Stützbalken wechseln - Fundament

31.03.2019 menetekel



hey,

wir müssen einen massiven Stützbalken wechseln. Dieser trägt zwei Querbalken im EG.
Es ist alles abgestützt und auch der alte Balken ist schon raus. Ein neues Fundament ist direkt auf das Erdreich gegeossen (50cm*50cm*40cm), nur eine PE-Folie liegt zwischen erdreich und Fundament.
Der alte Setzstein soll auch wieder unter den neuen Balken.
Empfehlt ihr ein Stück Bitumenbahn zwischen Fundament und Setzstein ?
Wir möchten den neuen Balken dann mit Keilen auf druck bringen und dann mit Mörtel zwischen Fundament und Setzstein unterfüttern. Wenn Bitumenbahn, dann Mörtel unter und über der Bitumenbahn?
Sollte auch zwischen den Balken und den Setzstein Mörtel, oder reicht es, wenn der Balken einfach auf dem Setzstein steht ?



Drumherum?



Was ist denn drumherum geplant?

Wenn zum Beispiel drumherum noch Beton gegossen wird um darauf den neuen Fussboden aufzubauen, dann wird der ja später sicherlich auch mit Bitumenbahn abgedichtet - so gesehen würde es schon Sinn machen unter dem Stein eine Bitumenbahn zu verlegen, diese aber soweit auskragen zu lassen, dass man später noch ordentlich anarbeiten kann.

Auskeilen und später zu untermörteln halte ich für keine gute Idee. Ich würde den Stein ganz normal setzen und den Balken später aufsetzen. Das ist etwas komplizierter (zumindest wenn man die alten Verzapfungen wieder so herstellen will) aber da hat man wenigstens die Sicherheit, dass der Stein ordentlich gesetzt ist und man kann den Stein auch besser ausrichten und vermeidet Ausplatzungen an den Keilstellen.

Eventuell macht es Sinn mit einem Falldübel zu arbeiten, dazu müsste das alte Zapfenloch im Stein zuerst geschlossen werden und dann ein Dübelloch gebohrt werden - in den Balken kommt dann auch ein Loch, was so tief ist, dass der Dübel voll darin versenkt werden kann. Ein wenig Spiel sollten die Löcher haben. Beim Aufsetzen wird dann mit einer Kelle oder einem Blech das herausfallen des Dübel verhindert, ist der Balken in Position , wird das Blech gezogen und der Dübel fällt in das vorher gebohrte Dübelloch im Stein.

Hätte unter anderem den Vorteil, dass der Balken dann voll auf dem Stein aufsteht und nicht durch den Zapfen geschwächt ist. Zapfen bzw. Dübel sind ja nur dafür da, dass der Balken in Position bleibt.

Oben müsste man das Zapfenloch dann entsprechend größer einstemmen und hinterher mit einem Holzstück wieder ausfrickeln.



danke



Ja, der Fußbodenaufbau geschieht mit Rollkies, Beton, bitumenbahn, Dämmung, Heizung, Estrich. Von daher ist das mit der überlappenden Bitumenbahn eine gute idee.

Wir werden den neuen Balken versuchen so Passgenau wie möglich einzufädeln. Das mit dem Falldübel ist eine gute Idee. 20mm stärke sollten da ja reichen?

Für den Fall, das wir am ende doch ein paar millimeterchen luft haben, was würde sich denn anbieten zum unterfüttern? Der alte Balken war mit Kalk unterfüttert (siehe Bild). Ich hätte jetzt normalen mauer-mörtel genommen?

grüße,
felix



Unterfüttern



Ich würde wohl keinen Mörtel unterfüttern, sondern eher probieren die Deckenbalken leicht zu überspannen und die Stütze möglichst passgenau zurechtzumachen, so dass nach Wegnahme der Baustützen und damit der Überspannung keine Unterfütterung mehr nötig ist.

Ist aber sicherlich etwas Aufwand. Falls man unsicher ist und evtl. mehrere Versuche braucht, so kann man das Sackloch des Dübels auch von aussen anbohren und den Falldübel mit einem Faden ausstatten und den durch dieses Loch fädeln. Für den Fall der Fälle bekäme man dann den Dübel nochmal hochgezogen.

Wenn ein Unterfüttern unerlässlich ist, würde ich wohl einfach mit breiten Verglasungsklötzen arbeiten und hinterher die Fuge mit einem herkömmlichen Rissspachtel (z.Bsp. von Ruberstein) schließen. Es wird ja nicht um mehr als 5mm gehen die da nötig sind.

Übrigens: Der Dübel übernimmt nur eine Lagesicherung und sonst keine Kräfte. so gesehen würde für den Zweck schon ein 12mm Edehlstahldübel ausreichen.

Ich weiß übrigens nicht, ob das im Holzbau so wie beschrieben gängige Praxis ist. Ich komme aus dem Steinbereich und da kommt man nicht drumherum mit Falldübeln zu arbeiten. Wichtig ist halt wirklich, dass der Dübel frei fallen kann. Die Bohrlöcher müssen also sehr exakt ausgeführt werden, gründlich gereinigt sein und sie brauchen genügend (aber nicht zu viel!) Spiel. Wenn so eine Verbindung wieder gelöst werden soll, geht das nur, indem man den Dübel zerschneidet.

Es könnte bei Ihnen auch Sinn machen, dass man mit zwei Falldübeln arbeitet (einen für die Befestigung und einen kurzen als Verdrehsicherung) - kommt aber eben darauf an wie die Verbindung nach oben hergestellt wird. Heutzutage kann man sowas ja auch durchaus kreuzweise verschrauben, was wiederum den Einbau deutlich vereinfacht, aber eben nicht so schön aussieht (falls sichtbar)

Ich kann auch sehr die Videos von Matthias Burger bei Youtube empfehlen. Mag sein, dass es da dem ein oder anderen Zimmermann hier zwar richtig vergeht, aber ich finde, er zeigt eine ganze Menge Tricks wie man sich in baulich schwierigen Situationen wirklich gut behelfen kann.

Viel Erfolg - und bitte nicht vergessen auch mal nen Abschlussbericht abzuliefern. Solche Probleme gibt es ja häufiger und für andere User, die irgendwann mal diesen Thread lesen ist dann sicherlich auch die Lösung und die Erfahrungen damit interessant. :-)



Well done



auf Wunsch noch ein kleiner Abschlussbericht.
Wir haben uns nach mehrfachen Gesprächen dann doch für die Mörtelvariante entschieden.
Den Balken mit 4 Keilen ordentlich auf Druck gebracht und dann Mörtel unter den Setzstein.
1 Woche getrocknet, hält gut ;-)
Ist am Ende jetzt der selbe Aufbau wie vorher auch.

Einen Falldübel zwischen Balken und Setzstein haben wir auch benutzt. Coole Sache.

Beste Grüße,
felix



Super!



Danke für die Rückmeldung und schön, dass es geklappt hat :-)