Altes Stroh auf dem Dach Lose Was nun

06.10.2006



Hallo Leute,

habe auf unserem Dachboden altes Stroh liegen lose NIcht in Ballen. ca. 60 Jahre alt. Menge ca. 20cbm.

Der Dachboden ist mit Brettern => Stroh => Lehm gedämmt.

Ich habe nur noch einen offenen Bereich, wo früher das Stroh
hochgeworfen worden ist. Ein 8x4 Meter grösses Dielenloch,
welches vom Wohnbereich aus zu ist, aber noch ungedämmt.
Und wenn ich auf dem Dachboden bin, habe ich ein 8x4x0,5
Grösses Loch vormir.

Dort möchte ich gerne Balken einziehen und dann den Bereich dämmen. Damit ich auf dem Dachboden eine Ebene bekomme.

Kann ich das alte Stroh mit dem Rasenmäher kleinhechseln und mit irgentwas (Lehm oder so) vermengen und dann als Dämmung nehmen ? Oder ist das fusch ?


Alternativ würde ich Hanfdämmung nehmen, schade nur um das ganze Stroh.

Danke für eure Antworten.



Sie müssen das Stroh nicht unbedingt kleinhächseln.



Sie können das Stroh lageweise aufschichten und immer wieder Lehm draufgeben.
Vorgehensweise: 1 Lage Lehm,
dann Stroh ca 5-6cm,
darauf 2-3 cm Lehm
dann wieder 5-6cm Stroh + 2-3cm Lehm.
Als Abschlußschicht bitte mind. 3 cm Lehm auflegen und verdichten.
Das ganze würde ich in dieser feuchten Jahreszeit mit trockenem (erdfeuchtem ) Lehm durchführen. Sonst besteht große Schimmelpilzgefahr!



Klingt gut



Danke für die Antwort.

Und wie schwer wird das werden ?

Grüße

Thomas



das Gewicht ist abhängig von der Dicke des Aufbaus.



1 cm Lehm -manuell verdichtet- wiegt ca 15-17kg/qm





Guten Tag Herr Schillberg,
sind Ihrer Meinung nach nicht Schimmelpilze ungefährlich?
Siehe: http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/59672$.cfm
Wie kommt es zum Sinneswandel? "Schimmelpilzgefahr?"
Ist mir nur so aufgefallen, vielleicht leide ich ja auch unter Interpretationsschwierigkeiten
Nichts für ungut!
Grüße
Bernd Kibies



@Herrn Kibies: bei Naßlehmtechniken kann es bei Strohlehm



bei jetzigem, feuchtem Klima -während der Trocknungsphase- zu Kompostierprozessen kommen. Die dabei entstehenden Pilze sind gefährlicher als "normale" Schimmelpilze.
Ist die Trocknungsphase beendet ist der -normalerweise bei trockendem Klima beim Trocknen entstehende- Oberflächenschimmel nicht mehr aktiv ,also auch nicht mehr gefährlich,sofern keine abdichtenden Baustoffe drauf kommen.
Sicherlich gibt es einige Menschen die schon bei Erwähnung des Begriffs "Schimmelpilze" allergisch werden.
Doch den meisten Menschen ist nicht bekannt,daß überall in unserer Raumluft tausende von Pilzsporen "rumschwirren", aber erst dann aktiv werden, wenn reichlich "tropische" Feuchtigkeit ,verursacht durch bautechnisch falsche Maßnahmen dazukommt. Meiner Erfahrung nach gilt das auch für den " bösen " Hausschwamm.
Pilzsporenfreie Zonen habe ich bisher nur in den bakterienfreien Reinräumen von High-Tec-Herstellerfirmen und in sensiblen Labors erlebt. ............... Nur da wohnen wir Menschen ja nicht.





Hallo Herr Schillberg,
Schimmel ist ja schon im Alten Testament erwähnt worden (Drittes Buch Mose, Kap. 14, Vers. 33-57 - Gesetz über Aussatz an Häusern). Pauschal aber hier den Begriff von "normalen" Schimmelpilzen zu benutzen, halte ich schon etwas für fahrlässig. Natürlich, Schimmel befindet sich auch an Brot, Käse oder Obst, aber eine wirkliche Gesundheitsgefährdung entsteht auch nur durch bestimmte Schimmelpilzarten. Das hier nicht jeder sofort allergisch reagiert, liegt auch in der Natur der Sache. Schließlich stirbt ja auch nicht jeder sofort an Feinstaub, obwohl der auch überall ist.
Grüße
Bernd Kibies



Keine gute Lösung!



Trotzdem wiedersprechen wir der anfangs gegebenen Lösungsvariante!
Wenn man die Naßlehmtechniken anwendet, so sollte das Strohmaterial (ob lang oder kurz!!!) immer homogen in den Lehm eingebettet (also der Strohhalm komplett mit Naßlehm ummantelt!) sein. Dazu bedarf es einer guten fachlichen Einweisung und u.U. einer Anleitung.
Dazu kommt noch, daß ich einen enormen Feuchteeintrag in die bestehende Konstruktion habe und eine enorme Masseerhöhung.
Bessere Lösungen und auch einfachere Systeme sind bei Ihnen denkbar.
Trotzdem wäre es sinnvoll, von Ihrer vor-Ort-Situation einmal ein Bild zu integrieren, um genauer den Sachverhalt nochmals zu beurteilen.
Aus der Ferne ist es immer schlecht, die entsprechende Lösung zu definieren.

Grüße Udo



Details



Also,

das Stroh Verarbeiten kann ich auch erst im Sommer.

Dann wenn es warm ist.

Nochmal zum Loch.

Der Dachboden ist 15m lang und 10m breit.

In der Mitte befindet sich von früher noch eine Öffnung, wo
Heu und Stroh von dem Ahnänger hochgeworfen worden ist.

Diese Öffung ist 8m lang und knapp 4m breit.

Es gibt keine Balken, gar nichts. Ca. 1,50m von der Dachdecke gesehen, fängt die Dielendecke (Wohnraum) an. Das heißt in der kalten Jahreszeit dringt die kalte Luft darüber in das Haus ein.

Wenn man auf der Dielendecke steht, ist links und rechts Wohnraum und eine Stroh-Lehm-verputzung zwischen den Balken.

Nun möchte ich den Deckenboden als eine Ebene Besenrein haben und das Loch soll zu. Als Möglichkeit wollte ich
80/160 Balken nehmen und diese an die beiden Waagerechtbalken mit Balkenschuhe befestigen.
Von unten kommt dann eine Lattung drunter und Dämmung.

Da der Gesamte Dachboden wie folgt gedämmt ist:

An den Balken befinden sich Dachlatten, auf den Dachlatten
Bretter und auf den Brettern Lehn-Stroh-Mischung.

Wenn das was taucht, würde ich das bei dem Loch auch machen.

Der Dachboden soll nicht als Wohnraum ausgebaut werden, sondern nur als Trockenraum dienen.

Grüße

Thomas Neumann



nach meiner Erfahrung können Sie -wie beim Strohballenbau vergleichbar-



das von mir vorgeschlagene Dämmkonzept mit lageweise Stroh + Trockenlehm durchführen. Dabei dient der Lehm als Brandschutzunterlage sowie der Lehm oben im Abschluß als Brandschutzauflage,das Stroh als Naturdämmstoff (der durch die schwere Lehmauflage sinnvollerweise verpreßt wird).
Sie müssen lediglich aufpassen,daß die ganze Geschichte für die 16er Bälkchen nicht zu schwer wird.