Styropor, Baumarkt, Material, Fachpersonal, Baumärkte

27.01.2005



Gibt es Unterschiede beim Styropor?
Ich möchte meinen Bungalow mit einer Wärmedämmfasade umhüllen. Im Baumarkt stand an einigen Paketen Styropor, daß diese nicht für aussen geeignet sind.
Was muß ich beachten? Gibt es da Unterschiede?



Warum ...



... haben Sie nicht gleich im Baumarkt gefragt. Das Fachpersonal hätte Ihnen bestimmt gern geholfen.



Bald gibt es nur noch Baumarkte!



Hallo,
wenn Ihr Euch hier im Forum von den Experten beraten laßt und dann die Materialien im Baumarkt kauft, wird es bald keine Experten mehr geben!

Viele Grüße
Markus Schwarz



Dämmsysteme



sind aufeinander abgestimmte Kombinationen eines Wärmedämmstoffes, der verklebt und/oder verdübelt wird und anschließend in zwei Lagen mit einem Überzug versehen wird:
der erste ist ein Grundputz mit Glasfasergewebeeinlage, der auch die Funktion des Putzträgers für die nachfolgende Deckbeschichtung erhält. Diese besteht in der Regel aus einem Putz (Kunstharzputz, mineralischer Putz, Minerlalleichtputz oder Silikatputz) oder einer keramischen Beschichtung (v.a. Klinkerimitat), die geklebt wird.
Das Styropor, besser die Polystyrolhartschaumplatte, denn Styropor ist eine Markenbezeichnung, hat die Funktion des Dämmstoffes.
Alle diese Elemente samt Zubehörteilen, wie Sockelschiene, Eckwinkel, Fensterbänke, Bewehrungselemente, bilden zusammen das "Vollwärmeschutzsystem" (VWS). Die üblichen Dicken liegen zwischen 8 und 15 cm; 20 cm mit Langdübeln sind mittlerweile möglich.
Es werden fast ausschließlich Platten der Wärmeleitfähigkeitsgruppen 035 und 040 mit haken- oder Stufenfalzen für seitliche Überlappung angeboten, schwerentflammbar oder normal entflammbar. Noch höherwertige Platten sind möglich, allerdings sind diese nicht für Wanddämmungen produziert worden.
Auch kann Polystyrolhartschaum natürlich durch Steinwolleplatten oder Steinwollelamelle (teurer, braucht aber nur geklebt zu werden) ersetzt werden.
Die Kosten durch einen Fachbetrieb liegen zwischen 55 und 100 Euro je Quadratmeter fix und fertig, je nach Qualität.
Der Diffusionsdurchgang ist unproblematisch.
Aus dem gesagten mag klar geworden sein, daß die Anbringung einer VWS-Fassade nur etwas für sehr erfahrene Fassadenhandwerker darstellt. Jeder andere sollte die Finger davon lassen. Es führt zu Bauschäden und Verunstaltungen, wollte man sich die Teile im Baumarkt zusammenstoppeln. Die allerdings können dann nicht dem Material "Styropor" angelastet werden.
Bekanntgewordene Schäden sind vor allem:
- Schüsseln, Rißbildung (zu dünne Platten unzureichende Befestigung)
- Algen und Staub auf der Oberfläche (Verwendung weicher Silikonputze und -farben, die erst elektrostatisch den Staub anziehen und dann erweichen.
Algenbildung auf kalten Oberflächen ist etwas Normales, wenn die Sonneneinstrahlung fehlt.
- Schimmelpilze, vor allem Schwarzschimmel: Kondensatbildung auf kalten Oberflächen und gute Ernährungsgrundlage durch organische Substanzen.
- Lochfraß durch Eichhörnchen, Spechte, Kleiber und Papagaien (jawohl !!)

Hiergegen hilft nur eine handwerklich solide Ausführung mit möglichst harter und widerstandsfähiger Deckbeschichtung ohne organische Zusätze:
- Silikatputz mit nachfolgendem Anstrich
- vollmineralische Deckbeschichtung
- Keramischer Belag.

Leider hat das auch seinen Preis.

Gruß