Fermacell im Altbau?

17.02.2009



Hallo,

wir beginnen gerade mit der Sanierung unseres Hauses. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus (Bj. 1800), welches Anfang der 70er saniert wurde. Die Wände bestehen aus zwei 12er Steinen. Fenster isoverglast, manche Kunststoff, manche Holz. Es kommt eine neue Gas-Therme rein. Das Haus ist trocken, kein Schimmel.

Nun meint ein Verwandter es gut mit uns und will die Kosten für die Wärmedämmung der Außenwände (innen) übernehmen. Im Bad soll eine dünne Lage Ytong vor, in den restlichen Räumen Fermacell & Styropor (Verbundplatte) an die Außenwände geklebt werden. Die Wände sind innen verputzt mit Kalk und Zementputz. Die Rauhfasertapete entfernen wir gerade.
Ich überlege, nach der Sanierung einen Lehmstreichputz bzw. Lehmfarbe aufzubringen.

Ich bin interessierter Laie und habe nun Angst, dass wir uns mit Fermacell und Styropor die Pest ins Haus holen.
Was meint ihr dazu?

Gruß
Tanja



Erster!



Hallo Tanja,

diese Frage kommt hier in ähnlicher Form häufig (schau mal ins Archiv), und die Antwort ist von allen dieselbe. Ich mache mal den Ersten; weitere werden wahrscheinlich folgen:
Es ist lieb von Deinem Verwandten, dass er die Kosten übernimmt, aber die Planung sollte lieber jemand übernehmen, der was vom Fachwerk versteht. Innendämmung ist sowieso schon heikel (Habt ihr Sichtfachwerk, oder warum geht Außendämmung nicht?). Wenn man sie macht, dann sollte sie sorgfältig, diffusionsoffen mit Holzweichfaserplatten oder Schilfmatten ausgeführt werden. Styropor hat im Haus eigentlich nichts zu suchen (na gut, ein paar Ausnahmen habe ich mir auch gestattet). Styropor und Ytong an Außenwänden bewirken, dass der Taupunkt in der Außenwand liegt, d.h., Luftfeuchtigkeit wird sich dort niederschlagen. Da Styropor keine Feuchtigkeit aufnimmt, während Ytong sie aufsaugt und über lange Zeit abgibt (beides schlecht), landet die Nässe unweigerlich im Holz. Darin kann man dann Pilze züchten.
Lasst einen erfahrenen Fachwerkbauer dran. Das muss jetzt schon nicht viel teurer sein als die Baumarktmaßnahme, und langfristig ist es jedenfalls billiger als ein Abriss mit Neubau. Mein Tipp wäre, wenn es ästhetisch hinnehmbar ist, eine Außendämmung.
Und noch ein Tipp: Gas ist teuer und in ein paar Jahrzehnten alle. Was haltet ihr von einer Holzheizung?

Ciao,
Konrad





Hallo,

danke für deine Antwort. Ja, so etwas habe ich befürchtet. Wir werden das Ganze noch mal überdenken. Am Liebsten würde ich die Entscheidung erstmal aufschieben und es "später" machen, auch aus finanziellen Gründen. Andererseits wollen wir es jetzt lieber richtig machen, als in ein paar Jahren innen wieder den Lehmputz von den Wänden zu holen.

Eine Holzheizung hätte ich auch gern, nur leider befindet sich der Schornstein mitten im Haus und es ist einfach unpraktisch, das Brennholz mit der Schubkarre durchs halbe Haus zu fahren.

Gruß
Tanja



Seitenthema: Heizung



Hallo Tanja,

entschuldige bitte ein gewisses Sendungsbewusstsein meinerseits, aber wir haben unsere Holzheizung selbst erst seit einem knappen halben Jahr, und noch ist die Begeisterung so gross, dass ich sie nicht zaehmen kann.
Moderne Holzvergaser sind so effizient, dass bei uns sowieso eine Schornsteinverrohrung anstand. Gleich einen neuen Schornstein (Rohr) zu ziehen, kostet vermutlich gar nicht soooo viel mehr. Und vielleicht kann man die Heizung auch in irgendeinem Schuppen unterbringen. So haben das Nachbarn von uns. Ich muesste mal nachsehen, ueber welchen Schornstein die ihre Abgase schicken.

Uebrigens: Wenn Ihr wagemutig und klamm seid, schaut Euch doch mal die Seiten von Konrad Fischer an. Ich habe mich ja nicht getraut - meine Frau wollte unbedingt eine richtige Daemmung -, aber ich kann immer noch nicht ausschliessen, dass dessen Bauweise funktioniert. Auch ein mir bekannter Architekt erzaehlte mir am Telephon kuerzlich, dass er mit Einfachverglasung lebt, was kein Problem sei, da er mit Oefen heizt.

Liebe Gruesse,
Konrad





Hallo Konrad,

so, haben zunächst die Begeisterung unseres Verwandten etwas gebremst ;o) Zugleich habe ich einen Termin vereinbart, um mir ein komplett anderes Angebot einzuholen. Die bieten unter anderem eine Kerndämmung an, die evt. in Frage kommt (und praktischerweise auch in ein paar Jahren umgesetzt werden kann).

Das mit der Holzheizung werde ich auch noch überdenken. Noch ist nichts bestellt. Weiß jemand, ob ein Kombikessel (Holz + Gas) teurer ist, als eine normale Gastzentralheizung (Brennwerttechnik)? Das wäre für uns noch eine echte Alternative, da beides geht...

Gruß
Tanja