Styrol Belastung aus Schüttung

11.07.2014



Hallo,

ich wohne in einer 1,5 Jahre alten Mietwohnung und wir nehmen seit 3 Monaten Styrolgeruch aus der Steckdose und den Sesselsleisten war.
Das es Styrol ist, wurde durch eine Innenraumanalyse bestätigt, nun wurde der Ursacher dafür auch gefunden.

Als Schüttung wurde Polystyrolbeton - Recycling Polystyrol verwendet. Nun wird vom Hauseigentümer versucht eine Lösung zu finden, wie man den Geruch wegbekommt.

Nachdem wir nicht vom Fach sind machen wir uns natürlich Sorgen und stellen uns viele Fragen die mir bis jetzt leider noch niemand beantworten konnte oder wollte:

Der Geruch stört uns natürlich da er aus jeder Ritze kommt, daher haben wir die Steckdosen und die Sesselleisten mit durchsichtigen Paketkleber abgeklebt.

- ist es normal das Recycling Polystorol so atark ausgast und das es aus allen Ritzen und Steckdosen kommt?

Wer kennt sich bitte in diesem Thema aus??

Vielen Dank Vorab



Styrol...



...wird verdächtigt, krebserregend zu sein.

Da bleibt wohl nur ein Umzug; das mit dem Paketkleber ist ein Witz. Sollte das saniert werden, kann da niemand wohnen.

Grüße

Thomas



Polystyrol



Hat die Messung auch zweifelsfrei ergeben das die Schüttung die Quelle ist?
Gibt es eine Fußbodenheizung?
Was für eine Schüttung (Marke, Hersteller) wurde eingesetzt?
Wie hoch war die gemessene Konzentration (mg/m³ Raumluft)?



Styrol Belastung aus Schüttung



Hallo,

Ja, die Quelle ist die Schüttung, ein schriftliches Ergebnis möchte man uns erst dann übergeben, wenn dazu auch die richtigte Sanierungsmaßnahme gefunden wurde. Die Analyse der Schüttung wurde vor fast 8 Wochen durchgeführt. Wir wissen aber auch nicht ob wir die Analyse zu Gesicht bekommen, bzw. ob dann wirklich was unternommen wird.

Weiters haben alle betroffenen Firmen versichert, das beim Estrich / Boden keine Produkte mit Styrol verwendet wurden.

Nein, es gibt keine Fußbodenheizung. Betroffen sind in der Wohnung alle Zimmer.

Schüttung: Isophon Basismaterial

Text von der Homepage des Herstellers:

Isophon- und die Kälte bleibt draussen!

EPS- Expandiertes Polystyrol
Polystyrolabfälle werden bei uns vermahlen, in Säcke abgefüllt und unter dem Namen Isophon Basismaterial als Wärmedämmung einer neuerlichen Verwendung zugeführt.

Wärmedämmung aus Recyclingstyropor ist seit Jahren ein begehrtes Produkt in der Bauwirtschaft. Es eignet sich hervorragend als Ausgleichschüttung und als Wärmedämmung mit ausgezeichneten Dämm und Schallschutzwerten.
Besser wohnen mit Rücksicht auf die Umwelt.


Konzentration:
12 µg/m3 - Räume wurden vor Messung 8 Stunden nicht gelüftet. Messung wurde im April durchgeführt. Die Geruchsbelästigung wird aber laufend stärker.


Weiters wurde uns vom Hauseigentümer eine Mietzinsminderung nicht stattgegeben, da er sich auf die Analyse beruft, die ja keine unmittelbare Gefahr darstellt. Auf die eigentliche Geruchsbelästigung will der Eigentümer nicht eingehen, sondern hat uns empfohlen die Wohnung ausreichend zu lüften. Nachdem es aber ständig nach Styrol aus den Steckdosen und den Sesselleisten riecht, haben wir aus Verzweiflung diese eben mit Paketkleber abgeklebt.

Nun meine Frage kann es der Fall sein, das der Styrolgeruch durch das Recycling Material stammt und durch die Betonummandelung erst nach einiger Zeit zum Austritt kommt?

Wird dieses Recycling Material generell für Schüttungen im Wohnbereich verwendet?



Danke Vorab,



Styrol



Mit Styrol habe ich einige Erfahrung, ich habe vor vielen Jahren an Polymerbetonen geforscht, mit Polyesterharz als Bindemittel.
Deshalb bin ich bei Ihrer Schadensbeschreibung verunsichert; das Styroldämpfe aus Altmaterial ausgasen und diese Ausgasungen aus einer gebundenen Schüttung in die Wohnung gelangen ist schon seltsam. erst mal kann die Gesamtmenge an Styrol im boden nur minimal sein, Polystyrol ist sehr beständig. Eine Fußbodenheizung wäre eine Erklärung für Ausgasungen, allerdings polymerisiert Styrol schon bei Erwärmung aus. Von einer Reaktion von EPS mit Zementmineralien ist mir auch nichts bekannt. PS ist in einigen Lösungsmitteln sehr stark löslich, aber das erklärt auch noch nicht die Ausgasungen. Deshalb meine erste Vermutung das die Quelle möglicherweise durch Erwärmung von anderen kunststoffhaltigen Bauteilen verursacht wurde, wie Elektroinstallationen oder Elektrogeräten. Wenn Styrol in die Raumluft austritt dann kann das eigentlich nur durch Zwangsbelüftung geschehen, irgendwie zieht es bei Ihnen unter dem Fußboden. Wie genau ist der eigentlich aufgebaut? Durch den schmalen, mit Schaumgummi aufgefüllten Spalt zwischen Wand und Estrich können ohne Druckunterschied einfach keine großen Mengen an kontaminierter Luft ausdiffundieren.
Am einfachsten wäre es Sie ziehen aus und suchen sich eine andere Wohnung.
Die gemessenen 12 mg/m³ liegen weit unter dem MAK- Wert von 20 mg/m³. Die Geruchsschwelle von Styrol kann aber schon bei unter einem mg/m³ liegen.Irgendwelche Forderungen gegen Ihren Vermieter durchzusetzen wird deshalb schwer sein. Sie sind auf seine Kooperation angewiesen.



Wand oder Fußboden?



Ich vermute es handelt sich um eine (nachträgliche) Dämmung der Wände, wenn es aus den Steckdosen riecht? Bei -3Bekannten rieseln sogar Kügelchen raus- dort also keine Abdichtung vorhanden- dort gibt's aber keine Geruchsbelästigung.

Gehen hier die Konzemtrationswerte tatsächlich so stark auseinander ( mu=10^-6, m=10^-3), oder liegt ein Missverständnis vor?



Styrol



Warum soll eine Schüttung oder hier recyceltes PS Styrol derart heftig ausgasen? Im Normalfall passiert das nicht.
Diese Frage nach dem Warum führt zur Ursache. Die Ursache zu kennen ist die Voraussetzung eine Sanierung auszuführen.



Styrol



Ja wir werden nun ausziehen. Wir warten auch noch immer auf die Analyse der Ursache, das dauert scheinbar noch.

Vielen Dank vorab