Schimmel im Strohlehm?

08.09.2007



Hallo,
ich möchte Innenwände aus Strohlehm in einer verloren Schalung aus Schilfmatten erstellen. Müssen Stroh und Schilf gegen möglichen Schimmelpilzbefall vorbehandelt werden?
Ludger



Schilf als Schalung bei Strohlehm ist zu gefährlich.



In der jetzigen Jahreszeit ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, außerdem ist Schilf nicht hygroskopisch, d.H. der Strohlehm kann zur Schilfseite nicht abtrocknen, sodaß Staufeuchte entseht. Pilze, die den Strohlehm kompostieren lassen sind die Bauschadensfolge. Eine chemische Schimmelvorhehandlung auf Schilf oder im Strohlehm macht keinen Sinn.Ich rate deshalb zu Trockenbau-Lehmtechniken.
Infos hierzu finden Sie z.B. unter www.texbis.de



Zustimmung



Hier sind wir mit Herrn Schillberg selbiger Meinung!!
Trotzdem wäre anfänglich zu klären, ob er Schilfplatten oder nicht gar bloß daß 70-stengelige Schilfrohrputzträgergewebe meint.
Beim Putzträgergewebe wäre die Situation ein klein wenig anders noch zu sehen.
Trotzdem ist eine Naßlehmtechnik zu dieser Jahreszeit bald nicht mehr empfehlenswert, da es eben zu sehr schlechten Kerntrocknungsverhalten kommt.
Eine Alternative wäre die Holzhackschnitzelvariante. Diese bringt wesentlich weniger Feuchteeintrag und mit einer sofortigen Wandheizungsauflage zur Austrocknungsunterstützung.
Bedarf aber eines guten Bauablaufplanes und einer guten Vororganisation.
Wie Sieht Ihre Konstruktion generell aus?
Können Sie überhaupt auf andere Alternativen umsteigen?
Schicken Sie uns doch einmal Bilder oder kontaktieren Sie uns direkt, so können wir vielleicht gemeinsam Alternativen suchen.

Freundliche Grüße

Udo





Danke für die Infos.
Ich habe mich allerdings mit den Schilfmatten (?0-stengelig)schon festgelegt, auch schon Lehm und Holzständer besorgt. Ich denke, dass ich für ausreichende Lüftung sorgen kann und wenns kälter wird, ich den Ofen anschmeißen werde.
Es gibt doch schon Bauwerke, die vor hunderten Jahren nach solchem Prinzip entstanden sind und noch immer ohne Pilze da stehen. Wie haben unsere Vorfahren das so hinbekommen?
Ludger



unseren Vorfahren waren die Baustoffeigenschaften von



Stroh, Lehm und Schilf wohl bekannt. Deshalb wurden die Naßlehmtechniken ausschließlich in den trockenen Sommermonaten ausgeführt, das 70-stengelige Schilfgewebe wurde NACH Trocknung der Strohlehmwände montiert.



Richtig,



wenn man das WAS so ausführen will wie die Altvorderen, muß man auch das WIE gebührend berücksichtigen.

Ein bisschen Heizen genügt da nicht, sie sollten Sich, wenn's unbedingt jetzt losgehen soll, zusätzlich leistungsfähige Bautrockner über einige Wochen mieten - über schimmlige Lehmkonstruktionen in Herbst/ Winter ist schon einiges im Forum zu finden.

Grüße

Thomas



@Thomas



Hier stimmen wir völlig zu!
Außerdem können wir zu einem vorangegangenen Punkt noch bemerken, daß die Altvorderen den Lehmbau fast nur in den Monaten ohne "R" ausgeführt haben!
In den anderen Monaten war es einfach nicht möglich, da im Frühjahr die Feldbestellung war und im Herbst die Ernte anstand. Und im Winter saß man hinter dem warmen Ofen oder auch am Webstuhl, wo eben einer in der Blockstube stand.
Das Thema Schimmelbildung sollte man wirklich nicht auf die kalte Schulter nehmen, denn es entstehen dabei auch ganz schnell Kompostierungsewrscheinungen und auch das Stroh kann durch Würfelbruch die Konstruktionfestigkeit erheblich beeinträchtigen.

@K.Schillberg

Wir haben das Schilfrohrputzträgergewebe sofort montiert und uns mit dem Einbau dadurch effizient hochgearbeitet.
Dabei kam aber eine Holzhackschnitzel-Lehm-Füllung zum Einsatz.

Und was haben Sie sich für Lehm besorgt?
Lehmpulver oder irgendwelchen Aushub?
Bei Aushub sollte man wirklich kritisch analysieren bzw. definieren, wo her und von wem.
Es kann dabei u.U. zu Salzeinträgen kommen, anderweitigen Verunreinigungen (Humusanteile, Schadstoffe etc.), die durch die Lagerstätte des Abtrages bedingt sein kann.

Grüße Udo