Sucht sich Grundwasser neue Wege?

10.09.2015



Hallo,
genau neben uns wird gebaut. Und auch noch mit 2 stöckiger Tiefgarage. Die haben großes Problem mit dem Grundwasser. Es wird seit Monaten ohne Unterbrechung abgesaugt. Aber es läuft schneller nach als sie absaugen können. Nun ist bald der Boden fertig. Bei denen wird es komplett dicht sein. Aber wir haben ein altes Haus. Unser Keller ist nicht mal betoniert, reiner Erdboden. Jetzt haben wir Angst, das das Grundwasser nun einen neuen Weg suchen wird und in unseren immer total trockenen Keller dringt. Als ich bei den Arbeitern nachgefragt habe, wurde ich als Frau natürlich belächelt und abgewunken. Grundwasser ist immer auf gleicher Höhe, da sucht sich nichts einen anderen Weg und kommt nicht die 4m bis zu uns rüber. Aber irgendwie glaube ich das nicht? Sind die verpflichtet es irgendwie umzuleiten das es nicht die benachbarten Häuser unterspült? Wen hat man als Ansprechpartner bei solchen Fragen? Müssen die zahlen und alles renovieren wenn wir doch nassen Keller bekommen? Und wer, der Bauherr oder die Baufirma? Es wird ja nicht mehr zu beweisen sein? Muß man jetzt einen Gutachter besorgen, der dokumentiert das wir einen trockenen Keller haben? Die haben ja auch illegal einfach Ankerbohrungen unter unser Grundstück gemacht. Ohne uns zu fragen oder zu benachrichtigen. Hätten wir das nicht gesehen und uns erkundigt ob das überhaupt erlaubt ist, wäre das einfach im Sande verlaufen. So mußten die Strafe zahlen. Aber drin sind die immer noch. Und die lachen sich natürlich ins Fästchen. Der Bauherr ist ein sehr hinterlistiger Mann. Dem darf man nichts glauben und man muß sehr sehr vorsichtig sein. Dem ist alles egal. Egal ob verboten oder nicht. Er hat noch mehr verbotene Dinge getan in Punkto Hausbau. Was jetzt hier bei der Frage nicht das Thema ist. Aber man muß wahrscheinlich schon Befürchtungen haben. Kann mir jemand helfen?



Beeinträchtigungen durch Neubau



Erkundigungen könntest du beim zuständigen Bauamt einholen, die auch Geologen für Baugrunduntersuchungen haben oder nennen können.

Du kannst auch nachfragen welches Ingenieurbüro die Baugrunduntersuchung des Nachbargrundstücks vorgenommen hat-
ggf den betr Architekt anrufen- besser dabei nicht auf deine Befürchtungen hinweisen sondern nur auf mögliche Sicherungsmaßnahmen auf deinem Grundstück.

Bei Grenzbebauung kann dein eigenes Haus neu gegründet werden- zur Gründung des Nachbargebäudes darf dein Grundstück nicht in Anspruch genommen werden.

Ggf gegen Entfernung der Bohrpfähle oä.auf deinem Grundstück klagen- die müßten dann entfernt werden oder könnten bei Einigung gegen entsprechende Zahlungen belassen werden.

Um Schadensfreiheit deines Gebäudes (Trockenheit, Rißfreiheit) zu bestätigen ggf vereidigten Bausachverständigen beauftragen.
Zumindest selber alles genau fotografieren.

Im Prinzip wird primär ein Anwalt für Baurecht weiterhelfen können.
Evt Verband. privater Bauherren kontaktieren ob die Rat wissen.

Andreas Teich





Ich denke auch, dass der erste Gang zum Bauamt geht. Besonders, wenn du dem Bauherren nicht vertraust, wird das wohl die beste Lösung sein.



Nachbarbebauung



Ihre Befürchtung ist unbegründet.

Ein potentielle mögliche Schadensursache liegt nicht in der Wiederherstellung der Grundwasserruhe sondern in einer GRUNDWASSERABSENKUNG. Diese Art der Wasserhaltung im bebauten Bereich sollte nur kurzzeitig und in geringer Menge ausgeführt werden. Durch den entstehenden Absenktrichter kann es sonst zu Strömungen im Grundwasser kommen was wiederum Erosion und Umlagerung von Bodenteilchen nach sich ziehen kann. So etwas äußert sich in Verformungen des Baugrundes und der Nachbargebäude. Wenn also plötzlich eine Tür klemmt oder Farbe von der Decke abblättert wissen Sie was es sein KÖNNTE.
Aber:
Wenn das Nachbargründstück viel tiefer gegründet ist als Ihr Haus sind je nach Entfernung besondere Maßnahmen zur Sicherung erforderlich die bei solchen Vorhaben von Fachleuten geplant und ausgeführt werden müssen- hier also wieder Entwarnung.
Kann sein das da Tagwässer und geringe Mengen an Sickerwasser aus Leckagen abgepumpt wurden.
Warum fragen Sie nicht einfach den Nachbarn oder seinen Bauleiter und lassen sich erklären wie die Gründung gebaut wurde und wie die Wasserhaltung funktioniert?
Übrigens:
Selbst ohne Wasserhaltung kann es beim Aushub tiefer Baugruben zu Verformungen kommen da die Auflast des Aushubes fehlt. Deshalb erfolgen solche Gründungen nach anderen Methoden wie das normale -Loch buddeln, Keller rein-.
Üblich ist bei solchen diffizilen Bauten auch eine baubegleitende Dokumentation eines Sachverständigen der vorher eine Schadensaufnahme der Nachbargebäude fertigt und den Bau hinsichtlich Verformungen begleitet. Das passiert nicht in erster Linie um die Nachbarn zu schützen sondern um die Baufirma vor einer Flut von Schadenersatzforderungen reeller oder erfundener bzw. Altschäden zu bewahren.