Strohdämmung

03.01.2016 arteffekt



Hallo,
es geht mir um eine Vorgesetzte hinterlüftete Fassade. Als Dämmstoff kommen, der Nachhaltigkeit, 32-iger Strohballen zum Einsatz. Diese können natürlich nicht im erdberührendem Bereich eingesetzt werden. Zur Minimierung der Kältebrücke im Sockelbereich, soll dieser ebenfalls gedämmt werden. Welches Detail bzw. welcher Dämmstoff kann dort zum Einsatz kommen ohne das der Schwellbalken abgeschlossen wird. 30% sind dabei mit einem funktionierendem Bruchstein unterkellert. An dem sollte nichts verändert werden.
Ich freue mich über Anregungen und Detaillösungen.

Ich dachte da an eine Perimeterdämmung in L-Form, welche max. 16 cm am Fundament bzw. am Keller bituminös geklebt und abgedichtet angebracht werden könnte. Was haltet ihr von dieser Idee?
Gutes neues Jahr



Strohdämmung



Wer berät Sie bei Ihren konstruktiven Überlegungen ? Die Anforderungen der EnEv an den U-Wert der Bauteile müssen erfüllt sein. Ist das mit Ihrer Strohdämmung der Fall ? Der Wärmeleitwert von gepressten Kleinballen liegt bei 0,052 W/mK.

Es gibt meines Wissens keine 32-Ballen sondern als Vorzugsmaße nur z.B. HxBxL 46–50 x 36 x 65–110 bzw. leicht veränderte Abmessungen von 40-60cm Breite. Das Raumgewicht von gepressten Ballen liegt bei etwa 50-110 kg/m3. Ein m2 Strohdämmung wiegt dann zwischen 20-66 Kg. Das übliche Gewicht einer 16cm EPS-WDVS-Dämmung liegt bei etwa 5-6Kg/m2. Dieses Gewicht muss statisch abgefangen werden, geschossweise oder über mehrere Geschosse. Wie ist das geplant.

Ein solches Detail kann man nur entwickeln, wenn alle Randbedingungen bekannt sind und ein Fassadenschnitt 1:10 oder kleiner vorliegt. Der Sockel muß zudem trocken sein. Bei Feuchtebelastungen ist keinen Dämmung möglich.



Strohballendämmung



Du könntest zB Stegträger auf die Fassade schrauben im Abstand der jeweiligen Strohballenlänge.Stegträger gibt es bis 40 cm Tiefe-
ansonsten müßte eine Eigenkonstruktion gebaut werden oder die Ballen auf eine andere Weise an der Fassade befestigt werden.
Bei Stegträgern lassen sich die Fenster am leichtesten vorne in der Dämmebene befestigen.Die Laibungen zB mit Holzbrettern verkleiden, darunter könnten auf den Verputzen Ballen zB diffusionsoffene Fassadenbahnen verlegt werden.

Als Brandschutz und gegen Schädlinge sollten die Ballen verputzt und verkleidet werden.
Wie soll die Fassade aussehen und woraus bestehen die Wände?
Am besten wäre ein Foto der Fassade.
Schlagregenbelastung reduzieren.
Wenn der Untergrund tragfähig genug ist könnte eine Schicht Schaumglasplatten darauf gelegt werden, dann die Strohballen.
Spritzwasser muß natürlich vom Sockel abgehalten werden

Andreas Teich



Strohdämmung



Guten morgen,
danke schon mal der raschen Annahme.
Willi du hast recht, die kleinste Pressung liegt bei ca 36 cm.
Es handelt sich um ein niedersächsisches Hallenhaus in Ständerbauweise.
Die Werte nach EnEv gehen in Richtung Passivhaus. Als Wdvs-ler habe ich da ein Programm. Ich werde konstruktiv wohl, nach reichlicher Überlegung, nicht um ein zweites Fundament drumrumkommen.
Die Gewichtslast möchte ich dem Fachwerk nicht zumuten.
Zum auffangen der Windlast, denke ich schon, das ich auf die Basis zurückgreifen kann.
Was haltet ihr davon?

Zum Brandschutz sind die Strohballen laut Zulassung auf B2 eingestuft. Beim Verputz sogar in Richtung B1. Laut LBO ist B2 ausreichend, das ich die Haut gerne in Lärche hätte. Die Fenster sollen Laibungsfrei montiert werden (Kasettenfenster)

Die Schwellbalken liegen überraschend trocken auf im Kalk gesetzten Bruchstein. Da bin ich über die Kapillaren Eigenschaft überrascht und begeistert.
Was jetzt offen liegt wird sodann verdeckt werden.
Da auch eine Frage an euch, wie kann ich durch die Veränderung eine Stauung wirkungsvoll und dauerhaft vermeiden? Grad der Schwellbalken, weil dieser sodann nur 2-seitig offen liegt und der Kalk, auch wenn überraschend wenig, doch kapillar Feuchtigkeit weiterleitet.
Verändern möchte ich untendrunter nichts, da das System 800 Jahre steht und funktioniert.
Das BN liegt ca 15 cm unter dem Schwellbalken.

Jörg Jostock



Fassadendämmung



Können Sie ein Foto von der Außenansicht des Hauses einstellen?
"Laut LBO ist B2 ausreichend", sind Sie sich da absolut sicher?
"Verändern möchte ich untendrunter nichts, da das System 800 Jahre steht und funktioniert."
Das dürfte nicht möglich sein.

Eines interessiert mich unabhängig von der Problemstellung:
Was wollen Sie mit dieser Konstruktion erreichen?



Fassadendämmung mit Strohballen



Es gibt ja genügend Beispiele von mit Strohballen gedämmten Neubauten.
EPS ist vom Brandschutz her ohnehin schlechter als gepreßte Strohballen, die ich aber trotzdem verputzen würde-Im Sockelbereich könnte als Schutz vor Nagern zusätzlich feines Drahtgewebe eingelegt werden.
Abhängig von der Fassadenhöhe und Schalungsart müßte die Unterkonstruktion für die Lärchenverschalung konstruiert werden.

Nach außen öffnende und außen bündige Fenster können in einen in der bisherigen Laibung befestigten Sperrholzrahmen eingebaut werden-
bei Stegträgern wäre es noch leichter. Nach innen öffnende Fenster würden dabei etwas größere Wärmebrücken aufweisen.

Allerdings wäre bei Verwendung von Stegträgern und Verkleidung mit Lärchenbrettern die Dämmung mit kapillarer Zellulose-Einblasdämmung technisch einfacher und besser- wenngleich nicht ganz so ökologisch.

Strohballen müßten dauerhaft dicht an die Fassade gepreßt werden, um Luftschichten mit Hinterströmungsgefahr zu vermeiden.

Ein besserer Dämmwert und dichterer Fassadenanschluß würde beim Hineinstopfen von Stroh in eine Vorsatzkonstruktion erreicht werden- zudem wäre man bei den Dämmstärken flexibler und nicht von Strohballenmaßen mit teils unterschiedlicher Pressung und Größe abhängig.
Ein Foto der zu dämmenden Fassade wäre günstig.

Andreas Teich



Außendämmung



Hallo Jörg Jostok ,
nix gegen gedämmte Fachwerk(?)häuser ,so es denn eins ist
(" Ständerbauweise" ) .
Auch experimetelles Bauen unterstützen wir wo es geht ;
aber will man das ganze Rad neu erfinden ?
Bei den angedachten zusätzlichen wohl rund 50-60 cm Fassadentiefe , Dämmung , Hinterlüftung , Vorsatzschale und erwartungsgemäß vielleicht 20 - 25 cm Fachwerkwand
ergeben sich wahrscheinlich einerseits schießschartenähnliche Fenster- und Türöffnungen , zudem nicht mehr asureichende Dachüberstände für den konstruktiven Wetterschutz sowie andererseits zu bewältigende statische Fragestellungen ; ein zusätzliches Fundament vor dem bestehenden würde die womöglich bestehende Gründung - Sand-/Bruchstein auf Findlingen ? -
angreifen . Kann man dann auch gleich erneuern .

Eine oben schon vorgeschlagene "leichte" Dämmkonstruktion
erscheint mir da mindestens einfacher ; aber nix gegen weitere Überlegungen dazu ..
Zunächst einen schönen Neujahrsgruß ins nachbarliche Extertal
Jürgen Kube



Dämmung



Guten morgen,
wünsche euch auch ein gesundes und erfolgreiches 2016.

@ Andreas
Das die Fenster an der künftigen Außenhaut angesetzt werden ist bereits angedacht. Zumal der Charakter des Hauses nicht extrem verändert wird. Glaubst du man bekommt loses Stroh ähnlich gepresst? Weil über die Pressung verändert sich der Brandschutz. Von Etage zu Etage möchte ich am liebsten ein Vorsprung rein haben. Da könnte ich unten mit 20 cm beginnen.
Die Schwelle macht mir trotzdem noch sorgen. Von unten liegen ja konstant 5-7 grad an. Entsteht im Holz ein Taupunkt wo auch unter Umständen eine Stauung der Feuchtigkeit vorhanden ist. Im Prinzip liegt sodann an der Schwelle ganzjährig, recht Konstante Temp. an. Ist meine Sorge berechtigt?
Zellulose kommt für mich nicht in Frage. Ich habe bei dem Haus, über den, Gott sei dank, hohen Sanierungsstau, die Vision keine Baustoffe einzubringen, welche bei der Entsorgung nochmal mit Energie versehen werden müssen. Ich möchte keinen Müll produzieren.

@ Jürgen
Ich vertrete die Meinung, wir haben Jahrhunderte aus und mit der Natur gebaut. In den letzten 100 - 150 Jahren wurds "Rad" neu erfunden und der bau mit Müll und künftige Lasten behaftet. Ich habe tausende an M2 an Styropor verarbeitet (Sondermüll) einfacher ist nachhaltiger und gesünder
Dein Gedanke ob ein neues Fundament die Gründung angreift möchte ich gern aufgegriffen haben. Künftige Schäden sollen vermieden werden. Magst du dich dazu nochmal äußern, welche genauen Bedenken du siehst?

Dann möchte ich dich eh bei Zeiten kontaktieren. 4mtr Schwelle muss gewechselt werden. Könnt ihr die gut verzapfen? Einige arbeiten ja mit Winkel, geht ja garnicht finde ich.

Ich möchte die Haut für das Holzwerk so offen halten wie nur möglich.
Von innen sind's auch keine Schießscharten. Es sollen Kasettenfenster werden. Von innen zum ersten sind es angenehme 25 cm und außen, die werden direkt hinter der Haut montiert. Quasi fast bündig. Die Türen werden mittig gesetzt.
Wie siehst du mein Gedanke zum Taupunkt von unten an der Schwelle?


Jörg Jostock




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