danke für alle obigen Antworten

In meinem Anfragetext ist in der letzten Zeile ein Tippfehler (Vokal-auslassung) unterlaufen: statt „Magnesiumsulft“ muß es heißen : Magnesiumsulfat.

Ich danke G.Ehlerding für den Hinweis, dass Mg-sulfat wasserentziehend ist.
Rückfrage: Wie ist dies chemisch zu erklären zB anhand der chem.Formel?
Wenn wasserentziehend, dann wäre MgSulfat für Cellulosedämmung weniger geeignet oder?

Es gibt allerdings Firmen, die als Flammschutzmittel dem Cellulosedämmstoff Magnesiumsulfat zugeben mit der Begründung, dass Mg-sulfat

a. schadstoffrei sei im Unterschied zu andern am meisten eingesetzten Flammschutzmittel Aluminiumsulfat, Borax+Borsäure und Ammoniumphosphat
b. dass Magnesiumsulfat, wenn es feucht wird , keine Säure bildet und nicht ausgast, (im Gegensatz zu den andern o.g. Flammschutzmitteln, die bei Feuchtigkeit Säuren bilden und ausgasen)

Frage: Stimmt das Argument b) ? Dies würde ja dem o.g.Hinweis G.Ehlerdings widersprechen oder wie sind beide Aussagen zu vereinbaren?


Zusatzfrage:
In einem pdf-dokument der europaischen Flammschutz-organisation efra, auf S.20
(siehe Adresse http://www.allinova.de/products/flame/explanation/efra06du.pdf/
wird als mineralischem Flammschutz mittel nicht Magnesium-sulfat erwähnt, sondern , Magnesium-hydroxid

Kann jemand erklären, - da auf Datenblättern von Cellulosedammstoffen als Flammschutzmittel Mg-sulfat angegeben ist und im efra-dokument Mg-hydroxid -
wie beide Stoffe sich zueinander verhalten?

Gruß Herbert





Viele Salze können aufgrund ihrer Kristallstuktur Wassermoleküle einlagern und verändern dabei ihre Eigenschaften:

Man denke an die verschiedenen Ca-Sulfate: Anhydrid, Halbhydrat oder Hemihydrat,

an Calciumchlorid im Luftengfeuchter,

oder aber das Kupfersufat , das wasserfrei farblos ist, bei Einlagerung von Wasser sich aber blau verfäbt, weswegen es als Indikator für Trocknungsprozesse verwendet wird.

Der Grund für die Wassereinlagerung ist einfach zu verstehen:
Wenn dipolare Wassermoleküle an oder in das Kristallgitter passen und die Bindungenergie größer ist als die Bewegungsenergie der Wassermoleküle, dann wird Wasser eingelagert.
Erhitzt man das Ganze, kann das Wasser wieder frei werden, wenn die Bewegungsenergie wieder größer als die Bindungsenergie ist.

In den Beispielen wäre das das Gipsbrennen oder das Trocknen bis die blaue Kupfersulfatfarbe verschwunden ist.

Es gibt auch hygroskopische Flüssigkeiten (z.b. konzentriete Schwefelsäure, reiner Alkohol oder auch die Bremsflüssigkeit im Auto).

Über Mg-Sulfat als Flammschutzmittel kann ich nichts sagen und habe darüber auch gar nichts gefunden. Mir erscheint das zweifelhaft.
Wo kann man so ein Datenblatt finden?

Alle anderen Fragen sind hinreichend in dem zitierten pdf erklärt.
Dort steht übrigens auch, dass die Flammschutzmittel ohne Brand praktisch keine toxishen Wirkungen erzielen und dass aber ein Brand ohne Flammschutzmittel sehr viel mehr wirklich toxische Rauchgase entwickelt als mit Flammschutzmitteln.

Ich wüsste auch nicht wieso man sich bei Feuchtigkeitseintrag mehr Gedanken um die Flammschutzmittel machen müsste als um die Dämmstoffe selber.
Welche Säuren könnten denn da ausgasen??

Ich frage mich, wann jemand auf die Idee kommt die negative Wirkung von Löschwasser auf die Kakteensammlung zu thematisieren.



Magnesiumsulfat



Das mit der Wassereinlagerung ist der Schlüssel zur Wirkung als Brandschutzmittel, Götz.
Das Heptahydrat hat 7 Wassermoleküle im Kristallgitter, um die auszutreiben braucht es Wärmeenergie und um die Moleküle zu verdampfen ebenfalls.
Nur kann ich mir nicht vorstellen das jemand ein stark treibendes Mineral in Bauwerke einbringt, Bittersalz zählt zu den mauerwerksschädigenden Salzen. Da ist Gips als Flammschutzmittel besser und billiger.
Bm Bauwesen taucht Magnesium als Chlorid im Sorrelzement oder als Dolomitkalk auf.

viele Grüße



Danke für den Hinweis,



das mit dem Autreiben von Kristallwasser leuchtet mir ein, das ist bei manchen anderen mineralischen Flammschutzmitteln ja auch so.

Ich hatte lediglich Zweifel, weil MgSo4 ja durchgehend trocken gelagert werden muss, wei es sonst bei hoher Luftfeuchte zerfliesst.
Das ist in einer Dämmebene nicht immer ausgeschlossen.

gruß

GE



Danke für den Hinweis,



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