Strohlehm zur Deckenfüllung herstellen




Hallo zusammen!
Wir würden gerne Strohlehm herstellen um eine Einschubdecke zu füllen. Habt Ihr ein Rezept zur Hand?
Wir haben gepresstes Stroh sowie Lehm-Fertigputz (Lehm/Sand) zur Hand.
Leider hat weder google noch das Forum zum eigentlichen Herstellungsprozess weiter helfen können.
Vielen Dank vorab!
Herbert



Einschubdecke



Strohlehm als Füllung ist wenig geeignet.
Er wurde früher als Rieselschutz (Lehmverstrich) auf den Einschubbrettern eingesetzt, sonst als Umwicklung (Windelpuppen, Windelboden) üblicherweise aus geglühtem Sand oder Schlacke (Coacsasche).
Heute gehen Trockenlehmschüttungen ohne Stroh, Kiessand, Liapor usw. auf Rieselschutzbahnen.



Herstellung Strohlehm



Hat jemand eine Anleitung zur Herstellung von Strohlehm?
Danke!



Strohlehmherstellung



eine Anleitung ist im "Lehmbau-handbuch" von Gernot Minke abgedruckt. Das Stroh wird in einer flachen Grube z.B. aus Folie entweder mit Lehmschlemme übergossen und getreten , dies lagenweise, nach 6-12 Lagen den Haufen umsetzen und nochmals durcharbeiten. Das Stroh sollte allseits umhüllt sein. Anschließend sollte das Ganze 6-24 Stunden mauken.Genaue Angaben zum Mischungsverhältnis macht auch Minke nicht, dies kommt auf die gewünschte Rohdichte des Gemischs an. Er gibt dickflüssigen Lehmbréi aus 2 RT fettem Lehm und 1 RT Wasser auf 10 RT lose Strohhäcksel mit ca 1300kg/kubikmeter Dichte und einer Wärmeleitzahl von 0,53 W/mK ( S.90 )



Strohlehm



Steht in dem Handbuch auch drin für WAS dieser Strohlehm eingesetzt wird`?



Vielen Dank!



Hallo Pope,
vielen Dank für Deine hilfreiche Antwort!

Herr Bötcher:
Immer vorher Gehirn einschalten! Auch vorm Antworten...

Gruß



Deckenfüllung



Erst einmal möchte ich mich in aller Form entschuldigen das ich es gewagt habe nicht unmittelbar auf Ihre Frage zu antworten.
Zu meiner Entlastung sei gesagt das ich Sie vor einer Fehlentscheidung beim Aufbau Ihrer Einschubdecke bewahren wollte. Auch wenn Sie es nicht lesen wollen präzisiere ich diesen Fauxpas hiermit:

Warum wollen Sie in eine Einschubdecke unbedingt nassen Strohlehm einbauen?
Dieser Deckentyp ist etwas anderes als eine Decke mit Wickelstaken (Windelpuppen)!
Nasser, mit organischen Beimengungen versetzter Lehm als Füllung bringt keine Vorteile sondern nur Nachteile.

Ich zähle Ihnen mal einige auf:
- Mehraufwand in Herstellung und Verarbeitung
- lange Trocknungszeiten bis zum Erreichen der Gleichgewichtsfeuchte da die Trocknung nur nach oben erfolgen kann.
- Vorher können keine Dielen verlegt werden.
- Nach dem Trocknen entstehen Schwindrisse zum Holz. Die Luftdichtigkeit ist nicht mehr vorhanden. Luftschall und Rauchgase können übertragen werden.
- es besteht die Gefahr der Verrottung durch Schimmelbildung.

Weiteres finden Sie im Fachbuch "Lehmbaupraxis" von Ulrich Röhlen und Christoph Ziegert unter dem Punkt 10.4.2. "Neue Einschübe mit Lehhmschlag und Lehmschüttungen".
In den Lehmbauregeln des Dachverbandes Lehm findet sich unter dem Punkt: 4.4.2. Einschubdecken "Einbauregeln für trockene oder Erdfeuchte Lehmschüttungen".
Ich zitiere daraus den letzten Satz:
"Zu lange Durchfeuchtung kann das Verrotten organischer Zuschläge, die Schwächung angrenzender Holzbauteile und die Korrosion von Stahlteilen bewirken."
Was meinte ich damit also: Lehmschlag als Rieselschutz feucht, Schüttung trocken. Alternativ Rieselschutzbahn- kein Prozesswasser.

Wenn Sie natürlich auf Grund Ihrer fachlichen Kompetenz über andere praktische Erfahrungen und Erkenntnisse im Lehmbau verfügen dann können Sie auch nassen, plastischen Strohlehm verbauen. Das ist Ihre Entscheidung.

Zuletzt noch eine Bemerkung:
Ich habe diesen Kommentar nicht nur für Sie geschrieben sondern für andere Leser die vor einem ähnlichen Problem stehen.



Herr Bötcher die x-te



Herr Bötcher. Gewisse Dinge ändern sich einfach nie. Auch nicht ihre Unart sich in wirklich JEDEN Beitrag einzumischen. Und zwar in einer Art und Weise der wirklich jede konstruktive Auseinandersetzung im Keim erstickt. Nämlich dadurch dass sie auch in Unkenntniss der Gesamtumstände eine regelrecht absolutistische Meinung vertreten und alles andere schlecht reden oder lächerlich machen. (Ich empfehle jedem mal quer in ihren Beiträgen quer zu lesen)

Im vorliegenden Fall haben wir haben ein paar Löcher in einer Windeldecke (Dachboden) und werden diese mit Strohlehm auf Blindboden füllen. Unten Lehmputz oben offene Holzdielen. Punkt.

Daher auch meine knappe Formulierung der Frage zum Herstellungsprozess von Strohlehm!

Sie jedoch veröffentlichen Ihre Beiträge nicht wie von Ihnen propagiert zum Gemeinwohl sondern einzig und alleine zum Zweck der Selbstdarstellung.
Anscheinend mangelt es Ihnen auch an praktischer Erfahrung wenn Sie sich 24/7 hier im Forum aufhalten können.

Ich kann Sie nur zum wiederholten Male inständig bitten nicht mehr auf meine Beiträge zu antworten!

Vielen Dank vorab!



Einschubdecke



Zitat aus Ihrer Fragestellung:
"Wir würden gerne Strohlehm herstellen um eine Einschubdecke zu füllen"

Ich zitiere Ihren letzten Beitrag:
"Im vorliegenden Fall haben wir haben ein paar Löcher in einer Windeldecke"

Sie sollten Ihren Ton mäßigen und sich überlegen was Sie überhaupt wollen.



Konkrete Frage / konkrete Antwort



Ja ich habe mir erspart in die Tiefe zu gehen in der ersten Frage um genau Ihre unnötigen Ausführungen zu vermeiden. Aber leider kommt man ja nicht drum herum.

Und haben Sie die Frage zum Strohlehm beantwortet oder nicht? Also...

Ich werde meinen Ton mäßigen wenn Sie aufhören die Community zu plagen. Ich muss mir schon immer dreimal überlegen hier überhaupt eine Frage zu stellen.

Schönen Tag noch vorm Rechner!



Strohlehmherstellung



@ Herrn Böttcher, ich habe hier eine Quelle angegeben. Noch ein Zitat aus dem Buch, S 89 Punkt 4.7.1. (erschienen 1994):
"Leichtlehm ist bislang in Deutschland noch nicht als statisch belastbarer(tragender) Baustoff zugelassen, er wird in der Regel als Füllmaterial bei Ständer-oder Fachwerkbauten, aber auch bei Decken-,Dach- und Fußbodenkonstruktionen eingesetzt." ( Zitat Ende)
Herbert fragte nach Anleitungen zur Leichtlehmherstellung, den vorgesehenen Einsatz kann ich mittels fehlender Facherfahrungen nicht beurteilen,ich persönlich würde keine Feuchte Leichtlehmmischung in eine Geschoßdecke einbauen.



Strohlehm in Decke?



Grundsätzlich sollte es aber möglich sein,
sonst wäre doch keine originalgetreue Restaurierung mehr möglich.
Allerdings solange offen halten, bis das Gefach komplett getrocknet ist und nur zu einer Jahreszeit machen, wenn schnelle Trocknung garantiert ist.

Umständlich ist's auf jeden Fall und verzögert alle weiteren Arbeiten.
Ob sich der Aufwand lohnt muß sich jeder selbst überlegen

Andreas Teich



Strohlehmdecke



Ich sehe beim Fehlstellen ausbessern, mit Srohlehm,keine besonders langen Trocknungszeiten.

Bei einer ganzen Decke sieht das anders aus ,hier wurden zuerst die Staken zwischen den Balken angebracht ,darauf wurde der Strohlehm geschlagen ,dabei drücken sich Lehm und Stroh zwischen der Stakung durch,was eine gute Haftbrücke für den eigentlichen Deckenputz ergibt ,nach der Durchtrocknung wurde die Decke von unten angeworfen,erst dann kam die Dielung.

Im Sommer ist solch eine Decke in zwei Wochen durchgetrocknet ,Wärme und genügend Lüftung voraus gesetzt.

Aus dem Mischungverhältnis keine Wissenschaft machen,einfach etwas alten Bestandsputz aufbröseln ,da wird es dann schon sichtbar.



Strohlehmdecke



haben wir vorletztes Jahr saniert....mit einer Mischung aus den Resten der alten Decke, neuem Lehmputz grob, alten Lehmsteinen und altem Stroh....
Die Füllung oberhalb der umwickelten Staken war bei uns partiell zurückgebaut worden um den Zustand der Balken besser zu beurteilen. Ja, die Altvorderen hatten eine feste Mischung ( keine lose Schüttung ) aus Lehm, Sand und gehacktem, teilweise auch noch langem Stroh in der Decke verbaut. Durchaus üblich bei uns - im Dorf wurde dieses Jahr eine identische Decke leider komplett entfernt...Schade um die Bausubstanz.
Wir haben im Hochsommer bei 30 Grad unterm Dach die alten Deckenfüllungen eingeweicht, eine geschmeidige Masse hergestellt - eine schweißtreibende Arbeit, die jedes Fitnessstudio ersetzt - und dann vor Ort auf die Decken wieder aufgebracht. Eine "herrliche" Matschepampearbeit....Kleinkindfeeling inclusive. Die Oberfläche haben wir grob verstrichen. Schichtstärke um die 5 cm maximal. Wenn die Schicht stärker werden sollte, haben wir teilweise alte uneingeweichte Bruchstücke der Decke mitverarbeitet. Nach einer Woche bei sommerlicher Hitzewelle war die Decke hart.Geschimmelt hat dort nichts.
Dieses Jahr werden wir noch eine dünnere Schicht für eine halbwegs glatte Oberfläche aufbringen. Die werden wir aus Grubenlehm und Sand herstellen. So eine Schicht befand sich bei uns auch auf den Originaldecken als letzte Nutzschicht. So konnte man offenbar das dort gelagerte Korn besser zusammenfegen ;)
Bei grossen Löchern, bei uns waren die Staken an einigen Stellen durchgebrochen und damit die Decke stellenweise abgestürzt, haben wir zunächst nur die Unterseite wiederhergestellt, um nicht zuviel nasse Masse in der Decke zu haben und eine beidseitige Trocknung zu ermöglichen.
Dazu haben wir von der Unterseite "Sauerkrautplatten" auf die teils neu eingezogenen Staken geschraubt und dann mit grobem Lehmputz unter Zusatz von gehäckseltem Stroh mehrlagig -immer feiner werdend - verputzt.

Eine lose Schüttung ist sicher wesentlich weniger arbeitsintensiv - erfordert dann aber eine Abdeckung, die bei uns auf dem ungenutzten Dachboden dank der doch festen Oberfläche nicht erforderlich ist. Zudem wollten wir so nahe wie möglich am Original bleiben.