Stromkabel auf Putz mit Nagelschellen verlegen?

12.02.2014 steamtrac



Hallo,
ich habe mal wieder eine Frage an das kompetente Forum, das mir schon das ein oder andere Mal geholfen hat. Diesmal geht es um die Aufputzverlegung einer Stromleitung.
Ich möchte gerne eine Stromleitung für Drehstrom (400 Volt) im Haus verlegen. Das ist kein Wohnraum, deshalb ist eine aufwendige Verlegung unter Putz nicht gerechtfertigt. Am besten würde mir die einfache Befestigung mit Kabelschellen gefallen, da dadurch das Kabel unauffällig in der Ecke verschwindet, und es gleichzeitig noch ein wenig „altmodisch“ aussieht. Die Verlegung in Kunststoffrohren mag vlt professioneller aussehen, aber ich finde das irgendwie zu modern für mein Fachwerkhaus.

Allerdings weiß ich nicht in wie weit es Vorschriften gibt – besteht zB eine Versicherungsgesellschaft darauf, auf Putz verlegte Leitungen in Kabelkanälen oder Rohren zu schützen? Gibt es gesetzliche Vorschriften? Oder ist die Verlegung mit Kabelschellen in Ordnung? Gibt es eine DIN dazu?

Den Elektriker, den ich angefragt hatte, konnte mir das leider nicht beantworten. In Deutschland gibt es doch eigentlich für alles Vorschriften, deshalb hoffe ich das ich mit Hilfe des Forums herausfinden kann, was ich machen darf.
Danke vorab!





Sollte kein Problem darstellen.
http://www.elektrogemeinschaft-halle.de/Vortrag/DIN-VDE-0100-520-int-1.pdf
Ist ein Kanal der gerade so das Kabel aufnehmen kann, wirklich keine Alternative? Schaut nach meiner Meinung besser aus.



Kabel



So was sah früher auch nicht so aus.
Im klassischen Fachwerk gab es noch keine Stromleitungen da es noch keinen Strom gab.
Die Revival- Fachwerkmode der Gründerzeit kannte bereits Kabelkanäle (aus Blech).
Was zieren Sie sich so ein Rohr als Kanal zu verlegen?



Mir..



ist kein zwingender Grund bekannt, Kabel in Rohre verlegen zu müssen.

Derzeit zaubern wir gerade in einem Holzhaus von 1927, Hand in Hand mit dem Elektriker. Da geht "unter Putz" nichts, und die üblichen Kabelkanäle sind ebenso scheußlich wie plump.

Grüße

Thomas



Kabelkanal



Früher, also etwa bis vor 80 Jahren, ging so was nicht ohne Ummantelung, es gab noch keine strapazierfähigen Kunststoff- oder Gummihüllen. Man nahm Guttapercha, das Zeug war ziemlich weich. Deshalb Blechummantelungen.



Alles



ist relativ. Ja, Die Verlegung von NYM oder NYY mit Nagelschellen ist in den meisten Situationen zulässig (außer bei extremer mechanischer Belastung etwa in der Industrie). Nein, wirklich historische Tradition hat sie nicht, dürfte etwa in den späten 1950ern aufgekommen sein, wenn nicht noch später. In Feuchträumen wurde lange lieber mit Distanzschellen gearbeitet, mit denen arbeitet es sich auch leichter. Die gibt es noch, billig sind sie allerdings nicht gerade.

http://www.pollin.de/shop/dt/NTcyOTQ0OTk-/Haustechnik/Installationsmaterial/Zubehoer/Einfach_Schelle_10_17_mm_25_Stueck.html

Leitungen mit Nagelschellen wirklich elegant an die Wand zu kriegen ist eine verlorene Kunst und am ehesten noch mit sehr geringen Schellenabständen (alle 20 cm) und einem sauberen Waagriss hinzukriegen. Vorher die Leitung sauber gerade biegen und beim Annageln einen Helfer gut spannen lassen.

Vor dem 2. Weltkrieg gab es schon Rohrdraht, das ist eine Art Kabel mit Metallmantel, dünner als Rohr aber ähnlich zu verlegen.

Rohr sieht dann halbwegs historisch aus, wenn man Steckbögen verwendet und keine Clipschellen sondern Stapaschellen (einlappig).