Dachdämmung im Fachwerkhaus

31.01.2013 michael 1610



Hallo,
möchte mein Fachwerkhaus im Dach isolieren. Dabei sollen die Eichensparren (Baujahr ca.1600) zum Teil sichtbar bleiben. Problematik: Sparren sind nur etwa 10 cm stark und sollten nach Isolierung und Holzinnenverschalung ca. 2 cm sichtbar bleiben.Dazu wollte ich an den seitlichen Wangen der Sparren Dachlatten aufschrauben und den lichten Innenraum zwischen den Dachlatten mit Styropor (5cm)dicht ausfüllen. Es sollte ein Abstand von 1 cm (Hinterlüftung) zwischen Styropor und Ziegellattung entstehen. Ebenfalls sollte zwischen Dachverschalung (raumseitig, ca. 1,5 cm stark) in Holzausführung und dem Styropor raumseitig auch 1cm Hinterlüftung vorhanden sein.
Styropor sollte deshalb verwendet werden, weil es sich nicht wie z.B. Steinwolle vollsaugen kann und deshalb immer wieder abtrocknen könnte.
Sicherlich werden mich einige wegen dem Styropor steinigen oder einfacherweise mit ein paar nützlichen, eventuell besseren Tipps unterstützen.
Vielen Dank schon mal im voraus - Michael



Styropor im Dachstuhl aus dem 17. Jahrhundert



Hallo Michael,

Deine Annahme ist leider falsch. Styropor kann wohl Wasser aufnehmen - aber dann nur noch sehr schwer abgeben.

Nehme so ein Styroporteil und lege es einfach mal für zwei Wochen ins Wasser.

Du hast nun selbst schon erkannt, dass das nicht so recht zusammen passt: Altes Haus und Schaum. Hinzu kommt, dass Du mit Sicherheit auch Auflagen vom Denkmalschutzamt bedenken musst. Deine Ausführung legt ja nahe, dass die Sparren als Sichtsparren für einen Wohnraum taugen sollen. Wenn Du aus einem Dachboden einen Wohnraum machst, dann brauchst Du eine Genehmigung dafür.

Planerisch solltest Du bei so einer massiven Änderung nicht alleine stehen, sondern einen Fachmann zur Seite haben. Das spart am Ende Geld und Eigentore - evtl. bewahrt es das Haus auch vor irreparable Schäden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Moin Michael,



eine zeitgemässe Dachdämmung hat mindestens 14cm und bei einer vernünftigen Hinterlüftung von 3cm durchgehend, bleiben dir real nur 3cm Dämmebene......das bringt nix für all das Geld und die viele Futzelarbeit.

Styro und Holz dürfte allein wg. Brandschutzauflagen ausfallen.....

Schnell und billig geht kein Dachbodenausbau, im Gegenteil: Ein regelrecht ausgebauter Dachboden ist der teuerste Raum im Haus, gemessen an den gewonnenen qm Wohnfläche - er war dafür auch nie gedacht.

Gruss, Boris



Hallo Michael,



sehr wohl kann man Styropor als Dachdämmung verwenden, es muss jedoch ein spezielles sein, d.h. wasserabweisend und schwer entflammbar.
Am besten eignet sich hierfür styrotec von Rigips (http://www.rigips.de/download/STYROTEC.PDF).

Wenn Du jedoch die Sparren sichtbar lassen willst, kommt nur eine Aufsparrendämmung in Frage.

Viele Grüße



Styropor und schwer entflammbar ...



... das ist die Theorie der Schaumschläger ...

Die Praxis sieht so aus:

Brandbeschleuniger Styropor an der Fassade

Folgendes spricht für mich gegen Styro:

- Eingebrachte Flammschutzmittel sind Gift
- Flammschutzmittel helfen nicht und verursachen nur noch schlimmere Rauchgase
- Styro gibt keinen ordentlichen Schallschutz
- es fehlt die Fähigkeit, Luftfeuchte und Kondensat zu verarbeiten
- Mangelnde Wärmespeicherfähigkeit

Es gibt bestimmt noch mehr zu schreiben ....

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Michael



allein der Anschluß an die alten Sparren wird ein "Gefriemel". Baue das DG (mit Bauhenehmigung" normal aus und setze dann von ihnnen alte halbierte Sparren an die Innenverkleidung. Mit etwas Geschick ist das optisch nicht zu erkennen und lässt Dir den notwendigen Spielraum für eine fachgerechte Dämmung.

PS. obwohl ich selber damals Stein- und Glaswolle mit Dampfbremse und 5 cm Hinterlüftung verwendet habe, würde ich jedem von dem System inzwischen abraten.
1.) gesundheitliche Probleme beim Einbau der Stein- und Glaswolle (starke Reizung der Atemwege!)
2. keiner kann die Dichtheit der Sperre/Bremse später kontrollieren und nachbesseren - man lebt mit einem hohen Risiko. (z.B. Mäuse !!!)