Suche Vorschläge zum Thema Dämmung

29.01.2016 Mattzepeng



Hallo,
wir renovieren gerade unser altes Bauernhaus und da kommt die Frage auf, ob und wie man das Haus zusätzlich dämmen möchte.

Ist Zustand:
24er Mauerwerk das meiste sind so Schlacke-Ziegel, beidseitig verputzt komme ich auf 29cm
An der Giebelseite nach Westen ist außen kein Putz sondern Holzlatten und verzinkte Blechplatten
Es gibt keine Horizontalsperre in der Mauer, es muß also immer mit etwas aufsteigender Feuchtigkeit gerechnet werden.
Die alten Holzfenster bleiben drin, bekommen eine neue Dichtung.
Da wir auf einem Hügel stehen, weht hier oft ein kräftiger Wind und bei Regen fällt dieser selten gerade nach unten.

Grundlegend:
Bei uns gibt es ganz unterschiedlich beheizte Räume, zwischen 22°C im Wohnzimmer und 11°C im Bad. Insgesamt heizen wir eher sparsam. Demnächst soll ein großer Lehmofen, welcher zentral im Haus steht, die Hauptheizung sein. Wo nötig, wird mit den Heizkörpern nachgeheizt.
Styropor etc kommt nicht in Frage, da heiz ich lieber ein bisschen mehr.
Das Budget ist sehr begrenzt, aber wir wollen auch kein Passivhaus draus machen… Vor allem geht es um ein angenehmes Wohnklima.
Insgesamt haben wir ca. 200qm Fassadenfläche

Habe soweit begriffen, daß Außendämmung der Innendämmung immer vorzuziehen ist. Innen soll warscheinlich das meiste nochmal mit einer zusätzlichen Schicht Lehmputz auf den vorhandenen Zementputz verschönert werden. Außen könnte ich mir auch eine Holzverkleidung und/oder Grünzeug vorstellen.

Ich suche eine Lösung, die mit minimalem finanziellem Aufwand und hohem Eigenleistungsanteil eine ausreichendes Ergebnis liefert.

Derzeit brauchen wir 2400L Heizöl und 10 RM Holz für unser 250qm Haus für Heizen und Warmwasser und haben dabei nur Wohn- und Esszimmer über 20°C..

LG
Matthias



Altbau dämmen - günstige Variante ohne EPS/Styropor



Hallo Matthias
Wie alt ist das Gebäude?
Weißt du wie die Steine innen aussehen?
Hohlblock oder massiv?

1.
Zuerst die oberste Geschoßdecke dämmen-
im Verhältnis zu den Kosten ist das am effektivsten.

2.
Kellerdecke von unten oder besser den Fußboden im Erdgeschoß dämmen.

3.
bei relativ dünnen Wänden wie bei dir ist Außendämmung am sinnvollsten
ich habe das jetzt bei mehreren Projekten mit Stegträgern, Holzfaserplatten und Zellulosedämmung gemacht.
Darauf dann als günstigste Lösung Holzverkleidung Stülp-Deckel-Schalung in Lärche nicht gehobelt, Kosten für das Holz ca 10-12 €/qm plus ca 30 % Überdeckungsverlust.

Bei den Trägern ist die Dämmstärke fast egal-
bei größeren Stärken ist der Mehrpreis nur minimal.

Der Kostenunnterschied von normaler Dämmung zu solcher in Passsivhausniveau ist dabei nicht groß.

Ob Zellulose oder Hanf bei dir günstiger ist müßte ich ausrechnen- abhängig von den Transportkosten und ggf Verarbeitern.

Die Arbeiten können komplett selber ausgeführt werden und wurden es auch bei den anderen Baustellen-
(teilweise bei Neubau, teiweise bei Altbau)
ich hatte nur Planung,Detailskizzen, Anleitung, Zelluloseeinblasmaschinen-Bereitstellung und Materialbesorgung übernommen,damit es möglichst günstig wird.

Es gibt noch günstigere -auch ökologische- Varianten,
das ist aber abhängig von deinen Wünschen zur Außenansicht.

Frage doch auch bei dir was solche Arbeiten von Firmen kosten wenn du mithilfst.Die haben dann zumindest Maschinen, Gerüst etc
Du kannst mich anrufen oder eine mail mit Infos schicken

Andreas Teich



mehr zum Haus



Also das Haus ist um die 100 Jahre alt, ist aber mal im Krieg stark beschädigt worden. Dadurch ist ein ziemlicher Mischmasch an Steinen in manchen Wänden. Die Ziegel sind alle massiv ohne Hohlräume.
Oberste Geschoßdecke ist gut gedämmt, unten liegt das Parkett auf dem nackten Stein, da kann man sicher noch was verbessern.

Holzfassade find ich gut und scheint auch preislich akzeptabel zu sein.
Bei der Zellulose habe ich Bedenken. Wie gesagt, hier geht der Regen manchmal waagerecht und wenn die Zellulose einmal nass ist ... Zudem haben wir Siebenschläfer. Wenn die sich da erst mal ein Loch in die Holzfaserplatte genagt haben, haben die plötzich 200qm mehr ungestörten Wohnraum.
Vielleicht ist da was mineralisches besser?

LG
Matthias



AW-Dämmung



Eine Vorhangfassade kann man als Laie mit Anleitung selbst machen.
Mineralfaser ist durchaus brauchbar.
Hinterlüftung ist wichtig.
Lt. EnEv muss ein U-Wert von 0,28 W/m2 K erreicht werden.



Günstige Dämmung



Wenns günstig sein soll und gegen Siebenschläfer schließt sich auch Mineralwolle aus, da die sowohl keinerlei Schutz gegen Siebenschläfer bietet, von Wespen und Mäusen gerne besiedelt wird, wie auch nicht kapillaraktiv ist und nach Feuchtigkeitsaufnahme nur sehr schwer wieder abtrocknet.

Es bliebe als rein mineralisches, festes Dämmmaterial fast nur Mineralschaum- oder Glasschaumplatten (oder Schüttungen- Dämmwert ist schlechter).

Regen darf ohnehin nicht an die Dämmung kommen- Zellulose wird immer durch Holzfaserplatten, Folien o.a.geschützt.

Die zusätzliche Holzbekleidung sorgt mit der Hinterlüftung dafür, dass kein Wasser an die Dämmung kommt- und wenn doch kann sie sehr schnell austrocknen.
Dann liegt aber ein Baufehler vor, der bei anderen Dämmmaterialien gravierendere Folgen hätte.

Ich hatte meine zellulosegedämmte Fassade fast 2 Jahre nur mit 60 mm Holzfaserplatten und noch nicht mit Holz verkleidet- hier im Tal bei 850 m Seehöhe haben wir auch oft sehr starken Sturm- da ist nichts passiert und auch nach Probeöffnen der Fassade war alles einwandfrei.

Bei stark gefährdeten Bereichen kann gegen Nager ein Drahtgewebe verwendet werden.
Zellulose wird wegen des Salzgehaltes von solchen Nagern als Nistplatz nicht genutzt.

Andreas Teich



Für Eigenleistung...



Stegträger scheinen mir eher teuer, wenn man nicht Zugang zu Nettopreisen hat.

Ich würde da noch einen Kreuzrost mit Holzflex dazwischen in die Runde werfen. Mit dem Kreuzrost werden die Wärmebrücken auch minimiert. Einiges an Arbeit, aber mit relativ einfachem Werkzeug machbar.

Bei der Fassade gibt es viele Möglichkeiten zur individuellen Verwirklichung, auch ziemlich ausgefallenes. Siehe z.B. http://www.archdaily.com/522816/2db-transformation-residential-house-dubail-begert-architectes/ ...



Holzflex



meinst Du sowas mit Holzflex?:
http://benz24.de/homatherm-holzfaserplatten-holzflex-standard.html

Und bei solchen Glaswollematten habe ich trotzdem Ärger mit den Mäusen?
http://benz24.de/knauf-fassaden-daummplatte-wls-035.html



Fassadendämmung



Steinwolle/Glaswolle stellt für Mäuse und andere Nager sowie Wespen gar kein Problem dar und wird gerne bewohnt-habe ich öfters festgestellt.
Bei größeren Flächen und Dämmstärken sind Stegträger und Zellulose wirtschaftlicher als Holzfaserplatten und in jedem Fall besser als Mineralwolldämmungen.

Andreas Teich



ein möglicher Aufbau



wäre dann zB.
60x80 Latten hochkant an die Wand geschraubt
80er Dämmung eingeklemmt zB holzFlex
Konterlattung 30x50
Holzbretter als Verschalung anbringen

Oder fehlt da jetzt noch was, um die Dämmung zu schützen?



Fassadendämmung vor Nagern schützen



Die Dämmung und Hinterlüftungsebene mittels Lüftungsblech oder feinem Edelstahlgewebe vor Nagern schützen.
Also so, dass sie von unten nicht hineinkommen-zB Gewebe auf der bestehenden Wand befestigen, unten auf dem Boden nach vorne ziehen und wenn Dämmung und Hinterlüftungsebene fertig sind auf dieser etwa 30 cm oder höher hochziehen und befestigen- anschließend direkt darauf die Holzverkleidung anbringen

Andreas Teich



Folie notwendig



nach Rücksprache mit einigen Herstellern, braucht man auf der Dämmung eine Fassadenfolie, um diese vor Feuchtigkeit zu schützen.

Das Holz würde ich in Deckelschalung anbringen.
Dazu habe ich noch zwei Fragen:
1. Was macht man an den Stellen, wo die Latten stirnseitig aneinander stoßen. mein Giebel ist 9m hoch, da muß man ja zwangsweise stückeln. Reicht es da aus, die Lattenenden schräg abzuschneiden (Tropfkante) und das nächste Brett entsprechend andersrum oder sollte man da mit Blech arbeiten?

2. Für Deckelschalung hätte ich dann waagerecht die Latten mit der Dämmung dazwischen, senkrecht die Latten zur Hinterlüftung und wieder waagerecht die Traglatten für die Bretter. Wenn ich die Hinterlüftung weglasse, habe ich hinter den Brettern die waagerechten Hohlräume von der Traglattung un die snkrechten Hohlräume zwischen Schlupfer und Deckel - geht da nicht genug Luftstrom durch? Oder habe ich ein Problem, weil die Traglattung auf der Folie aufliegt?

LG
Matthias