Holzwurmbefall in Treppenstufe!




Hallo,

in ein paar Monaten wollen wir in ein altes Fachwerkhaus umziehen.
Wir sind mit der Hilfe von ein paar erfahrenen Handwerkern (Freunde meines Vaters) dabei, das Haus, in dem die letzten vierzig Jahre nichts gemacht worden ist Klarschiff zu machen, was nicht so einfach ist. Da wir selbst handwerklich Laien sind, ist die Hilfe von erfahrenen Handwerkern sehr gut.
Vieles haben wir auch schon gelernt.
Viele Fragen bleiben aber doch noch.
Deswegen habe ich mich entschieden mich hier in dem Forum anzumelden und die noch wichtigen Fragen mal zu stellen und hoffe sehr viele gute Antworten zu erhalten.
Das Fachwerkhaus ist schon sehr alt. Geschätzt zwischen 150 und 300 Jahren.
Der Holzwurm hat sich eigentlich schon überall ausgetobt. Hm, am Anfang hatte ich damit sehr große Probleme, vor allem, als wir festgestellt haben, dass die Decke in einem Raum total durchgefault war. Zuerst habe ich gedacht, dass das vom Holzwurm stammt und ständig habe ich Holzwurmlöcher gesehen, die dort wahrscheinlich schon seit hunderten von Jahren sind und nicht der Auslöser des verfaulten Bodens sind. Ein befreundeter Bauunternehmer meines Vaters hat bereits Erfahrungen mit Fachwerkhaussanierungen und hat die Decke komplett herausgerissen und den Raum neu gemauert.
Schön wäre gewesen, wenn er das mit dem gesamten Boden gemacht hätte, aber das hätte leicht ein paar 10.000 Euro gekostet und dann unser Budget gesprengt.
Aber so ist es schon mal ganz gut.
Demnächst will er am Haus entlang noch eine Dränage legen, da das Haus an einem Hang steht und ein Garten von hinten gegen das Haus drückt und die Wassermassen des Hangs ständig gegen die Hauswand drücken. Früher haben sie an Fachwerkhäuser keine Dränage bebaut. Dann wird gleich der hintere Teil des Hauses gepflastert, sodass man eine schöne Terrasse am Haus hat.
Ok, genug erzählt.
Meine Frage bezieht sich auf den aktiven Holzwurmbefall in einer Treppenstufe im Haus.
Manchmal sieht man da leicht gemahlenes Holz auf der unteren Treppenstufe. Einige Tage ist dann wieder nichts zu sehen, bis er dann irgendwann wieder von neuem zu fressen beginnt.
So denke ich!
Wir haben uns holzwurmtot im Baumarkt gekauft, aber da der Holzwurm unter der Treppenstufe sitzt habe ich mit bepinseln der Stufe noch nichts erreicht.
Wie gehe ich da vor?
Vielleicht kann mir mal jemand mehr Infos zum Thema Holzwurm geben.
Was sind das für Viecher?
Wie sehen die aus und was benötigen die für einen Lebensraum?
Wie bekämpfe ich die am besten?
Ok, ich habe mich schon im Internet umgesehen und entdeckt, dass ich oder wir damit nicht alleine sind und es wirklich viele Hausbesitzer, besonders Fachwerkhausbesitzer, gibt, die mit dem Holzwurm so ihre Probleme haben.
Meine Frage an euch muss sich wieder auf Selbstinitiative beschränken.
Ich lese oft von Holzingenieuren, die man als Gutachter holen kann.
Leider bin ich noch Schüler und kann mir einen Gutachter nicht leisten und mein Vater will so einen nicht im Haus sehen und würde ihn wahrscheinlich auch nicht bezahlen.
Bitte gebt mir Tipps, wie ich meinem Vater helfen kann und wie ich den Holzwurm alleine erfolgreich bekämpfe.
Vielen Dank und einen schönen Tag!

Handwerker_Laie



ein in Ihrer Treppenstufe sich wohl fühlender Holzwurm



ist nicht so einfach zu verscheuchen. Eine Möglichkeit wäre eine Bekämpfung mittels Heißluftbehandlung. Also die Stufe ausbauen und bei einem Holzschutz-Fachbetrieb erhitzen lassen. Wahrscheinlich pst der Austausch gegen einen neue Treppenstufe genauso preiswert wie die Heißluftbehandlung.



Sanierung Fachwerkhaus



Versuchen Sie Ihrem Vater die Dränung auszureden.
Gibt es denn Probleme mit Wasser im Keller?
Wenn das Haus bis jetzt leidlich trocken war, kann man damit keine Verbesserung erzielen.
Andererseits kann man beim Bau und beim Betrieb einer Dränung eine Menge Fehler machen, die zu verheerenden Schäden führen können.

Viele Grüße



Der Tip mit dem Stufenausbau...



...kommt jedenfalls nicht aus der Praxis. Wenn eine Stufe befallen ist, wird sicher auch noch in der Wange und anderen Tritt- und Setzstufen "Leben" sein. Zudem würden Sie als Laie der Treppe möglicherweise den Rest geben, wenn Sie dran 'rumbosseln.

Holzschutzmittel hatten in der Vergangenheit oft zunächst eine Zulassung für Innenräume, und dann waren Sie plötzlich kreuzgefährlich.

Eine Ausnahme könnten Pyrethroide aus Pflanzen (Chrysanthemen)sein. Die Wirksamkeit ist unstrittig, sie bauen sich zudem in kurzer Zeit ab, so daß keine dauerhafte Belastung möglich ist. Ggf. dünne Löcher zum injizieren bohren.

Konkrete Produktempfehlung: "Pistal" von "Aries". Nicht aufsprühen, sondern mit der Spritze/großer Kanüle injizieren.

Das wird vielleich nicht sofort alles bekämpfen, aber sie können die Treppe ja beobachten und immer mal wieder etwas tun.

Schließen Sie zusätzliche Feuchtequellen aus (Feuchteübergang von nasser Wand, Feuchte Luft vom Keller her, so die Treppe zwischen beheizter und unbeheizter Fläche trennt...)

Mit Drainagen, da schließe ich mich Georg an, hat schon mancher unvermutet Wasser AN die Wand geleitet. Was im Normalfall vielleicht funktioniert, kann z.B. bei Starkregen zur Katastrophe werden.

Grüße

Thomas



Das klingt



sehr nach der teuersten Sanierungsvariante. Erstmal was machen, und dann schauen wir mal.
Als erstes sollte ein Gesamtkonzept erstellt werden, was denn als endgültiger Zustand erreicht werden soll. Und dann kann man abschnittsweise nach Dringlichkeit arbeiten. Dann werden die einzelnen Abschnitte auch zusammenpassen.
Nix ist übler, als festzustellen, dass da hinten ein Wasseranschluss ganz gut wäre, oder wir müssten in dem Bereich noch einen Stromkreis zusätzlich haben ;-))).
Und nix gegen die Handwerker, aber mit einer solchen Planung ist ein Handwerker in der Regel überfordert, denn es gehört nicht zu seiner Ausbildung und nicht zu seinen Aufgaben. Und gerade im Sektor Fachwerksanierung hat es in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gegeben.
Und es dauert 20 Jahre und länger, bis solche Erkenntnisse auf der Baustelle ankommen.
MfG
dasMaurer